
US-Einzelhandel: NRF prognostiziert 4,4% Wachstum trotz Volatilität
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Die National Retail Federation (NRF), die größte Handelsgruppe der Nation, prognostiziert für dieses Jahr ein stärkeres Wachstum der Einzelhandelsumsätze als im Vorjahr. Trotz erheblicher wirtschaftlicher Volatilität wird die Widerstandsfähigkeit der Konsumenten als entscheidender Faktor für diese positive Entwicklung genannt.
Starke Prognose trotz Unsicherheiten
Die National Retail Federation erwartet, dass die Einzelhandelsumsätze in diesem Jahr um 4,4% gegenüber 2025 auf insgesamt 5,6 Billionen US-Dollar steigen werden. Diese Prognose, die am Mittwoch veröffentlicht wurde, basiert auf einem neuen Modell, das in Zusammenarbeit mit Oxford Economics, einem unabhängigen Wirtschaftsberatungsunternehmen, entwickelt wurde. Im Jahr 2025 stiegen die Einzelhandelsumsätze im Vergleich zum Vorjahr um 3,9%.
Die für 2026 prognostizierte Wachstumsrate übertrifft den durchschnittlichen jährlichen Umsatzanstieg von 3,6% der letzten zehn Jahre, wobei die Pandemiezeit von 2020 bis 2022 mit ihren überdurchschnittlichen Wachstumsraten ausgenommen ist. Die Prognose schließt Umsätze von Autohändlern, Tankstellen und Restaurants aus.
Konsumenten als Wirtschaftsmotor
Mark Mathews, Chefökonom der National Retail Federation, betonte die Rolle der Konsumenten: „Die US-Wirtschaft war 2025 etwas wechselhaft. Der einzige Lichtblick in diesen Höhen und Tiefen war jedoch der Konsument, dessen anhaltende Ausgaben ein wichtiger Wirtschaftstreiber im Jahr 2025 waren. Wir erwarten, dass diese Stärke sich 2026 fortsetzen wird.“
Die NRF beobachtet jedoch die Auswirkungen des Iran-Krieges, der die Öl- und Gaspreise in die Höhe treibt. Die Ölpreise sind seit Beginn des Iran-Krieges um fast 50% gestiegen, und die Benzinpreise folgen dicht dahinter. Die Gruppe gab am Mittwoch an, dass die Auswirkungen des Iran-Krieges auf die Konsumausgaben zu unsicher sind, um sie in die aktuelle Prognose einzubeziehen. Mathews merkte an, dass die Prognose in den kommenden Monaten überarbeitet werden könnte, falls der Krieg die Einzelhandelsumsätze stärker beeinflusst.
Warnsignale und Marktbedingungen
Trotz der soliden Umsatzprognose gibt es klare Warnzeichen für weitere Herausforderungen. Das Arbeitsministerium berichtete am Mittwoch, dass die US-Großhandelspreise im Februar um 3,4% höher ausfielen als erwartet, teilweise getrieben durch einen starken Anstieg der Lebensmittelkosten. Diese Preissteigerungen traten noch vor dem Angriff der USA und Israels auf den Iran auf, der die Energiepreise stark in die Höhe trieb.
Die NRF stellte fest, dass die Konsumentenstimmung zwar gedrückt war, diese jedoch historisch von den tatsächlichen Ausgaben entkoppelt war. Die Ausgaben werden durch folgende Faktoren gestützt:
- Lohnwachstum
- Haushaltsbilanzen
- Ein solider Arbeitsmarkt
Die Handelsgruppe erwartet, dass sich die Bedingungen auf dem Arbeitsmarkt abschwächen werden, geht aber davon aus, dass die Arbeitslosenquote in diesem Jahr unter 4,5% bleiben sollte.
Differenziertes Ausgabeverhalten
Mathews fügte hinzu, dass die Ausgabenprognose weiterhin zwischen Konsumenten mit höherem und niedrigerem Einkommen differenziert ist. Haushalte mit höherem Einkommen treiben demnach den Großteil des Ausgabenwachstums im gesamten Einzelhandelsspektrum an. Diese Zweiteilung im Konsumentenverhalten ist ein wichtiger Aspekt, den es bei der Betrachtung der gesamten Einzelhandelsentwicklung zu berücksichtigen gilt.