US-Fed: "Hawkish Cut" trotz Vorsicht – Märkte sehen Santa Claus Rally

US-Fed: "Hawkish Cut" trotz Vorsicht – Märkte sehen Santa Claus Rally

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Die US-Notenbank Federal Reserve hat am 10. Dezember 2025 wie erwartet ihre Leitzinsen gesenkt, doch die Entscheidung wurde als "hawkish cut" eingestuft. Trotz der vorsichtigen Töne der Zentralbank reagierten die US-Märkte überraschend positiv. Dies lag an unerwarteten Maßnahmen und optimistischen Äußerungen des Fed-Vorsitzenden Jerome Powell.

Die "Hawkish Cut" Entscheidung der Fed

Am Mittwoch, den 10. Dezember 2025, senkte die US Federal Reserve ihren Leitzins um 25 Basispunkte auf eine Spanne von 3,5% bis 3,75%. Diese Entscheidung war weithin erwartet, wurde jedoch als "hawkish cut" bezeichnet, was bedeutet, dass die Zinssenkung mit einer vorsichtigen Haltung bezüglich zukünftiger Lockerungen einherging.

Zwei regionale Bankpräsidenten, Jeffrey Schmid von Kansas City und Austan Goolsbee von Chicago, sprachen sich gegen die Zinssenkung aus und wollten die Zinsen unverändert lassen. Die Vorsicht spiegelte sich auch im "Dot Plot" der Fed wider, der für 2026 nur eine weitere Zinssenkung und für 2027 eine zusätzliche Senkung vorsah.

Die Hauptgründe für diese vorsichtige Haltung sind die hartnäckige Kerninflation, die bei 2,8% verharrt, und ein sich abkühlender Arbeitsmarkt. Ökonomen der Goldman Sachs Group, Inc. prognostizieren, dass die Hürde für weitere Zinssenkungen nach dieser Entscheidung deutlich höher liegen wird. Loretta Mester erklärte gegenüber Yahoo Finance, dass sich dieser Schritt eher pragmatisch anfühle als auf einer starken ökonomischen Argumentation zu basieren.

Die Entscheidung wurde zusätzlich durch fehlende aktuelle Daten erschwert, da aufgrund eines Regierungs-Shutdowns im Oktober keine Inflations- und Beschäftigungsdaten vorlagen. Dies machte die Sitzung laut Experten zur schwierigsten des Jahres, da die FOMC-Mitglieder Entscheidungen ohne die aktuellsten Informationen treffen mussten.

Warum die Märkte dennoch jubelten

Trotz der "hawkish" Signale verzeichneten die US-Märkte nach der Sitzung einen Anstieg. Die größte Überraschung war die Ankündigung der Fed, ab Freitag Treasury Bills im Wert von 40 Milliarden US-Dollar zu kaufen. Diese Maßnahme erhöht die Geldmenge in der Wirtschaft und wird als "versteckte Lockerung" der Bedingungen interpretiert, die die Finanzmärkte stützt.

Ein weiterer Faktor war die klare Haltung von Fed-Chef Jerome Powell bezüglich zukünftiger Zinserhöhungen. Powell erklärte: "Ich glaube nicht, dass eine Zinserhöhung... zu diesem Zeitpunkt jemandes Basisszenario ist. Ich höre das nicht." Dies zerstreute Spekulationen über mögliche zukünftige Straffungen.

Zudem zeigten sich die Fed-Vertreter optimistisch hinsichtlich der Widerstandsfähigkeit der US-Wirtschaft. Sie erhöhten ihre Prognose für das Wirtschaftswachstum im Jahr 2026 von zuvor 1,8% im September auf 2,3%. Powell betonte: "Wir haben eine außergewöhnliche Wirtschaft."

Der Blick auf die Zukunft: Prognosen und Unsicherheiten

Die zukünftige Entwicklung der Zinspolitik bleibt ein Thema intensiver Debatten. Während das "Dot Plot" der Fed nur wenige weitere Senkungen in den kommenden Jahren andeutet, prognostizieren Ökonomen der Bank of America Corporation zwei weitere Zinssenkungen im Jahr 2026. Sie begründen dies jedoch mit einem Führungswechsel bei der Fed und nicht mit einer veränderten Einschätzung der Wirtschaft.

Die Unsicherheit wird auch durch politische Faktoren verstärkt. Kevin Hassett, Leiter des National Economic Council und potenzieller Kandidat für den Fed-Vorsitz, sieht "viel Spielraum" für eine Zinssenkung von mehr als 25 Basispunkten.

José Torres, Senior Economist bei Interactive Brokers, äußerte sich optimistisch über das Jahresende: "Die letzte Zinsentscheidung des Jahres 2025 hat im Wesentlichen den Weg für eine Santa Claus Rally zum Jahresende geebnet, und der S&P 500 ist bereit, in den nächsten Wochen die 7.000-Meilenstein zu überschreiten." Dies könnte für Anleger eine erfreuliche Weihnachtsüberraschung bedeuten.

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