US-Finanzmärkte im Fokus: Druck auf Banken, Zinssenkungen und Tech-Highlights

US-Finanzmärkte im Fokus: Druck auf Banken, Zinssenkungen und Tech-Highlights

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Die US-Regierung übt erneut Druck auf Kreditkartenherausgeber aus, um die Zinssätze für Karteninhaber zu begrenzen. Diese Forderungen haben in der vergangenen Woche zu Kursrückgängen bei großen Finanzinstituten geführt, obwohl die allgemeinen Zinsaussichten eigentlich günstig für Bankaktien sind. Parallel dazu sorgte das erfolgreiche Börsendebüt des Fintech-Unternehmens Chime für Aufsehen, während Analysten bereits auf die Gewinner des Börsenjahres 2025 zurückblicken.

Weißes Haus erhöht Druck auf Kreditkartenanbieter

Die Trump-Administration fordert erneut eine Deckelung der Zinssätze für Kreditkarten. Bereits Anfang Januar hatte Präsident Donald Trump eine einjährige Obergrenze von 10 % für Kreditkartenzinsen gefordert, die am 20. Januar, dem ersten Jahrestag seiner zweiten Amtseinführung, in Kraft treten sollte. Trump schrieb am 9. Januar auf X: "Bitte beachten Sie, dass wir die amerikanische Öffentlichkeit nicht länger von Kreditkartenunternehmen 'abzocken' lassen werden, die Zinssätze von 20 bis 30 % und sogar mehr verlangen."

Diese Forderungen wurden kürzlich von Peter Navarro, Handelsberater des Weißen Hauses, bekräftigt. Am Donnerstag sagte Navarro im Bloomberg Radio zu James Dimon: "Senken Sie Ihre verdammten Kreditkartenzinsen. Sie sind ein Krimineller, wie Sie dem amerikanischen Volk 22, 25 und 30 % berechnen, und der Präsident möchte, dass Sie das senken." Eine solche Zinsbegrenzung würde jedoch ein Gesetz erfordern, dessen Verabschiedung von Kongressbeobachtern als unwahrscheinlich eingeschätzt wird. Die mächtige Finanzindustrie hat bereits angekündigt, den Vorschlag mit allen Mitteln zu bekämpfen. Frühere Bemühungen, wie ein Gesetzesentwurf von Senator Bernie Sanders oder ein ähnlicher Vorstoß des Consumer Financial Protection Bureau zur Begrenzung von Verzugsgebühren, scheiterten im Kongress.

Finanzwerte unter Druck

Trotz der geringen Wahrscheinlichkeit einer gesetzlichen Umsetzung führten Navarros Äußerungen in der vergangenen Woche zu Kursrückgängen bei den Aktien großer Kreditkartenherausgeber und Zahlungsnetzwerke. Die Performance der wichtigsten Banken und Finanzdienstleister war deutlich schwächer als die des breiteren Marktes:

Zum Vergleich fiel der S&P 500 Index im gleichen Zeitraum lediglich um 1 %. Auch die Aktien der beiden großen Zahlungsnetzwerke verzeichneten Verluste: Visa (NYSE: V) sank um 3,6 % und Mastercard (NYSE: MA) um etwa 4,7 %.

Zinsaussichten stützen Bankaktien

Tatsächlich sollten Bank- und Finanzaktien aufgrund der aktuellen Zinsaussichten eher steigen. Der Terminmarkt preiste (Stand 13. Februar) zwei Zinssenkungen der Federal Reserve um jeweils 0,25 Prozentpunkte für 2026 ein. Die vom Bureau of Labor Statistics veröffentlichten Daten zum Verbraucherpreisindex (CPI) zeigten zudem, dass sich die Inflation im Januar stärker als erwartet moderierte. Infolgedessen beginnen die Terminmärkte nun, eine dritte Zinssenkung in diesem Jahr einzupreisen.

Diese Entwicklung ist positiv für Banken. Wenn die Fed die Zinsen senkt, drückt dies die kurzfristigen Zinssätze schneller nach unten als die langfristigen, was zu einer steileren Zinskurve führt. Ein Vergleich des fallenden kurzfristigen Leitzinses mit der Rendite 10-jähriger Staatsanleihen zeigt, dass sich die Differenz zwischen den beiden Sätzen vergrößert. Dies sollte den Banken helfen, da sie Geld zu kurzfristigen Sätzen leihen und zu langfristigen Sätzen verleihen.

Fintech-IPO: Chime feiert erfolgreiches Debüt

Abseits der traditionellen Bankenlandschaft hat das Online-Banking-Unternehmen Chime (NASDAQ: CHYM) nach Jahren der Stagnation im Fintech-IPO-Bereich ein bemerkenswertes Börsendebüt hingelegt. Chime setzte seinen IPO-Preis bei 27 US-Dollar pro Aktie fest, was bereits über der erwarteten Spanne von 24 bis 26 US-Dollar lag. Am ersten Handelstag schoss die Aktie auf fast 45 US-Dollar, bevor sie leicht zurückging und den Handel 37 % über ihrem ursprünglichen Ausgabepreis beendete.

Trotz dieses starken Interesses liegt die aktuelle Bewertung von Chime bei etwa 16 Milliarden US-Dollar, was deutlich unter der Spitzenbewertung von 25 Milliarden US-Dollar im Jahr 2021 liegt. Chime ist ein Finanztechnologieunternehmen, das Bank- und Finanzdienstleistungen für US-Haushalte mit einem Jahreseinkommen von bis zu 100.000 US-Dollar anbietet. Die meisten Kunden nutzen Chime als primäre Bankverbindung und führen durchschnittlich über 55 Transaktionen pro Monat durch. Das Unternehmen verfügt über 8,6 Millionen aktive Kunden, eine Steigerung von 23 % gegenüber dem Vorjahr im ersten Quartal.

Chime generiert seine Haupteinnahmen aus Interchange-Gebühren, kleinen prozentualen Gebühren, die anfallen, wenn Kunden eine von Chime ausgegebene Debit- oder Kreditkarte verwenden. Im vergangenen Jahr generierten die Mitglieder ein Einkaufsvolumen von 115,2 Milliarden US-Dollar, womit Chime der sechstgrößte Emittent von Debitkarten in den USA nach Einkaufsvolumen ist. Es ist wichtig zu beachten, dass Chime selbst keine Bank ist, sondern mit mehreren FDIC-Mitgliedsbanken zusammenarbeitet. Im jüngsten Quartal meldete Chime ein Umsatzwachstum von 32 % gegenüber dem Vorjahr auf 518,7 Millionen US-Dollar und einen Nettogewinn von 12,9 Millionen US-Dollar. Mit einer Bruttomarge von 88 % im Jahr 2024 birgt das Unternehmen ein erhebliches Potenzial zur Steigerung des Gewinns, wenn das Geschäft skaliert. Eine Herausforderung bleiben die Kundenakquisitionskosten; Chime gab in den drei Jahren von 2022 bis 2024 insgesamt 1,4 Milliarden US-Dollar für Marketing aus.

Rückblick auf das Börsenjahr 2025: "Naughty and Nice List"

In einem Podcast von Motley Fool Money vom 24. Dezember 2025 blickten die Analysten Travis Hoium, Lou Whiteman und Rachel Warren auf die "Naughty and Nice List" des Börsenjahres 2025 zurück. Auf der "Nice List" der Aktien und Führungskräfte fanden sich einige bemerkenswerte Namen:

  • **Alphabet:** Trotz anfänglicher Bedenken bezüglich KI-Innovationen und der Bedrohung des Suchgeschäfts durch OpenAI, verzeichnete Alphabet ein Plus von fast 70 % und war damit der beste Performer unter den "MAG 7"-Aktien. Das Unternehmen etablierte sich als großer Akteur in den Bereichen autonomes Fahren, Streaming und mit Gemini als wichtiger KI-Gewinner.
  • **Nvidia:** Nvidia lieferte eine erwartungsgemäß starke Performance ab und erfüllte die hohen Erwartungen der Bullen.
  • Sir Peter Beck (CEO von Rocket Lab): Der CEO von Rocket Lab wurde für die Verdopplung des Aktienkurses seines Unternehmens im Jahr 2025 gelobt.

Erwähnte Persönlichkeiten