
US-Finanzminister Bessent drängt Banken zur Erfassung von Staatsbürgerschaftsdaten
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US-Finanzminister Scott Bessent bereitet die Banken auf eine mögliche neue Anforderung vor: die Erfassung von Staatsbürgerschaftsdaten ihrer Kunden. Obwohl die Banken in den USA dieser Idee möglicherweise nicht wohlgesonnen sind, betont Bessent, dass sie auf diese Aufgabe vorbereitet sein sollten. Die Initiative ist Teil der umfassenderen Bemühungen von Präsident Donald Trump, seine Einwanderungspolitik mit der Datenerfassung in den Vereinigten Staaten zu verknüpfen.
Bessents Forderung: Staatsbürgerschaftsdaten im Fokus
Die Diskussion um eine entsprechende Durchführungsverordnung (Executive Order, EO) hat in den letzten Monaten an Fahrt gewonnen. Bessent bestätigte kürzlich in einem Interview mit Semafor, dass die EO "in Bearbeitung" sei. Auf dem Invest in America Forum in Washington, D.C., erklärte er gegenüber CNBCs Sara Eisen: "Wenn das Finanzministerium und die Bankenaufsichtsbehörden sagen, es sei ihre Aufgabe, dann ist es ihre Aufgabe."
Derzeit ist für die Eröffnung eines Bankkontos in den USA kein Nachweis der Staatsbürgerschaft erforderlich. Banken sind jedoch verpflichtet, die Identität ihrer Kunden zu überprüfen. Bessent kritisiert diesen Zustand scharf: "Warum können unbekannte Ausländer kommen und ein Bankkonto eröffnen?", fragte er auf der CNBC-Veranstaltung. "Die Aufgabe unserer Bankmanager ist es, ihren Kunden zu kennen. Wie kennen Sie Ihren Kunden, wenn Sie nicht wissen, ob er einen legalen oder illegalen Status hat, ob er US-Bürger oder Green Card-Inhaber ist?"
Aktuelle KYC-Regeln und Bessents Kritik
Die USA wenden, wie viele andere Länder, "Know Your Customer"-Regeln (KYC) für Bankkonten an, um Geldwäsche und andere Formen von Finanzkriminalität zu verhindern. Diese Regeln umfassen die Überprüfung der Kundenidentität, die Risikobewertung und die Überwachung von Transaktionen. Gesetze wie der Bank Secrecy Act (BSA) und der USA PATRIOT Act untermauern diese Bemühungen. Banken sammeln unter anderem Sozialversicherungsnummern (Social Security Numbers), individuelle Steueridentifikationsnummern (ITIN), Namen, Geburtsdaten und Adressen.
Für Bessent reichen diese Maßnahmen jedoch nicht aus. Er argumentiert, dass im Ausland Staatsbürgerschaftsinformationen häufiger für den Bankzugang verlangt werden, auch wenn es kein universelles Mandat gibt. "Jedes andere Land tut es. Jedes andere Land.... Es sollte strengere Regeln geben", sagte Bessent gegenüber Eisen. Er hat zudem klargestellt, dass Real IDs im Rahmen dieser neuen Durchführungsverordnung nicht als legale Dokumente gelten würden.
Internationale Praxis und politische Unterstützung
Republikaner haben ihre Unterstützung für die Idee geäußert. Senator Tom Cotton (R-AK) führte im März einen Gesetzentwurf ein, der von FDIC- oder NCUA-versicherten Banken und Kreditgenossenschaften verlangen würde, zu überprüfen, ob jeder, der ein Konto eröffnet, US-Bürger, ständiger Einwohner oder mit einem gültigen Visum im Land ist, inklusive einer zusätzlichen Überprüfung des legalen Status. Bereits im Oktober des Vorjahres schrieb Cotton an das Finanzministerium, um eine Überprüfung der aktuellen Regeln zu fordern, die es "illegalen Ausländern" ermöglichen, Finanzdienstleistungen und Zugang zum US-Bankensystem zu erhalten.
Wirtschaftliche Bedenken und administrative Kosten
Neben rechtlichen Fragen haben einige Politikexperten und Banken vor möglichen Schäden für die Wirtschaft gewarnt, falls Menschen der Zugang zum Bankensystem und zu Einlagenkonten verwehrt wird. Sie befürchten zudem einen potenziell erheblichen Anstieg der Verwaltungskosten für Banken.
Die Möglichkeit für Nicht-Bürger, einschließlich undokumentierter Einwanderer, Bankkonten legal mit Dokumenten wie einer ITIN zu eröffnen, ermöglicht es ihnen, Steuern zu zahlen und zu vermeiden, Teil der "Unbanked" zu sein, die in einer reinen Bargeldwirtschaft existieren. Der Status als "Unbanked" wird oft mit geringeren Möglichkeiten zum sozialen Aufstieg und einem geringeren Beitrag zum Wirtschaftswachstum in Verbindung gebracht.
Das zentrumsnahe Think Tank American Action Forum schätzte in einer Analyse vom März, dass eine Anforderung zur Überprüfung der Staatsbürgerschaft für Banken zwischen 30 Millionen und 70 Millionen Stunden zusätzlichen Papierkrams und Kosten von 2,6 bis 5,6 Milliarden US-Dollar verursachen könnte. "Die Überprüfung neuer Konten ist nur die Spitze des Eisbergs; der Mangel an Details macht es schwierig, die Kosten für die Überprüfung bestehender Kontoinhaber abzuschätzen", hieß es in der Analyse. Bessent bleibt jedoch bei seiner Haltung und erklärte gegenüber CNBC, dass "illegale Einwanderer kein Recht haben, im Bankensystem zu sein."