US-Finanzminister Bessent: Fed-Unabhängigkeit erfordert Rechenschaftspflicht und Aufsicht

US-Finanzminister Bessent: Fed-Unabhängigkeit erfordert Rechenschaftspflicht und Aufsicht

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US-Finanzminister Scott Bessent hat die Verpflichtung von Präsident Donald Trump zur Unabhängigkeit der Federal Reserve bekräftigt, gleichzeitig jedoch die Notwendigkeit einer Rechenschaftspflicht der Zentralbank verteidigt. Diese Äußerungen erfolgen inmitten einer laufenden Untersuchung des Justizministeriums (DOJ) bezüglich angeblicher Budgetüberschreitungen bei der Renovierung des Fed-Hauptquartiers in Washington, D.C.

Bessent betont Unabhängigkeit und Rechenschaftspflicht der Fed

In einem Auftritt bei NBC News’ „Meet The Press“ am Montag erklärte Bessent: „Natürlich ist er der Unabhängigkeit der Federal Reserve verpflichtet.“ Er fügte jedoch hinzu, dass „Unabhängigkeit nicht bedeutet, keine Aufsicht zu haben.“ Diese Aussage unterstreicht die Haltung der Regierung, dass die Fed zwar autonom agieren soll, aber dennoch einer Kontrolle unterliegen muss.

Bessent verteidigte die DOJ-Untersuchung der Renovierung des Fed-Hauptquartiers. Er begründete dies damit, dass „die Federal Reserve magisches Geld hat, sie druckt ihr eigenes Geld“, was eine stärkere Aufsicht erfordere. Der Finanzminister gab zudem an, die Zentralbank bereits seit dem letzten Sommer zu einer internen Untersuchung aufgefordert zu haben, was jedoch ignoriert worden sei. Er kritisierte die Institution auch dafür, die Anfragen des Justizministeriums zu ignorieren, und betonte: „Wenn ich Anfragen vom Justizministerium erhalten würde, würde ich sie beantworten.“

Marktreaktionen und Bessents Einschätzung

Auf eine Frage bezüglich eines Berichts von Axios, der nahelegte, Bessent habe privat gegenüber Trump Bedenken hinsichtlich der Auswirkungen der Untersuchung auf die Märkte geäußert, entgegnete der Finanzminister, die Marktreaktionen hätten das Gegenteil bewiesen. Er verwies darauf, dass der „Aktienmarkt gestiegen“ und die „Anleiherenditen gesunken“ seien.

Bessent schloss seine Ausführungen mit der Feststellung, dass „die Märkte der ultimative Schiedsrichter dafür sind, ob die Unabhängigkeit der Fed beeinträchtigt wird.“ Er bekräftigte, dass „etwas Licht ins Dunkel zu bringen keine Nötigung bedeutet.“

Breite Unterstützung für Fed-Chef Jerome Powell

Trotz Bessents Äußerungen haben führende Ökonomen Fed-Chef Jerome Powell inmitten der DOJ-Untersuchung den Rücken gestärkt. Dazu gehören ehemalige Fed-Vorsitzende wie Ben Bernanke, Alan Greenspan und Janet Yellen, die die Untersuchung als „extrem beängstigend“ für die Unabhängigkeit der Zentralbank bezeichneten.

Auch globale Zentralbankchefs haben ihre Unterstützung für Powell zum Ausdruck gebracht. Die Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB), Christine Lagarde, erklärte im Namen der zwölf Zentralbanken des Blocks: „Wir stehen in voller Solidarität mit dem Federal Reserve System und seinem Vorsitzenden Jerome H. Powell.“

Kritik an der Vorgehensweise der Regierung

Der Ökonom Justin Wolfers kritisierte das Vorgehen der Regierung als „beispiellos“. Er merkte an, dass solche Aktionen von „Blechdiktatoren“ erwartet würden, und bezeichnete die Situation als „die Art von Geschichte, die niemals gut ausgeht.“ Diese Kommentare unterstreichen die Besorgnis einiger Experten über die potenziellen Auswirkungen auf die institutionelle Unabhängigkeit der Federal Reserve.

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