US-Finanzminister Bessent signalisiert Lockerung der Venezuela-Sanktionen

US-Finanzminister Bessent signalisiert Lockerung der Venezuela-Sanktionen

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US-Finanzminister Scott Bessent hat eine baldige Lockerung weiterer US-Sanktionen gegen Venezuela in Aussicht gestellt, um den Ölverkauf zu unterstützen. Diese Maßnahmen könnten bereits nächste Woche in Kraft treten und sind Teil einer umfassenderen Strategie der Trump-Regierung zur Stabilisierung des südamerikanischen Landes.

Potenzielle Aufhebung von Sanktionen für Ölverkäufe

In einem Interview mit Reuters erklärte Bessent, dass das US-Finanzministerium Änderungen prüfe, die die Rückführung der Erlöse aus Ölverkäufen nach Venezuela erleichtern würden. Er betonte: "Wir ent-sanktionieren das Öl, das verkauft werden soll." Ziel sei es, diese Gelder der Regierung, den Sicherheitsdiensten und dem venezolanischen Volk zugutekommen zu lassen.

Bessent bestätigte, dass Sanktionen "so bald wie nächste Woche" aufgehoben werden könnten, nannte jedoch keine spezifischen Maßnahmen. Diese Politikänderung ist zentral für die Bemühungen der Trump-Regierung, Venezuela zu stabilisieren und die Rückkehr amerikanischer Ölproduzenten zu fördern.

Wiederaufnahme der Beziehungen zu IWF und Weltbank

Parallel zur Sanktionslockerung drängt die US-Regierung auf eine Wiedereingliederung Venezuelas in das globale Finanzsystem. Bessent, der die USA beim Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Weltbank vertritt, wird sich nächste Woche mit den Leitern beider Institutionen treffen, um deren erneutes Engagement mit Venezuela zu besprechen. Ein zentraler Bestandteil dieses Plans ist die Freigabe von fast 5 Milliarden US-Dollar an eingefrorenen Sonderziehungsrechten (SZR) Venezuelas beim IWF.

Venezuela verfügt derzeit über rund 3,59 Milliarden SZR im Wert von etwa 4,9 Milliarden US-Dollar, die unter den bestehenden Beschränkungen nicht zugänglich sind. Bessent erklärte, das Finanzministerium sei bereit, diese SZR in US-Dollar umzuwandeln, um den Wiederaufbau der Wirtschaft zu unterstützen. Dieser Ansatz spiegelt eine frühere US-Maßnahme wider, bei der das Finanzministerium eine 20-Milliarden-Dollar-Swap-Linie für Argentinien unter Verwendung seiner SZR unterstützte.

Sicherung venezolanischer Öleinnahmen

Als flankierende Maßnahme unterzeichnete Präsident Donald Trump am Freitag eine Exekutivverordnung. Diese Anordnung soll venezolanische Öleinnahmen schützen, die auf US-Finanzkonten gehalten werden. Die Verordnung mit dem Titel "Safeguarding Venezuelan Oil Revenue for the Good of the American and Venezuelan People" blockiert Versuche von Gerichten oder Gläubigern, diese Gelder zu beschlagnahmen.

Die Exekutivverordnung besagt, dass jeder Versuch, die Gelder über Gerichte zu beschlagnahmen, eine "ungewöhnliche und außerordentliche Bedrohung" für die nationale Sicherheit und Außenpolitik der USA darstellen würde. Die Gelder sollen stattdessen dazu verwendet werden, "Frieden, Wohlstand und Stabilität" in Venezuela zu schaffen.

Hintergrund der US-Strategie

Die potenziellen Sanktionserleichterungen erfolgen im Rahmen einer umfassenderen Strategie der Trump-Regierung. Diese zielt darauf ab, Venezuela nach der Festnahme des gestürzten Diktators Nicolás Maduro zu stabilisieren und US-Investitionen in dessen Ölsektor zu fördern. Präsident Trump hatte zuvor erklärt, die USA würden das Land vorübergehend "führen", um die Ölproduktion und den Export wieder in Gang zu bringen.

Die US-Sanktionen haben lange Zeit internationale Finanzgeschäfte mit der venezolanischen Regierung eingeschränkt. Die Regierung konzentriert sich darauf, Ressourcen freizugeben und das Land stabil zu halten, um amerikanische Ölproduzenten zur Rückkehr zu ermutigen.

Langjährige finanzielle Isolation

Venezuela war über Jahre hinweg weitgehend von internationalen Finanzinstitutionen abgeschnitten. Der IWF hat seit 2004 keine formelle wirtschaftliche Bewertung des Landes mehr abgeschlossen. Venezuela beglich seine letzte Weltbank-Anleihe im Jahr 2007 unter dem verstorbenen Hugo Chávez.

Die aktuellen US-Sanktionen waren ein großes Hindernis für die Umstrukturierung der komplexen Schulden des Landes in Höhe von 150 Milliarden US-Dollar. Sie verbieten internationalen Banken, ohne Lizenz mit der venezolanischen Regierung zu handeln.

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