US-Finanzministerium übernimmt Studienkredite: Was Kreditnehmer wissen müssen

US-Finanzministerium übernimmt Studienkredite: Was Kreditnehmer wissen müssen

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Das US-Finanzministerium übernimmt schrittweise die Verwaltung von Millionen von Bundesstudienkreditkonten, beginnend mit Kreditnehmern im Zahlungsverzug. Dieser Schritt, der Teil eines umfassenderen Ziels der Trump-Administration ist, das Bildungsministerium umzustrukturieren, wirft Fragen bezüglich der Effizienz und der Auswirkungen auf die betroffenen Schuldner auf. Ein ähnliches Pilotprogramm unter der Obama-Administration zeigte bereits operative Herausforderungen bei der Schuldeneintreibung.

Übernahme der Bundesstudienkredite durch das Finanzministerium

Das US-Bildungsministerium hat im März die Übertragung von Millionen von Studienkreditkonten an das Finanzministerium angekündigt, beginnend mit Kreditnehmern im Zahlungsverzug. Dieser Schritt ist Teil des Ziels der Trump-Administration, das Bildungsministerium aufzulösen. Bildungsministerin Linda McMahon bezeichnete die Vereinbarung als "einen intentionalen und historischen Schritt zur Zerschlagung der föderalen Bildungsbürokratie".

Finanzminister Scott Bessent erklärte, das Finanzministerium verfüge über die "einzigartige Erfahrung, die operative Fähigkeit und die finanzielle Expertise", um "längst überfällige finanzielle Disziplin in das Programm zu bringen und bessere Verwalter der Steuergelder zu sein". Die Vereinbarung sieht vor, dass das Finanzministerium letztendlich die Verantwortung für alle Studienkredite übernehmen soll. Eine zweite Phase ohne Zeitrahmen sieht vor, dass das Finanzministerium "operative Verantwortung" für nicht im Zahlungsverzug befindliche Kredite übernimmt, "soweit dies praktikabel ist".

Derzeit sind etwa 9 Millionen Kreditnehmer mit einem Volumen von rund 180 Milliarden US-Dollar im Zahlungsverzug, was 11 % des gesamten staatlichen Studienkreditportfolios von 1,7 Billionen US-Dollar ausmacht. Die Verwaltung versichert, dass Kreditnehmer vorerst nichts unternehmen müssen; sie werden weiterhin mit denselben Kreditdienstleistern zusammenarbeiten und ihre Kredite auf die gleiche Weise zurückzahlen.

Historische Herausforderungen: Das Obama-Pilotprogramm

Die Übernahme der Studienkreditverwaltung durch das Finanzministerium ist kein Novum. Bereits 2015 führte die Obama-Administration ein Pilotprogramm durch, um die Gründe für den Zahlungsverzug von Kreditnehmern zu untersuchen und herauszufinden, wie Bundesbehörden helfen könnten. Das Finanzministerium übernahm damals Studienkreditkonten im Wert von etwa 80 Millionen US-Dollar, während eine Kontrollgruppe privater Inkassounternehmen ein Portfolio ähnlicher Größe verwaltete.

Sarah Bloom Raskin, die zu dieser Zeit stellvertretende Finanzministerin war, berichtete von "operativen Herausforderungen" bei privaten Inkassounternehmen, darunter Schwierigkeiten, Kreditnehmer zu erreichen und korrekte Zahlungen einzuziehen. Nach einem Jahr hatte das Finanzministerium 4,1 % der Kredite seiner Schuldner eingezogen und 0,38 % des Dollarwerts seines 80 Millionen US-Dollar umfassenden Portfolios wiedererlangt. Im Vergleich dazu erzielte die Kontrollgruppe privater Inkassounternehmen eine Rückgewinnungsquote von 5,5 % der Kredite und 3,4 % des Dollarwerts.

Der Pilotbericht von 2015 führte die niedrigere Erfolgsquote des Finanzministeriums auf mehrere Faktoren zurück:

  • Die Behörde ging "relativ langsam" durch den Inkassozyklus, um freiwillige Zahlungen zu fördern.
  • Sie rief Kreditnehmer seltener an als private Inkassounternehmen.
  • Kreditnehmer waren verwirrt, warum eine dritte Partei – entweder das Finanzministerium oder ein privater Inkassounternehmen – sie kontaktierte und nicht das Bildungsministerium selbst.

Arne Duncan, Bildungsminister unter Präsident Barack Obama, betonte die Bedeutung einer klaren Kontaktstelle für Kreditnehmer, die er als "one state desk" bezeichnete. Letztendlich wurde das Pilotprogramm unter der Obama-Administration nicht fortgesetzt.

Gründe und Ziele der Trump-Administration

Die Trump-Administration begründet die Übertragung der Studienkreditverwaltung mit der Behauptung, das Bildungsministerium sei "schlecht ausgestattet", um ein so großes Kreditportfolio zu verwalten. Bildungsministerin Linda McMahon erklärte in einer Pressemitteilung vom März, ihr Ministerium habe "es versäumt, diese kritischen Programme effektiv zu verwalten und bereitzustellen". Ein Fact Sheet hob hervor, dass das Finanzministerium bereits Bundesfinanzhilfen auszahle und dies ein logischer nächster Schritt sei.

Finanzminister Scott Bessent betonte, dass das Finanzministerium die "einzigartige Erfahrung, die operative Fähigkeit und die finanzielle Expertise" besitze, um "längst überfällige finanzielle Disziplin in das Programm zu bringen und bessere Verwalter der Steuergelder zu sein". Preston Cooper, ein Senior Fellow des konservativen Think Tanks American Enterprise Institute, merkte an, dass das Finanzministerium Zugang zu den Steuerinformationen der Kreditnehmer habe und diese Daten nutzen könnte, um deren finanzielle Situation und die Faktoren, die den Nichtzahlung beeinflussen, besser zu verstehen.

Trump-Beamte kritisierten zudem die Biden-Administration, sich auf Bemühungen zum Schuldenerlass zu konzentrieren, anstatt Kreditnehmern zu helfen, wieder auf den richtigen Weg mit ihren Zahlungen zu kommen. Aktuelle Daten zeigen, dass weniger als die Hälfte aller Kreditnehmer derzeit Zahlungen leisten und fast ein Viertel im Zahlungsverzug ist. Die Maßnahme ist Teil von Präsident Donald Trumps Kampagne, das Bildungsministerium aufzulösen, eine Behörde, die seiner Meinung nach von liberalem Denken überrannt wurde.

Kritik und Bedenken

Die Übertragung der Studienkreditverwaltung stößt auf erheblichen Widerstand. Senatsdemokraten kritisierten den Schritt scharf und bezeichneten ihn als "illegales Schema", das "mehr Funktionsstörung in das föderale Studienkreditsystem einführen" würde. In einem Brief forderten ranghohe Mitglieder von fünf Senatsausschüssen, darunter Elizabeth Warren und Bernie Sanders, die sofortige Rücknahme der im März angekündigten Vereinbarung. Sie argumentierten, der Transfer drohe, "Studienkreditnehmer, Studenten und Familien in Chaos und Bürokratie zu verstricken".

Die Senatoren wiesen darauf hin, dass Bundesgesetze die Aufsicht über Studienkredite durch das Bildungsministerium vorschreiben. Trump-Beamte glauben, einen Ausweg gefunden zu haben, indem sie es als Partnerschaft darstellen, bei der einige Komponenten, einschließlich der politischen Grundlagen der Studienkredite, im Bildungsministerium verbleiben. Sarah Bloom Raskin, ehemalige stellvertretende Finanzministerin, äußerte Bedenken: "Es ist eine Sache, es auszuzahlen. Es ist eine andere Sache, es einzuziehen." Sie betonte, dass dies "zwei getrennte operative Regime" seien.

Mark Kantrowitz, ein Studienkreditexperte, stellte klar fest, dass die Verlagerung der Inkassoaufgaben an das Finanzministerium "nicht zu verbesserter Effektivität führen wird". Sarah Sattelmeyer, Bildungsdirektorin beim Think Tank New America, warnte, dass Systeme, die über mehrere Behörden verteilt sind, "das gesamte System gefährden und es viel schwieriger machen werden, nicht nur mit Kreditnehmern zu kommunizieren, sondern auch sicherzustellen, dass wir uns auf ein schlankeres System zubewegen". Die Gesetzgeber verwiesen auch auf das Ausgabenpaket, das Trump im Februar unterzeichnete und das die Forderungen des Präsidenten, die Behörde abzuschaffen, ablehnt.

Auswirkungen für Kreditnehmer

Die Umstrukturierung des US-Studienkreditsystems betrifft derzeit unmittelbar Kreditnehmer, die sich bereits im Zahlungsverzug befinden. Im Januar hatte das Bildungsministerium unfreiwillige Inkasso-Maßnahmen für Kredite im Zahlungsverzug, wie Lohnpfändungen oder die Beschlagnahme von Steuerrückerstattungen, ausgesetzt. Nach Aufhebung dieser Pause ist es entscheidend, dass Kreditnehmer die notwendigen Informationen und Anleitungen erhalten, um wieder einen guten Zahlungsstatus zu erreichen.

Landon Warmund, ein zertifizierter Finanzplaner und Studienkreditexperte bei Reliant Financial Services, kommentierte die Situation: "Kreditnehmer sehnen sich nach Klarheit und Sicherheit bei Studienkrediten. Mit dieser jüngsten Ankündigung kommt noch mehr Unsicherheit hinzu." Die Übertragung an das Finanzministerium könnte diese Bemühungen gefährden, da die Kommunikation mit den Kreditnehmern über mehrere Behörden hinweg erschwert werden könnte.

Obwohl die Verwaltung betont, dass Kreditnehmer vorerst nichts unternehmen müssen und weiterhin mit ihren aktuellen Kreditdienstleistern zusammenarbeiten, stellt die geplante langfristige Übernahme auch von nicht im Zahlungsverzug befindlichen Krediten eine "strukturelle Überholung" dar. Diese Entwicklung könnte für die rund 42 Millionen Amerikaner, die Bundesstudienkredite halten, weitreichende Konsequenzen haben.

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