US-Flugchaos: Wintersturm und Regierungsstillstand legen Luftverkehr lahm

US-Flugchaos: Wintersturm und Regierungsstillstand legen Luftverkehr lahm

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Hunderte von Flügen wurden am Dienstag gestrichen oder verspätet, nachdem heftige Stürme die östliche Hälfte der USA heimgesucht und den Flugverkehr in zahlreichen Städten massiv gestört hatten. Reisende sahen sich zudem mit zusätzlichen Engpässen an den Sicherheitskontrollen der Flughäfen konfrontiert, da ein teilweiser Regierungsstillstand die Personaldecke der Kontrolleure belastet.

Massive Flugausfälle und Verspätungen

Die Störungen erfolgten zu einer bereits herausfordernden Zeit für den Flugverkehr. Am frühen Dienstag wurden laut der Flugverfolgungswebsite FlightAware über 550 Flüge, die in, aus oder innerhalb der USA geplant waren, annulliert und mehr als 460 verspätet.

Bereits am Montag häuften sich Flugverspätungen und -ausfälle an einigen der größten Flughäfen des Landes, darunter in New York, Chicago und Atlanta. Die Gesamtzahl der Annullierungen innerhalb, nach oder aus den USA belief sich am späten Montagnachmittag auf 4.763, die der Verspätungen auf 9.112. Am Sonntag wurden 3.248 Annullierungen und 10.741 Verspätungen verzeichnet.

Die landesweiten Annullierungen am Montag umfassten etwa 600 am Chicago O’Hare International Airport, über 470 am Hartsfield-Jackson International Airport in Atlanta und über 450 am LaGuardia Airport in New York City. Die Federal Aviation Administration (FAA) ordnete aufgrund des schweren Wetters Bodenstopps an den Flughäfen Hartsfield-Jackson und Charlotte Douglas International sowie Bodenverzögerungen an den Flughäfen JFK und Newark Liberty International an.

Doppelte Belastung: Wintersturm trifft auf Regierungsstillstand

Das Sturmsystem, das im Mittleren Westen starke Schneefälle verursachte, zog mit potenziell hohen Winden und Tornados in Richtung Ostküste, wie der Nationale Wetterdienst am Montag warnte. AccuWeather-Meteorologe Adam Douty beschrieb die Situation als "massiven Sturm", der gleichzeitig Winter- und Frühlingsgefahren entfesselt und über 200 Millionen Menschen betreffen könnte.

Die Stürme trafen genau zu dem Zeitpunkt ein, als die Sicherheitskontrolleure an den Flughäfen ihr erstes volles Gehalt seit Beginn des teilweisen Regierungsstillstands verpassten. Dieser Stillstand, der am 14. Februar begann, betrifft ausschließlich das Department of Homeland Security, zu dem auch die Transportation Security Administration (TSA) gehört.

Es ist der dritte Stillstand in weniger als einem Jahr, der TSA-Mitarbeiter vorübergehend ohne Bezahlung lässt. Sobald die Regierung wieder geöffnet ist, müssen die Angestellten auf Nachzahlungen warten.

Auswirkungen auf Reisende und Flughäfen

Die Kombination aus Wetter und Regierungsstillstand führte zu chaotischen Szenen. Kelly Price, die nach einem Familienurlaub in Orlando, Florida, nach Colorado zurückkehren wollte, berichtete, dass ihr Sonntagsflug erst am frühen Montag annulliert wurde. Sie und ihre Familie mussten auf dem Flughafenboden schlafen und konnten erst am Dienstagnachmittag einen neuen Flug buchen.

Danielle Cash fand sich am Sonntag in St. Louis gestrandet, als sie nach einem Wochenendtrip nach Las Vegas nach Hause nach Tampa, Florida, wollte. Sie musste mehrere hundert Dollar mehr als geplant für ein Hotelzimmer in einer verschneiten Stadt ausgeben, für die sie nicht gekleidet war. Ihr neuer Flug sollte sie über Tennessee bis Dienstagnachmittag nach Tampa bringen.

Flughäfen wie der Louis Armstrong International Airport in New Orleans und der Flughafen in Austin, Texas, rieten Reisenden, aufgrund der Auswirkungen des Regierungsstillstands mindestens drei Stunden früher anzureisen. Bilder zeigten massive Menschenmengen und lange Schlangen an den Sicherheitskontrollen.

Die angespannte Lage der TSA-Mitarbeiter

Einige Flughäfen meldeten längere Warteschlangen an den Sicherheitskontrollen aufgrund von Personalengpässen. Mehr TSA-Mitarbeiter nehmen Zweitjobs an, können sich kein Benzin für den Arbeitsweg leisten oder verlassen den Beruf ganz. Das Department of Homeland Security gab an, dass seit Beginn des Stillstands mehr als 300 TSA-Agenten gekündigt haben.

Aaron Barker, ein lokaler Leiter der American Federation of Government Employees, warnte auf einer Pressekonferenz in Atlanta, dass Reisende mit zunehmend längeren Wartezeiten rechnen müssten, sollte der Stillstand andauern. Er betonte, dass viele TSA-Mitarbeiter mit "Räumungsbescheiden, Fahrzeugpfändungen, leeren Kühlschränken und überzogenen Bankkonten" zu kämpfen hätten.

Mel Stewart, der mit seiner Frau vier Stunden früher als üblich am Hartsfield-Jackson Airport ankam, um längere TSA-Schlangen zu kompensieren, äußerte sich frustriert: "Ich denke, es wird viel zu sehr politisiert – viel zu sehr. Und diese Leute arbeiten. Sie arbeiten hart, und dass TSA-Mitarbeiter nicht bezahlt werden, ist lächerlich."

Weitreichende Folgen über den Flugverkehr hinaus

Die extremen Wetterbedingungen betrafen nicht nur den Flugverkehr. Mehr als 266.000 Haushalte und Unternehmen waren am Montag ohne Strom. Im Mittleren Westen wurden Teile von Michigan, Wisconsin und Minnesota von Schneestürmen begraben, während im Mittleren Atlantik hohe Winde und Tornados vorhergesagt wurden.

Sogar das Repräsentantenhaus in Washington verschob Abstimmungen aufgrund von Reiseschwierigkeiten durch das schlechte Wetter. Meteorologen des National Weather Service erklärten, dass dies ein typisches Phänomen für März und April sei, ein "Zusammenprall der Luftmassen", bei dem der Winter im Norden nicht weichen wolle und die Sonne im Süden stärker werde.

Erwähnte Persönlichkeiten