US-Garnelenfischer in der Klemme: Hohe Dieselpreise und Zollerstattungen

US-Garnelenfischer in der Klemme: Hohe Dieselpreise und Zollerstattungen

Aktualisiert:
4 Min. Lesezeit
AI-Generated
Human-verified
Teilen:

Keine Anlageberatung • Nur zu Informationszwecken

Die amerikanische Garnelenfischerei sieht sich mit einer doppelten Belastung konfrontiert: stark steigende Treibstoffkosten und umstrittene Zollerstattungen. Viele Garnelenfischer halten ihre Boote vor der Saison im Hafen, da die wirtschaftliche Lage die Profitabilität massiv beeinträchtigt.

Hohe Treibstoffpreise belasten die Garnelenfischerei

Steigende Dieselpreise, teilweise angetrieben durch geopolitische Spannungen, die die globale Ölversorgung beeinflussen, drücken die Margen der Garnelenfischer erheblich. Vor dem Konflikt passierten etwa 20 % der weltweiten Ölversorgung die Straße von Hormus, die nun effektiv geschlossen ist. Joseph Rodriguez, ein Garnelenbootbesitzer aus Bayou La Batre, Alabama, betont: "Wir sind definitiv vom Treibstoffpreis abhängig, den wir überhaupt nicht kontrollieren können."

Ein Gallone Diesel kostete laut AAA am Dienstag durchschnittlich 5,46 US-Dollar, etwa 2 US-Dollar mehr als im Vorjahr. Rodriguez' Boot, die "Little Andrew", verbrauchte auf einer 37-tägigen Fahrt kürzlich etwa 12.000 Gallonen Diesel. Die Southern Shrimp Alliance (SSA) berichtet, dass Treibstoffkosten "routinemäßig mehr als 50 %" der gesamten Betriebskosten der Garnelenfischer ausmachen. Die SSA warnt, dass erhöhte Preise den Zugang zu nachhaltigen Garnelenbeständen vor der US-Küste einschränken könnten.

Einige Garnelenfischer nutzen die Ausfallzeiten, um ihre Schiffe zu reparieren, während sie auf sinkende Treibstoffpreise warten. Rodriguez unterstützt US-Angriffe im Iran und erwartet, dass die Treibstoffpreise fallen werden, wenn die Straße von Hormus wieder geöffnet wird. Er äußerte die Meinung: "Ich glaube, die Treibstoffpreise werden in sehr naher Zukunft wieder auf ein für uns überschaubares Niveau zurückkehren." Die Auswirkungen hoher Treibstoffkosten zeigen sich auch in anderen Sektoren, wie Air Canada, das wichtige US-Routen streicht, und Warnungen des Chevron-CEOs vor einer Verschärfung der Belastung im Luftfahrtsektor.

Kontroverse um Zollerstattungen für Importeure

Zusätzlich zu den Treibstoffkosten bereiten den Garnelenfischern Zollerstattungen nach einem Urteil des Obersten Gerichtshofs Sorgen. Im Februar entschied der US Supreme Court, dass die von Präsident Trump verhängten Zölle auf US-Importeure unrechtmäßig waren. Die SSA gibt an, dass die USA 902,7 Millionen US-Dollar an Zolleinnahmen auf importierte Garnelen erzielt haben. Diese Gelder werden nun an ausländische Unternehmen zurückerstattet, obwohl amerikanische Garnelenfischer fordern, dass das Geld den heimischen Produzenten zugutekommt.

Branchengruppen argumentieren, dass die Rückerstattungen unverhältnismäßig stark ausländische Lieferanten begünstigen. Laut SSA sollen fast 450 Millionen US-Dollar der Rückerstattungen allein nach Indien fließen. Joseph Rodriguez fordert: "Sie sollten es in eine Art Fonds stecken, um heimische Garnelenfischer in irgendeiner Weise zu unterstützen." Er weist auf die Konkurrenz mit Ländern wie China hin und appelliert an die Verbraucher, amerikanische Garnelen zu kaufen, was er als die "größte Hoffnung" der Branche bezeichnet. Rodriguez behauptet zudem, importierte Garnelen hätten ein höheres Kontaminationsrisiko durch Krankheitserreger oder Tierarzneimittel.

Milliardenrückzahlungen und die Rolle der Verbraucher

Insgesamt sind amerikanischen Importeuren 166 Milliarden US-Dollar plus Zinsen an Zollerstattungen geschuldet, nachdem der Oberste Gerichtshof die meisten Zölle von Präsident Donald Trump im Februar für ungültig erklärt hatte. Importeure können diese Rückerstattungen über ein neues Portal der US Customs and Border Protection (CBP) beantragen.

Michael Hicks, Professor für Wirtschaftswissenschaften an der Ball State University, erklärt, dass die ausländischen Unternehmen, die Produkte in die USA brachten, keine Preisänderungen vornahmen und somit nicht von den Zöllen betroffen waren. Stattdessen trugen letztendlich die heimischen Firmen und zu über 90 Prozent die amerikanischen Verbraucher die Preiserhöhungen, die mit den Zöllen verbunden waren. Das Problem der aktuellen Steuerrückerstattung ist, dass sie an die Importeure geht, die die Zölle an die Regierung gezahlt haben, nicht aber direkt an die amerikanischen Verbraucher.

Hicks erwartet, dass die importierenden Firmen die Rückerstattungen größtenteils behalten werden, auch wenn es zu einigen Rabatten an Unternehmen kommen könnte, die von Importeuren gekauft haben. Die CBP schätzt, dass Rückerstattungen innerhalb von 60 bis 90 Tagen nach Genehmigung erfolgen, aber es könnte länger dauern. Hicks äußerte sich skeptisch, ob die Rückerstattungen schnell und effektiv ausgezahlt werden, da die CBP derzeit ohne Führung ist. Er merkt jedoch an, dass die Wahrscheinlichkeit von Betrug gering ist, wenn die Importeure alle Steuerdokumente und Belege aufbewahrt haben.

Erwähnte Persönlichkeiten