US-Gericht kippt Trumps IEEPA-Zölle: Milliarden-Rückerstattungen erwartet

US-Gericht kippt Trumps IEEPA-Zölle: Milliarden-Rückerstattungen erwartet

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Der Oberste Gerichtshof der USA hat die weitreichenden Zölle von Präsident Trump, die unter dem International Emergency Economic Powers Act (IEEPA) verhängt wurden, für unzulässig erklärt. Diese wegweisende Entscheidung verspricht US-Unternehmen und Verbrauchern, die bisher den Großteil der Kosten trugen, erhebliche Erleichterungen und potenzielle Rückerstattungen.

Oberstes Gericht kippt Trumps IEEPA-Zölle

Am Freitag hat der Oberste Gerichtshof der USA in einer 6:3-Entscheidung die weitreichenden Zölle von Präsident Trump für unzulässig erklärt. Das Gericht befand, dass Trump seine Befugnisse gemäß dem International Emergency Economic Powers Act (IEEPA) von 1977 überschritten hat. Diese Entscheidung blockiert Trumps Möglichkeit, Zölle unter dem IEEPA zu nutzen, um Zugeständnisse von Handelspartnern zu erzwingen.

Chief Justice John Roberts betonte in der Mehrheitsmeinung, dass die Verfassung "keinen Teil der Steuerbefugnis der Exekutive übertragen" habe. Die Richter äußerten Skepsis gegenüber der Argumentation der Regierung, dass Zölle keine Steuern seien. Justice Sonia Sotomayor merkte an: "Sie wollen sagen, Zölle sind keine Steuern, aber genau das sind sie."

Die Entscheidung betrifft die meisten Zölle, die Trump seit dem 5. April 2025 auf fast alle US-Handelspartner verhängt hatte. Diese umfassten Zölle von 10 % und höher, die zur Bewältigung der "wirtschaftlichen Notlage" anhaltender US-Handelsdefizite und des Drogenflusses, insbesondere von Fentanyl, eingeführt wurden. Betroffen sind Zölle auf Importe aus Ländern wie Mexiko, Kanada, China und Brasilien. Nicht betroffen sind hingegen Zölle auf Stahl, Aluminium, Autos und Autoteile, die unter anderen, etablierten Handelsgesetzen verhängt wurden.

Erleichterung für US-Unternehmen und Verbraucher

Die Entscheidung des Obersten Gerichtshofs wird von vielen US-Geschäftsinhabern als große Erleichterung empfunden. Sie erwarten niedrigere Kosten und potenziell Rückerstattungen bereits gezahlter Zölle. Die Unsicherheit über den rechtlichen Status der IEEPA-Zölle hatte einige Unternehmen dazu gezwungen, Importe zu stoppen.

Beth Benike, Mitbegründerin von Busy Baby, einem Hersteller von Baby-Esszubehör, berichtete, dass sie den Versand von Produkten aus China wegen der Zölle gestoppt hatte. Sie stand vor der Wahl, entweder zusätzliche 48.000 US-Dollar an Zöllen zu zahlen oder die Entscheidung des Gerichts abzuwarten. Rachel Rozner, Inhaberin des Elden Street Tea Shop, deren Produkte hauptsächlich aus China, Indien, Japan und Nepal stammen, sprach von einem "astronomischen" Unterschied für ihr Geschäft.

Eine Analyse der Federal Reserve Bank of New York ergab, dass US-Unternehmen und Verbraucher im Jahr 2025 fast 90 % der Trump-Zölle trugen. Der durchschnittliche Zollsatz auf alle Importe lag bei etwa 17 %, einschließlich der IEEPA-Zölle, so das überparteiliche Tax Policy Center.

Milliardenrückerstattungen erwartet – mit Vorbehalten

Scott Lincicome vom Cato Institute, einem überparteilichen Think Tank, erklärte, dass das Urteil die "größten und schlimmsten der Trump-Zölle von 2025" aufhebt und "fast sicher die Rückerstattung bereits erhobener Zölle erfordert". Das Finanzministerium hatte im Jahr 2025 Zölle in Höhe von 287 Milliarden US-Dollar eingenommen, ein Anstieg von 192 % gegenüber dem Vorjahr.

Bis Mitte Dezember wurden schätzungsweise 130 Milliarden US-Dollar an IEEPA-Zöllen erhoben. Ökonomen der PNC Financial Services Group schätzen, dass die gesamten Rückerstattungen für Unternehmen bis zu 150 Milliarden US-Dollar erreichen könnten. Beth Benike erwartet eine vollständige Rückerstattung, befürchtet jedoch, dass sie die Preise erhöhen müsste, falls dies nicht der Fall wäre, was die Verbraucher zusätzlich belasten würde.

Experten warnen jedoch vor möglichen Verzögerungen bei den Rückerstattungen. Analysten von Morgan Stanley gehen davon aus, dass es "einige Monate dauern würde, bis die Rückerstattungen beginnen, und noch länger, wenn die Verteilung auf erhebliche rechtliche Herausforderungen stößt". Rachel Rozner äußerte Bedenken, dass sie das Geld möglicherweise nie sehen könnte und dass nicht alle Unternehmen gleichermaßen von Rückerstattungen profitieren würden.

Trumps nächste Schritte: Alternativen zu den gekippten Zöllen

Präsident Trump hat bereits angekündigt, andere Wege zu finden, um Zölle aufrechtzuerhalten, obwohl die Alternativen weniger weitreichend und zeitlich stärker begrenzt sind als das IEEPA. Seine Regierung hatte sich auf die Möglichkeit vorbereitet, dass das Oberste Gericht die Zölle aufheben könnte. Das Büro des US-Handelsbeauftragten schloss in den letzten Monaten schnell Handelsabkommen mit wichtigen Partnern wie Indien, Indonesien, Taiwan und Vietnam ab, die eine Erhöhung der Energie- und anderer Importe aus den USA vorsehen.

Als mögliche Alternativen stehen der Trump-Administration mehrere Gesetze zur Verfügung:

  • Section 301 des Trade Act von 1974: Ermöglicht dem Präsidenten die Verhängung länderspezifischer Zölle bei unfairen Handelspraktiken. Diese Zölle unterliegen jedoch Einschränkungen und können nicht auf alle ausländischen Importe angewendet werden. Die Ersetzung der IEEPA-Zölle durch diese Maßnahmen könnte zudem viele Monate in Anspruch nehmen.
  • Section 232 des Trade Expansion Act von 1962: Erlaubt dem Präsidenten die Verhängung von Zöllen zum Schutz der nationalen Sicherheit, basierend auf einer Untersuchung des Handelsministeriums.
  • Section 122 des Trade Act von 1974: Ermöglicht die Verhängung von Zöllen von bis zu 15 % zur Behebung von Zahlungsbilanzproblemen. Diese Zölle können jedoch nur für einen Zeitraum von 150 Tagen verhängt werden, und Verlängerungen würden die Zustimmung des Kongresses erfordern.

Wirtschaftliche Auswirkungen und politische Debatte

Die Entscheidung des Obersten Gerichtshofs ist ein erheblicher Rückschlag für Trumps aggressive Wirtschaftspolitik und seine weitreichende Behauptung der Exekutivgewalt. Während der Präsident behauptete, Zölle würden die US-Bundeskassen füllen und die US-Industrie beleben, warnten Ökonomen wiederholt, dass sie die Preise für Amerikaner nach Jahren erhöhter Inflation weiter in die Höhe treiben könnten.

Trump hatte die Zölle als entscheidend für seine Außenpolitik und die Generierung von Bundeseinnahmen dargestellt. Er betonte, dass die Entscheidung des Gerichts einen "seismischen Effekt" auf die USA haben würde und den "Unterschied zwischen Bankrott und Wohlstand" bedeute. Die Debatte über die Rolle von Zöllen und die Befugnisse des Präsidenten in der Handelspolitik wird voraussichtlich weitergehen.

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