
US-Gesetz: BETS OFF Act will Prognosemärkte stark regulieren
ℹKeine Anlageberatung • Nur zu Informationszwecken
Zwei US-Gesetzgeber auf dem Capitol Hill streben eine umfassende Regulierung von Prognosemärkten an. Sollte ihr Vorhaben erfolgreich sein, könnten Wetten auf Ereignisse wie die Oscars oder die Super Bowl Halftime Show bald illegal sein. Der Gesetzesentwurf zielt darauf ab, Verbraucher vor potenzieller Manipulation zu schützen und die Integrität sensibler Bereiche zu wahren.
Neue Regulierung für Prognosemärkte in Sicht
Der demokratische Abgeordnete Greg Casar aus Texas und der demokratische Senator Chris Murphy aus Connecticut haben am Dienstag einen Gesetzesentwurf vorgestellt, der eine Reihe von Prognosemärkten verbieten würde, die derzeit von Plattformen wie Kalshi und Polymarket angeboten werden. Casar betonte die Notwendigkeit des Verbraucherschutzes: "Wenn Sie darauf wetten, wer bei der Super Bowl Halftime Show auftritt, und Ihr Geld an jemanden verlieren, der die Antwort kannte, werden Sie abgezockt." Senator Murphy ergänzte: "Würde die Regierung die Verbraucher nicht vor Märkten schützen, die transparent manipuliert wurden? Diejenigen, die in diesen Märkten profitieren, sind immer die Mächtigen."
Der "BETS OFF Act": Was er verbieten würde
Der Gesetzesentwurf mit dem Titel "Banning Event Trading on Sensitive Operations and Federal Functions (BETS OFF) Act" würde den Handel auf Prognosemärkten für folgende Kategorien untersagen:
- Terrorismus, Attentate und Krieg
- Nicht-finanzielle Regierungsaktionen im Allgemeinen
- Ereignisse, bei denen Einzelpersonen den Ausgang kennen oder kontrollieren können
Bei einer Pressekonferenz am Dienstag konzentrierten sich Murphy und Casar hauptsächlich auf die Gefahren, die das Wetten auf Regierungsaktionen, einschließlich eines Krieges im Iran, mit sich bringt. Murphy äußerte sich "ehrlich gesagt verblüfft", dass es legal sei, Prognosemärkten zu erlauben, Wetten auf so bedeutsame Fragen wie Krieg und Frieden abzuschließen.
Bedenken der Gesetzgeber: Manipulation und Verbraucherschutz
Trotz der wachsenden Popularität von Wetten auf kulturelle Ereignisse zeigten sich die Gesetzgeber gegenüber Business Insider unbesorgt, sich auf die falsche Seite der öffentlichen Meinung zu stellen. Sie sind überzeugt, dass diese Märkte anfällig für Korruption und Manipulation sind. Casar erklärte: "Wenn Menschen ihr Telefon in die Hand nehmen und diese Prognosemärkte sehen, erwarten sie, dass es Regeln gibt, die sicherstellen, dass das Spiel nicht gegen sie manipuliert wird." Er glaubt, dass die Wähler sie unterstützen würden, um sicherzustellen, dass man nicht an einem "manipulierten Pokerspiel" teilnimmt.
Beliebtheit kultureller Wetten trotz Kritik
Der Handel mit Ereignissen wie Preisverleihungen und anderen kulturellen Veranstaltungen hat in den letzten Jahren an Popularität gewonnen. Laut Kalshi wurden in diesem Jahr über 105 Millionen US-Dollar auf die Oscars gewettet, ein deutlicher Anstieg gegenüber den rund 30 Millionen US-Dollar im Vorjahr. Diese Zahlen zeigen das große Interesse der Öffentlichkeit an solchen Prognosemärkten.
Unterschiedliche Ansätze der Plattformen
Angesichts der zunehmenden Kontrolle hat Kalshi betont, dass seine Regeln Insiderhandel verbieten. Das Unternehmen gab kürzlich bekannt, Maßnahmen gegen einen MrBeast-Videoeditor wegen Insiderhandels ergriffen zu haben. Polymarket hingegen verfolgt einen eher lockeren Ansatz. Da es sich um eine internationale Plattform handelt, die ihre US-Märkte noch nicht vollständig eingeführt hat, gelten amerikanische Vorschriften nicht immer. Der Gesetzesentwurf von Murphy und Casar zielt darauf ab, dies zu ändern, indem bestehende Gesetze angepasst werden, um Zahlungen an Offshore-Prognosemarkt-Plattformen zu blockieren und strafrechtliche Sanktionen für Personen zu verhängen, die diese im Inland bewerben.
Breitere Debatte um Glücksspiel und Prognosemärkte
Die Diskussion um Prognosemärkte findet in einem breiteren Kontext statt, in dem auch illegales Glücksspiel stärker ins Visier genommen wird. In den USA wurden diese Woche mehrere Gesetzesentwürfe gegen illegales Glücksspiel vorangetrieben. Indiana hat beispielsweise Sweepstakes Casinos offiziell verboten, während Florida und Hawaii Maßnahmen zur Bekämpfung illegaler Glücksspielaktivitäten ergriffen haben.
Interessanterweise vertritt Michael Selig, Vorsitzender der Commodity Futures Trading Commission (CFTC), eine andere Position. Er sieht Prognosemärkte als eine Möglichkeit für "normale Amerikaner", Risiken zu managen und den Zugang zu Derivatemärkten zu demokratisieren. Selig schlug als Beispiel vor, dass kranke Personen auf die Wahrscheinlichkeit des Bestehens einer Medikamentenstudie wetten könnten, um potenzielle zukünftige Behandlungskosten zu decken. Kritiker sehen dies jedoch als weit hergeholten und potenziell "dystopischen" Anwendungsfall, der kranke Menschen in zusätzliche finanzielle Risiken treiben könnte, anstatt ihnen zu helfen.
Ausblick auf die Zukunft der Prognosemärkte
Der "BETS OFF Act" könnte die Landschaft der Prognosemärkte in den Vereinigten Staaten grundlegend verändern. Durch die geplante Verschärfung der Regulierung und die Ausweitung der Strafverfolgung auf Offshore-Plattformen und deren Promoter versuchen die Gesetzgeber, die Integrität dieser Märkte zu gewährleisten und den Verbraucherschutz zu stärken. Es bleibt abzuwarten, wie sich dieser Gesetzesentwurf auf die Branche und die Nutzer auswirken wird.