US-Gesetz gegen Preisabsprachen: Schutz für kleine Unternehmen und Lieferdienste
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Ein neuer Gesetzesentwurf im US-Kongress, der "Fair Prices for Local Businesses Act", zielt darauf ab, unfaire Preisabsprachen zwischen großen Unternehmen und Lieferanten zu unterbinden. Er soll kleine Unternehmen schützen und die Wettbewerbsbedingungen fairer gestalten, indem er auch Dienstleistungen wie Essensliefer-Apps einbezieht.
Neues Gesetz gegen Preisabsprachen im Fokus
Der "Fair Prices for Local Businesses Act" wird von dem demokratischen Senator Chris Murphy aus Connecticut eingebracht. Dieser Vorschlag soll bestehende Gesetze stärken, die verhindern sollen, dass große Unternehmen bessere Konditionen mit Lieferanten aushandeln als ihre kleineren Konkurrenten. Senator Murphy erklärte dazu: "Seit Jahrzehnten durften Konzerne das Gesetz brechen und das System manipulieren, um kleine Unternehmen für exakt dieselben Produkte höhere Preise zahlen zu lassen."
Der Gesetzesentwurf würde sowohl kleinen Unternehmen als auch Bundesregulierungsbehörden "eine größere Auswahl an rechtlichen Instrumenten zur Bestrafung von Konzernen" an die Hand geben, wenn diese solche Deals abschließen. Ziel ist es, die Wettbewerbsbedingungen fairer zu gestalten und die Marktmacht großer Akteure zu begrenzen.
Historischer Kontext: Der Robinson-Patman Act
Murphys Gesetzesentwurf ist eine Aktualisierung des Robinson-Patman Act, der bereits 1936 in Kraft trat. Dieses Gesetz sollte ursprünglich verhindern, dass Großhändler unterschiedliche Preise für die gleichen Waren an verschiedene Unternehmen berechnen.
Laut Small Business Rising, einer Koalition von etwa zwei Dutzend Handelsgruppen, haben "rechtliche Schlupflöcher, enge Auslegungen und belastende Anforderungen die Durchsetzung dieses wichtigen Gesetzes erschwert." Der neue Entwurf soll diese Schwachstellen beheben und eine effektivere Anwendung ermöglichen.
Der Fall PepsiCo und Walmart
Der Vorstoß von Senator Murphy kommt nach einer Klage der Federal Trade Commission (FTC), die letztes Jahr entsiegelt wurde. Die Klage warf dem Getränke- und Snackhersteller PepsiCo vor, Walmart dabei geholfen zu haben, seine Konkurrenten zu unterbieten. Obwohl es üblich und legal ist, dass Lieferanten großen Einzelhändlern Mengenrabatte gewähren, ging PepsiCo laut FTC weiter.
Das Unternehmen soll die Preise der Konkurrenten von Walmart für seine Produkte verfolgt und versucht haben, die Preise in diesen Geschäften zu erhöhen, um Walmarts Marktposition zu verteidigen. Die Klage, die während der Biden-Regierung eingereicht wurde, wurde nach Beginn der zweiten Amtszeit von Präsident Donald Trump fallen gelassen. Walmart und PepsiCo hatten zuvor erklärt, ihre Handlungen seien gesetzeskonform gewesen und zielten darauf ab, den Kunden niedrige Preise anzubieten. Murphys Gesetzesentwurf soll zukünftig ähnliche Kooperationen zwischen großen Einzelhandelsketten und ihren Produktlieferanten verhindern.
Auswirkungen auf Lieferdienste wie Uber Eats
Der Gesetzesentwurf würde dieselben Schutzmaßnahmen auch auf Dienstleistungen wie Essensliefer-Apps, darunter Uber Eats und DoorDash, ausweiten. Dies soll verhindern, dass diese Plattformen ähnliche Deals mit großen Ketten gegenüber kleineren Konkurrenten abschließen. Eine Zusammenfassung des Gesetzesentwurfs von Murphys Büro besagt: "Lokale Geschäfte und Restaurants würden keine höheren Kosten mehr für Dienstleistungen wie Liefer-Apps, Kassensysteme und Kreditkarten-Gebühren zahlen."
Bislang haben die Bundeskartellbehörden keine Preismanipulationsvorwürfe gegen Liefer-Apps erhoben. Uber Eats, das Anfang des Monats eine Erhöhung seiner Gebühren ankündigte, verlangt beispielsweise bis zu 30 % pro Bestellung.
Politische Hürden und breite Unterstützung
Um im GOP-geführten Senat verabschiedet zu werden, benötigt Murphys Gesetzesentwurf die Unterstützung mehrerer republikanischer Senatoren. Er hat jedoch bereits Zuspruch von Gruppen erhalten, die sich für kleine Unternehmen einsetzen.
Dazu gehört Small Business Rising, eine Koalition von etwa zwei Dutzend Handelsgruppen. Zu diesen Gruppen zählen unter anderem die Independent Restaurant Coalition und die Independent Natural Food Retailers Association, die den Gesetzesentwurf unterstützen.