
US-Gesundheitsreform: Republikaner ringen um ACA-Steuergutschriften
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Über 20 Millionen Amerikaner könnten Ende des Jahres mit stark steigenden Krankenversicherungsprämien konfrontiert werden, da die Steuergutschriften des Affordable Care Act (ACA) auslaufen. Im US-Repräsentantenhaus ringen die Republikaner um einen Konsens für eine Gesetzgebung, die diese Kostenexplosion abwenden soll, während die Zeit drängt.
Drohende Kostenexplosion bei Krankenversicherungsprämien
Ohne eine Verlängerung der ACA-Steuergutschriften wird ein durchschnittlicher Anstieg der Prämienkosten um mehr als 1.000 US-Dollar jährlich erwartet, so das Center on Budget and Policy Priorities. Eine Schätzung von KFF prognostiziert, dass sich die jährlichen Prämien von durchschnittlich 888 US-Dollar im Jahr 2025 auf 1.904 US-Dollar im Jahr 2026 mehr als verdoppeln könnten. Diese Entwicklung betrifft Millionen von US-Bürgern direkt in ihrem Geldbeutel.
Republikaner ringen um Konsens und Reformen
Die republikanische Führung im Repräsentantenhaus hat angekündigt, in der kommenden Woche über Gesetzesentwürfe abzustimmen, die die steigenden Krankenversicherungsprämien adressieren sollen. Details zu den geplanten Maßnahmen wurden jedoch bisher kaum veröffentlicht. Der Mehrheitsführer des Repräsentantenhauses, Steve Scalise, erklärte am Mittwoch, man werde "eine Reihe" von Gesetzentwürfen zur Abstimmung stellen, bei denen "Konsens" bestehe.
Scalise betonte, dass es noch Bereiche ohne volle Einigung gebe, an denen man Anfang nächsten Jahres weiterarbeiten werde. Er versprach jedoch, dass die Abstimmungen ab nächster Woche darauf abzielen würden, die Prämien für "100 % der Amerikaner" zu senken. Republikaner beider Kammern lehnen eine "reine Verlängerung" der Steuergutschriften ab und fordern stattdessen Reformen zur Eindämmung von Betrug und zur Einführung von Einkommensgrenzen für Begünstigte. Der republikanische Abgeordnete Mike Flood aus Nebraska stellte klar: "Es gibt keine Möglichkeit, dass Mitglieder der republikanischen Konferenz des Repräsentantenhauses eine reine Verlängerung vornehmen werden."
Demokraten fordern Verlängerung der Steuergutschriften
Die Demokraten halten an ihrer Forderung nach einer dreijährigen Verlängerung der Steuergutschriften fest. Der Minderheitsführer des Repräsentantenhauses, Hakeem Jeffries, hat versucht, eine Abstimmung über dieses Thema zu erzwingen, doch eine Entlastungspetition, die die republikanische Führung umgehen würde, benötigt die Unterstützung von mindestens vier republikanischen Abgeordneten. Jeffries ist überzeugt, dass eine dreijährige Verlängerung die "größte Anzahl von Stimmen" in beiden Kammern des Kongresses anziehen würde.
Im Senat wird am Donnerstag über eine dreijährige Verlängerung abgestimmt, wobei jedoch die erforderlichen 13 republikanischen Stimmen als unwahrscheinlich gelten. Auch ein republikanischer Vorschlag ohne Verlängerung wird im Oberhaus zur Abstimmung gestellt.
Bipartisaner Ansatz zur Überwindung des Stillstands
Angesichts des politischen Stillstands versuchen moderate Abgeordnete beider Parteien, überparteiliche Lösungsansätze zu finden. Ein Vorschlag der Abgeordneten Josh Gottheimer (Demokrat, New Jersey) und Jen Kiggans (Republikanerin, Virginia) sieht eine einjährige Verlängerung der Steuergutschriften mit Einkommensgrenzen vor. Ein zweites Jahr würde "bedeutendere Reformen" beinhalten, darunter die Abschaffung von 0-Dollar-Prämien, mit bedarfsgerechten Ausnahmen. Befürworter dieser Reform argumentieren, dass Pläne ohne Prämienzahlungen die Versicherungsunternehmen dazu anreizen, Kunden oft ohne deren Wissen anzumelden, um die Steuergutschrift zu kassieren.
Ein weiterer überparteilicher Vorschlag wird vom republikanischen Abgeordneten Brian Fitzpatrick aus Pennsylvania angeführt. Dieser Plan sieht eine Verlängerung der Steuergutschriften bis 2027 mit einer Einkommensobergrenze vor. Er würde zudem den Zugang zu Gesundheitssparkonten erweitern und eine kleine monatliche Prämie für Begünstigte mit dem niedrigsten Einkommen einführen. Fitzpatrick betonte, dass sein Plan überparteilichen Input aus Repräsentantenhaus und Senat sowie Feedback vom Weißen Haus erhalten habe. Er erwägt auch, eine Entlastungspetition zu nutzen, um seinen Gesetzentwurf zur Abstimmung zu bringen, sollte dies als letzter Ausweg notwendig sein.