US-Gouverneure verbieten Insiderhandel auf Vorhersagemärkten für Staatsbedienstete

US-Gouverneure verbieten Insiderhandel auf Vorhersagemärkten für Staatsbedienstete

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Gouverneure in den USA gehen verstärkt gegen potenziellen Insiderhandel auf Vorhersagemärkten vor. Zuletzt unterzeichnete New Yorks Gouverneurin Kathy Hochul eine Durchführungsverordnung, die Staatsbediensteten den Handel mit vertraulichen Informationen auf Plattformen wie Kalshi und Polymarket untersagt. Diese Maßnahmen sollen Korruption verhindern und die Integrität des öffentlichen Dienstes wahren.

Neue Regeln gegen Insiderhandel auf Vorhersagemärkten

Am Mittwoch unterzeichnete New Yorks Gouverneurin Kathy Hochul eine wegweisende Durchführungsverordnung. Diese zielt darauf ab, Staatsbediensteten den Insiderhandel auf Vorhersagemarkt-Plattformen wie Kalshi und Polymarket zu verbieten. Hochul erklärte dazu in einem Statement: „Sich durch Wetten auf Insiderinformationen zu bereichern, ist schlicht und einfach Korruption.“ Sie betonte weiter: „Unsere Maßnahmen werden sicherstellen, dass Beamte für die Menschen arbeiten, die sie vertreten, und nicht für ihre persönliche Bereicherung.“

Hochul ist die dritte Gouverneurin, die gegen Insiderhandel auf Vorhersagemärkten vorgeht. Zuvor hatte Gouverneur JB Pritzker aus Illinois am Dienstag eine ähnliche Anordnung unterzeichnet. Ende März erließ auch Gouverneur Gavin Newsom aus Kalifornien eine entsprechende Verfügung. Die Büros der Gouverneure erklärten, dass diese Anordnungen auf bestehenden Ethikgesetzen aufbauen, die die Nutzung staatlicher Ämter zum persönlichen Vorteil untersagen.

Jede dieser Durchführungsverordnungen verbietet Staatsbediensteten zudem, Insiderinformationen an Dritte weiterzugeben, um diesen Gewinne zu ermöglichen. Die Anordnungen untersagen es den betroffenen Beamten und Angestellten, vertrauliche Informationen, die sie im Rahmen ihrer offiziellen Aufgaben erworben haben, zur Förderung ihrer persönlichen finanziellen Interessen auf diesen Märkten zu nutzen.

Was sind Vorhersagemärkte und warum die Sorge?

Vorhersagemärkte ermöglichen es Einzelpersonen, Wetten auf die Ergebnisse realer Ereignisse zu platzieren. Dazu gehören sowohl große Ereignisse wie militärische Aktivitäten, Wahlergebnisse oder die Schwere von Naturkatastrophen. Aber auch obskure und manipulierbare Ereignisse wie Wetten auf die Kleidung von Amtsträgern bei Auftritten oder die Anzahl der Social-Media-Beiträge einer Person sind möglich.

Die verstärkten Maßnahmen kommen inmitten öffentlicher Bedenken hinsichtlich des Potenzials für Insiderhandel auf diesen Plattformen. Obwohl bisher keine harten Beweise für Insiderhandel durch Regierungsbeamte ans Licht gekommen sind, könnten Staatsbedienstete Zugang zu nicht-öffentlichen Informationen haben. Solche Informationen könnten bestimmte Vorhersagemärkte beeinflussen, insbesondere jene, die auf Regierungsmaßnahmen basieren.

Sowohl Kalshi als auch Polymarket haben erklärt, das Problem ernst zu nehmen. Beide Plattformen haben kürzlich Maßnahmen zur Bekämpfung des Insiderhandels implementiert.

Beispiele und weitere Maßnahmen

Die öffentliche Kontrolle über die Rolle von Vorhersagemärkten und die Notwendigkeit weiterer Regulierungen dieser aufstrebenden Branche nimmt zu. Kürzlich wurden massive Gewinne nach Wetten erzielt, die auf Maßnahmen der Bundesregierung platziert wurden, was Bedenken hinsichtlich Korruptionsschutz und Selbstbereicherung aufkommen ließ. Im Januar machte ein anonymer Händler über 400.000 US-Dollar mit einer Wette, dass Nicolas Maduro bald nicht mehr im Amt sein würde.

Berichte dokumentierten zudem über eine Milliarde US-Dollar an "perfekt getimten" Wetten im Zusammenhang mit dem anhaltenden Krieg im Iran. Diese Wetten betrafen unter anderem den Ort und Zeitpunkt militärischer Angriffe sowie den Status der Straße von Hormus.

Auch das Weiße Haus warnte seine Mitarbeiter kürzlich vor Wetten auf Vorhersagemärkten inmitten des Krieges im Iran. Einige Gesetzgeber auf dem Capitol Hill haben ihren Mitarbeitern den Handel auf Vorhersagemärkten bereits untersagt oder erwägen ein solches Verbot. Die New Yorker Glücksspielkommission sandte Kalshi im Oktober eine Unterlassungsaufforderung. Der Vorwurf war der illegale Betrieb einer nicht lizenzierten mobilen Sportwettenplattform im Bundesstaat New York.

New Yorks Vorreiterrolle und die Auswirkungen

Mit ihrer Durchführungsverordnung baut New York auf dem bestehenden Ethikkodex des Bundesstaates auf. Sie schafft nach eigenen Angaben die landesweit stärksten Schutzmaßnahmen gegen Insiderhandel und öffentliche Korruption auf Vorhersagemärkten. Gouverneurin Hochul kommentierte die Situation auch politisch: „Während Donald Trump und die Republikaner in D.C. ein Auge zudrücken vor dem ethischen Wilden Westen, den sie geschaffen haben, tritt New York vor, um mit gutem Beispiel voranzugehen und Insiderhandel auszumerzen.“

Die Bestimmungen dieser Durchführungsverordnung treten mit sofortiger Wirkung in Kraft. Sie unterstreichen das Engagement des Staates New York, die Integrität des öffentlichen Dienstes zu schützen und das Vertrauen der Bürger zu stärken.

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