
US-Handelszölle: Moynihan sieht De-Eskalation bei 15 Prozent
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Die US-Handelspolitik, die im vergangenen Jahr für erhebliche Unsicherheit bei Unternehmen sorgte, zeigt laut Brian Moynihan, CEO der Bank of America, Anzeichen einer De-Eskalation. Die Zölle scheinen sich für viele Länder bei durchschnittlich 15 Prozent einzupendeln, was eine gewisse Klarheit für die Geschäftsplanung schafft.
Handelszölle: Eine neue Normalität von 15 Prozent?
Nachdem Präsident Donald Trump nach seiner Rückkehr ins Amt einen Basiszoll von 10 Prozent auf Importe eingeführt hatte, herrschte bei kleinen und mittleren Unternehmen zunächst "ein Mangel an Verständnis darüber, wo dies enden würde", so Moynihan in der CBS News Sendung "Face the Nation", die am Sonntag ausgestrahlt wurde. Diese Unsicherheit habe Planungs- und Kaufentscheidungen erheblich gestört.
Die interne Prognose der Bank of America deutet nun jedoch auf eine breite Zolluntergrenze hin. Moynihan zufolge haben sich die Zölle im Zuge der Verhandlungen für viele Länder bei etwa 15 Prozent eingependelt. Höhere Sätze seien für jene Länder vorgesehen, die sich weigern, US-Waren zu kaufen oder nichttarifäre Handelshemmnisse abzubauen.
Moynihan kommentierte den Übergang von einem pauschalen 10-Prozent-Zoll zu 15 Prozent für die breite Masse der Länder als "keinen riesigen Einfluss". Er fügte hinzu: "Und das ist es, wo unser Team sagt, dass es anfängt zu de-eskalieren." Bloomberg Economics schätzte, dass der durchschnittliche US-Zollsatz nach Trumps Rückkehr ins Weiße Haus von 2 Prozent auf 14 Prozent gestiegen war.
Ausnahmen und Sonderfälle im globalen Handel
Trotz der allgemeinen De-Eskalation gibt es laut Moynihan weiterhin spezifische Ausnahmen. China stellt einen "anderen Fall" dar, da hier nationale Sicherheitsinteressen, seltene Erden, Magnete, Batterien und künstliche Intelligenz eine Rolle spielen.
Auch der nordamerikanische Handel wird separat betrachtet. Das USMCA-Abkommen (USA-Mexiko-Kanada), das im nächsten Jahr überprüft werden soll, sei ebenfalls ein "anderer Fall". Moynihan betonte jedoch: "Aber im Großen und Ganzen in der Welt, kann man hier eine Art Endpunkt sehen."
Herausforderungen für kleine und mittlere Unternehmen
Die anfängliche Unsicherheit durch höhere Zölle traf kleine Unternehmen im zweiten Quartal des Jahres 2025 hart. Obwohl sich die Zinssätze im vergangenen Jahr entspannt haben, sind die Zölle für kleinere Firmen derzeit nicht die größte Sorge.
Vielmehr bereitet ihnen der Zugang zu Arbeitskräften Kopfzerbrechen. Moynihan erklärte: "Ihr Problem ist im Moment eher: Kann ich die Arbeitskräfte bekommen, die ich brauche, um die Verträge zu bieten, um die Arbeit zu erledigen, die ich mache?" Er verwies auf die Einwanderungspolitik als eine Quelle der Besorgnis, da diese "noch nicht geklärt" sei und Unternehmen einfach "die Antwort" bräuchten.
Wirtschaftliche Lage und Konsumverhalten in den USA
Abseits der Handelspolitik gab Moynihan auch Einblicke in die allgemeine Wirtschaftslage. Die Ausgaben über das Thanksgiving-Wochenende, den Black Friday und Cyber Monday sowie im November und Anfang Dezember 2025 stiegen im Vergleich zum Vorjahr um 4 bis 4,5 Prozent.
Obwohl Umfragen zeigen, dass die meisten Amerikaner die Erschwinglichkeit von Feiertagsartikeln als schwierig empfinden und ihre Ausgaben aufgrund der Inflation zurückhalten, ist das tatsächliche Konsumverhalten robust. Moynihan bestätigte, dass die Ausgaben in allen Einkommensschichten wachsen, wenn auch mit höheren Wachstumsraten in den oberen Einkommensklassen – ein Phänomen, das oft als K-förmige Erholung bezeichnet wird. Die Menschen hätten eine gute Kreditwürdigkeit, seien beschäftigt und die Löhne stiegen um 3 Prozent. Die Wirtschaft sei "ziemlich solide im Moment", so Moynihan, auch wenn die Inflation die Menschen weiterhin beunruhige.