US-Haushalte in Sorge: Benzinpreise und Iran-Konflikt belasten Finanzen

US-Haushalte in Sorge: Benzinpreise und Iran-Konflikt belasten Finanzen

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Die finanzielle Lage der Amerikaner wird zunehmend pessimistisch beurteilt, während der U.S.-israelische Krieg mit dem Iran in eine weitere Woche eines unsicheren Waffenstillstands geht. Eine aktuelle Umfrage von ABC News/Washington Post/Ipsos, durchgeführt mit Ipsos’ KnowledgePanel, sowie eine Gallup-Umfrage unterstreichen die wachsenden Sorgen der Verbraucher. Diese Entwicklung spiegelt sich in steigenden Preisen und Verhaltensänderungen wider.

Finanzielle Sorgen der US-Haushalte erreichen Rekordniveau

Die Stimmung der Amerikaner hinsichtlich ihrer persönlichen Finanzen hat sich deutlich verschlechtert. Eine Rekordzahl von 55 Prozent der Befragten gibt in einer Gallup-Umfrage an, dass sich ihre finanzielle Situation verschlechtert hat. Dies ist der höchste Wert, den Gallup seit Beginn der Erhebung im Jahr 2001 verzeichnet hat, und übertrifft die Pessimismuswerte während der COVID-19-Pandemie 2020 und der Großen Rezession 2008.

Die ABC News/Washington Post/Ipsos-Umfrage zeigt ebenfalls, dass 40 Prozent der Erwachsenen angeben, finanziell schlechter dazustehen als zu dem Zeitpunkt, als Präsident Donald Trump 2025 ins Weiße Haus zurückkehrte. Dieser Wert ist gegenüber 33 Prozent in einer ähnlichen Umfrage im Februar gestiegen. Nur 17 Prozent fühlen sich finanziell besser gestellt, ein Rückgang um 5 Prozentpunkte seit Februar. Fast ein Viertel der Amerikaner (23 Prozent) gibt an, finanziell ins Hintertreffen zu geraten, gegenüber 17 Prozent im Februar.

Steigende Benzinpreise und ihre Folgen

Die Benzinpreise haben kriegsbedingt ein Vierjahreshoch erreicht und belasten die Haushalte stark. Die Gallup-Umfrage hebt hervor, dass 13 Prozent der Befragten steigende Öl- und Gaspreise als Hauptsorge nannten, ein Anstieg um 10 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr. Laut AAA lag der durchschnittliche Benzinpreis am 30. April 2026 bei 4,18 US-Dollar pro Gallone.

Die Hälfte der Amerikaner erwartet, dass die Benzinpreise im nächsten Jahr weiter steigen werden. Nur 21 Prozent rechnen mit einer Verbesserung und 15 Prozent erwarten gleichbleibende Preise. Diese hohen Kosten führen zu spürbaren Verhaltensänderungen:

  • 44 Prozent haben das Autofahren eingeschränkt.
  • 42 Prozent haben andere Haushaltsausgaben gekürzt.
  • 34 Prozent haben Reise- oder Urlaubsplanungen geändert.
  • 15 Prozent haben den Kauf eines Elektrofahrzeugs in Betracht gezogen.

Haushalte mit geringerem Einkommen (unter 50.000 US-Dollar) sind besonders betroffen: 59 Prozent haben Haushaltsausgaben gekürzt, 56 Prozent fahren weniger Auto und fast die Hälfte (48 Prozent) hat Reisepläne geändert. Frauen haben häufiger als Männer ihre Fahrten und Haushaltsausgaben reduziert sowie Reisepläne geändert.

Der Iran-Konflikt und seine wirtschaftlichen Auswirkungen

Die militärischen Aktionen der USA im Iran haben weitreichende Bedenken ausgelöst. Eine Mehrheit der Amerikaner (60 Prozent) sieht ein erhöhtes Risiko, dass die US-Wirtschaft in eine Rezession gerät. Weitere Sorgen umfassen:

  • Ein erhöhtes Risiko des Terrorismus gegen Amerikaner (61 Prozent).
  • Eine Schwächung der Beziehungen zu US-Verbündeten (56 Prozent).

Etwa sechs von zehn Amerikanern halten den Einsatz militärischer Gewalt im Iran für einen Fehler. Nur 19 Prozent der Befragten sehen die US-Aktionen im Iran in diesem Jahr als erfolgreich an; 39 Prozent halten sie für nicht erfolgreich und 41 Prozent meinen, es sei noch zu früh, um dies zu beurteilen.

Langfristige Ängste und kurzfristige Belastungen

Neben den unmittelbaren Auswirkungen der Inflation und der Benzinpreise äußern die Amerikaner auch wachsende Ängste hinsichtlich langfristiger finanzieller Sicherheit. Eine Gallup-Umfrage zeigt, dass 62 Prozent der Befragten befürchten, nicht genug Geld für den Ruhestand zu haben, ein Anstieg um 3 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr.

Laut einer Studie des Allianz Center for the Future of Retirement aus dem Jahr 2026 sind 67 Prozent der Amerikaner besorgter darüber, dass ihnen das Geld ausgeht, als zu sterben – ein Anstieg um 10 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr. Auch kurzfristige Sorgen nehmen zu: 28 Prozent der Befragten sind besorgt, die Mindestzahlungen ihrer Kreditkarten nicht leisten zu können, ein Anstieg um 2 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr und 11 Prozentpunkte gegenüber 2021. Elizabeth Renter, Senior Economist bei NerdWallet, kommentiert: "Ein knappes Budget kann schnell unüberschaubar werden, wenn Dinge wie Benzin und Lebensmittel teurer werden."

Öffentliche Meinung zu Militäreinsätzen und Israel

Die öffentliche Meinung zum Iran-Konflikt ist gespalten. Fast zwei Drittel der Amerikaner sind nicht zuversichtlich, dass ein Abkommen zur Beendigung des Krieges mit dem Iran das Land daran hindern wird, Atomwaffen zu entwickeln. Dies ist ein Wert, der sich seit 2015 kaum verändert hat.

Präsident Trumps Social-Media-Post vom April 2026, in dem er drohte, "Eine ganze Zivilisation wird heute Nacht sterben", falls der Iran kein Abkommen mit den USA schließe, stieß auf breite Ablehnung. Über drei Viertel der Amerikaner (76 Prozent) reagierten negativ auf diesen Post, darunter auch eine knappe Mehrheit der Republikaner (53 Prozent). Zudem sind 46 Prozent der Meinung, dass Trumps Handlungen im Iran nicht mit seiner Wahlkampfposition von 2024 bezüglich der Einmischung in ausländische Kriege übereinstimmen.

Ein wachsender Anteil der Amerikaner (47 Prozent) ist der Ansicht, dass die USA Israel zu stark unterstützen, der höchste Wert seit 2012. Eine knappe Mehrheit (52 Prozent) glaubt zudem, dass Israel zu viel Einfluss auf Trumps Entscheidung hatte, Angriffe gegen den Iran zu starten.

Widerstand gegen die Wehrpflicht

Trotz der Herausforderungen bei der Rekrutierung des US-Militärs lehnen die Amerikaner die Wiedereinführung der Wehrpflicht mehrheitlich ab. 85 Prozent der Befragten sprechen sich gegen eine Rückkehr zur Wehrpflicht aus, ein deutlicher Anstieg gegenüber 73 Prozent im Jahr 1985. Dieser Widerstand zieht sich durch alle demografischen Gruppen.

Hinsichtlich der Frage, ob Frauen zusammen mit jungen Männern eingezogen werden sollten, sind die Meinungen gespalten: 43 Prozent befürworten dies, während 54 Prozent dagegen sind. Bei Männern befürwortet eine knappe Mehrheit (54 Prozent) die Einberufung von Frauen, während 63 Prozent der Frauen dies ablehnen.

Erwähnte Persönlichkeiten