US-Indien Handelsdeal: Iran-Konflikt und Zollstreit verzögern Einigung

US-Indien Handelsdeal: Iran-Konflikt und Zollstreit verzögern Einigung

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Das Handelsabkommen zwischen den USA und Indien steht nach monatelangen Verhandlungen weiterhin ohne Unterschrift da. Der Iran-Konflikt und ein Urteil des Obersten Gerichtshofs der USA gegen Zölle schaffen Raum für neue Verhandlungen – eine Verzögerung, die Experten zufolge kostspielig werden könnte. Die erste Tranche des Abkommens sollte ursprünglich Mitte März 2026 finalisiert werden, doch die Gespräche dauern an.

Handelsabkommen zwischen den USA und Indien in der Warteschleife

Die Verhandlungen über das Handelsabkommen zwischen Indien und den USA sind noch immer nicht abgeschlossen. Eine indische Handelsdelegation beendete kürzlich ihren Besuch in den USA, ohne dass eine abschließende Ankündigung erfolgte. Ein Sprecher des indischen Außenministeriums erklärte, dass beide Seiten auf ein "ausgewogenes, für beide Seiten vorteilhaftes und zukunftsorientiertes Handelsabkommen" hinarbeiten, das die Anliegen und Prioritäten beider Seiten berücksichtigt.

Geopolitische Spannungen im Iran als Bremsklotz

Der Iran-Konflikt bindet diplomatische Kapazitäten und lenkt die Aufmerksamkeit auf Energiesicherheit und geopolitisches Krisenmanagement, so Reema Bhattacharya, Leiterin der Asienforschung bei Verisk Maplecroft. Dies könnte die Handelsgespräche weiter verzögern. US-Präsident Donald Trump hat die US-Marine angewiesen, kleine iranische Boote, die Minen in der Straße von Hormus legen, zu "schießen und zu töten". Er betonte, es dürfe "kein Zögern" geben und die Minenräumoperationen würden intensiviert.

Die USA haben zudem einen Öltanker, die Majestic X, im Indischen Ozean beschlagnahmt, der iranisches Rohöl schmuggeln sollte. Trump erklärte, die USA hätten "etwa 75% unserer Ziele" im Iran getroffen und dass ein Abkommen noch nicht erreicht sei, da die iranische Führung "in Aufruhr" sei. Er sprach von internen Machtkämpfen zwischen "moderaten" und "hardliner" Fraktionen.

Die drei iranischen Regierungszweige – Präsident Masoud Pezeshkian, Justizchef Gholam Hossein Mohseni Ejei und Parlamentssprecher Mohammad Bagher Ghalibaf – wiesen diese Behauptungen zurück. Sie betonten ihre Einheit und Loyalität zu den Prinzipien der Islamischen Revolution mit dem Slogan "Ein Gott, eine Nation, ein Führer und ein Weg – der Weg des Sieges für den Iran". Auch der iranische Außenminister Abbas Araghchi betonte die Einheit der staatlichen Institutionen. Die geopolitische Instabilität im Iran beeinflusst die Energiemärkte und könnte die Handelsstabilität beeinträchtigen.

US-Gerichtsurteil und die Folgen für die Verhandlungen

Am 20. Februar 2026 erklärte der Oberste Gerichtshof der USA die von Präsident Trump verhängten reziproken Zölle für illegal. Dieses Urteil entzog den USA ein wichtiges Instrument zur Durchsetzung von Handelshebeln und zwang beide Seiten, ihre Strategien zu überdenken. Als Reaktion darauf leitete die US-Regierung im März 2026 Handelsuntersuchungen gemäß Section 301 des Trade Act von 1974 gegen China, Indien, die Europäische Union und weitere Volkswirtschaften ein.

Die USA beabsichtigen, alternative Zollmaßnahmen unter anderen rechtlichen Befugnissen, wie Section 122 und Section 301, zu verfolgen, um ihren Einfluss zu wahren. Ein im frühen Februar 2026 angekündigter Interimsrahmen sah vor, dass die USA ihren Zollsatz auf indische Waren auf 18% senkten. Im Gegenzug verpflichtete sich Indien, die Zölle auf ausgewählte US-Industrie- und Agrarprodukte, darunter Distillers Dried Grains (DDGs) und Sojaöl, zu senken.

Indiens Verhandlungsposition und wirtschaftliche Aussichten

Indien schützt seine sensiblen Agrarsektoren wie Milchprodukte, Geflügel, Getreide und Hülsenfrüchte weiterhin stark. Die durchschnittlichen Agrarzölle Indiens liegen historisch bei 39% (einfach) und 65% (handelsgewichtet), verglichen mit 5% bzw. 4% in den USA. Das ehrgeizige bilaterale Handelsziel von 500 Milliarden US-Dollar bis 2030 wird von Ökonomen mit Skepsis betrachtet, da es möglicherweise spezifische politische Unterstützung erfordert und Indiens Kaufabsichten noch keine festen Zusagen sind.

Aktuelle Wirtschaftsprognosen gehen für die USA von einem BIP-Wachstum von etwa 2,2%-2,3% für 2026 aus. Indiens Wirtschaft wird voraussichtlich zwischen 6,4% und 6,9% wachsen. Analysten von Goldman Sachs revidierten Indiens BIP-Wachstumsprognose für 2026 nach den Zollsenkungen auf 6,9% nach oben, was einen inkrementellen BIP-Schub von 0,2 Prozentpunkten bedeutet. Der USD/INR-Wechselkurs wird voraussichtlich volatil bleiben, mit Prognosen für Ende 2026 zwischen 90,388 und 97,1869.

Die Dringlichkeit einer Einigung

Die Verzögerung bei der Finalisierung des Abkommens könnte für Indien kostspielig werden, da die US-Regierung die Untersuchungen gemäß Section 301 des Trade Act von 1974 im Juni 2026 abschließen wird. Mark Linscott, ehemaliger stellvertretender US-Handelsbeauftragter und Senior Advisor beim U.S.-India Strategic Partnership Forum, betonte gegenüber CNBC, dass es "entscheidend ist, dass das Abkommen bis Ende Mai besiegelt wird". Sollte Indien das Abkommen nicht vor Abschluss der Section 301-Untersuchung unterzeichnen, könnte es mit höheren Zöllen konfrontiert werden, als ursprünglich im Februar vereinbart. Dies würde die Verhandlungsmacht zugunsten der USA verschieben.

Erwähnte Persönlichkeiten