US-Intervention in Venezuela: Ölinteressen und Lobbyismus im Fokus

US-Intervention in Venezuela: Ölinteressen und Lobbyismus im Fokus

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Die jüngste US-Militäroperation in Venezuela, die zur Absetzung des venezolanischen Staatschefs Nicolás Maduro führte, wird von Beobachtern als primär durch kommerzielle Interessen motiviert angesehen. Ein ehemaliger US-Gesandter deutet an, dass das Weiße Haus unter Donald Trump möglicherweise einen Anteil an den massiven Ölreserven des südamerikanischen Landes fordern könnte. Dies hat bereits zu einem Anstieg der Aktienkurse relevanter US-Öl- und Gasunternehmen geführt.

Kommerzielle Interessen im Fokus der US-Außenpolitik

Richard Haass, ein ehemaliger US-Gesandter, äußerte in einem Interview mit Katie Couric, dass die Entscheidung von Präsident Trump, den venezolanischen Staatschef Nicolás Maduro abzusetzen, weniger um Gerechtigkeit als vielmehr um den Zugang zu und potenzielle Gewinne aus Venezuelas riesigen Ölreserven gehe. Haass zufolge erwähnte Trump die Ölreserven Venezuelas "83 Mal" während einer Pressekonferenz in Mar-a-Lago, die Stunden nach der US-Militäroperation stattfand. Trump betonte zudem, dass amerikanische Ölunternehmen Milliarden in die Wiederherstellung der maroden Ölinfrastruktur des Landes investieren würden.

Haass beschrieb die US-Außenpolitik unter Trump als einzigartig transaktional, in der "kommerzielle Interessen, Geschäftsinteressen von größter Bedeutung sind." Er zog einen Vergleich zur "Dragon Fee" von 25%, die Nvidia Corp. (NASDAQ:NVDA) auf alle in China generierten Chipeinnahmen erhebt, und spekulierte, dass das Trump-Weiße Haus einen Prozentsatz der venezolanischen Öleinnahmen fordern könnte. Das Weiße Haus hat sich zu dieser Spekulation bisher nicht geäußert.

Militärische Operation und Trumps Äußerungen

Die US-Militäroperation wurde von einem Elite-Kommando der Delta Force durchgeführt, das Präsident Nicolás Maduro und seine Frau Cilia entführte. Präsident Trump beschrieb die Operation als unter dem Schutz der Dunkelheit stattfindend, die durch einen US-Cyberangriff ermöglicht wurde. Er erklärte: "Es war dunkel, die Lichter von Caracas waren weitgehend ausgeschaltet, aufgrund einer gewissen Expertise, die wir haben."

Trump kündigte zudem an, dass die USA bereit seien, einen "viel größeren zweiten Angriff" zu starten, fügte jedoch hinzu, dass dieser "wahrscheinlich nicht nötig sein wird." Eine Quelle für Spezialoperationen berichtete, dass ein "lokales Quellennetzwerk" bei der Installation von Störsendern und anderer technischer Ausrüstung geholfen habe, einschließlich Leuchtfeuern für Luftangriffe.

Öl- und Gasaktien reagieren mit Kurssprüngen

Die Nachricht über die Entwicklungen in Venezuela führte zu einem sofortigen Anstieg der Aktienkurse führender US-Öl- und Gasunternehmen mit Engagement in der Region.

  • **Chevron Corp. (NYSE:CVX)**, der einzige große amerikanische Produzent, der noch mit einer speziellen Genehmigung des Finanzministeriums im Land tätig ist, stieg über Nacht um 10,36%.
  • **Halliburton Co. (NYSE:HAL)**, ein Ölfelddienstleistungsunternehmen, das historisch Ausrüstung im Land gewartet hat, verzeichnete einen Anstieg von 14,19%.
  • Valero Energy Corp. (NYSE:VLO), dessen Raffinerien für das schwere venezolanische Rohöl gut geeignet sind, legte um 9,19% zu.
  • Der **SPDR Oil & Gas Exploration & Production ETF (NYSE:XOP)** stieg am Freitag um 2,14% und über Nacht um weitere 1,66%.

Lobbyismus für den Wiederaufbau des Energiesektors

Unmittelbar nach der US-Intervention begannen ehemalige US-Beamte, ihre Dienste für Unternehmen anzubieten, die an der Ausbeutung der venezolanischen Ressourcen interessiert sind. Enrique de la Torre, ein ehemaliger CIA-Stationschef in Venezuela, nutzte LinkedIn, um bekannt zu geben, dass seine neu gegründete Lobbyfirma Tower Strategy LLC "bereits mit Kunden zusammenarbeitet, die sich auf die demokratische Erholung, das wiederhergestellte US-Engagement und die ernsthafte Arbeit des Wiederaufbaus des Energiesektors des Landes konzentrieren."

De la Torres Firma, die den ehemaligen US-Botschafter in Venezuela, James B. Story, als "strategischen Partner" listet, hat bisher vier Unternehmen öffentlich als Kunden genannt:

  • Odyssey Marine Exploration (Schatzsuchunternehmen)
  • Bitdeer (Kryptowährungsunternehmen)
  • T1 Energy (Solar-Lieferkettenunternehmen)
  • UGT Renewables / Sun Africa (internationales Solarexportunternehmen)

De la Torre hatte zuvor für die D.C.-basierte Firma Continental Strategy gearbeitet, die von Carlos Trujillo gegründet wurde, einem ehemaligen US-Botschafter bei der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) mit engen Verbindungen zu Marco Rubio. Sowohl De la Torre als auch Botschafter Story haben sich in der Vergangenheit nachdrücklich für einen von den USA geführten Regimewechsel in Venezuela ausgesprochen.

Herausforderungen und politische Folgen

Haass warnte, dass die Wiederbelebung der venezolanischen Ölproduktion und die politischen Folgen dieser Intervention weitaus komplexer sein könnten, als angenommen. Die Jahre der Misswirtschaft, Sanktionen und Unterinvestitionen haben die Infrastruktur stark beeinträchtigt. Die langfristigen Auswirkungen der US-Außenpolitik, die kommerzielle Interessen in den Vordergrund stellt, bleiben abzuwarten.

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