US-Iran-Gespräche scheitern an Atomfrage: Globale Märkte unter Druck

US-Iran-Gespräche scheitern an Atomfrage: Globale Märkte unter Druck

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Die jüngsten Verhandlungen zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran in Pakistan sind ohne ein Friedensabkommen beendet worden. US-Vizepräsident J.D. Vance erklärte am frühen Sonntag, dass die Gespräche scheiterten, nachdem der Iran die amerikanischen Bedingungen zum Verzicht auf die Entwicklung von Atomwaffen nicht akzeptierte. Dieser Rückschlag erfolgt in der siebten Woche eines Krieges, der bereits Tausende Menschenleben gefordert und die globalen Märkte erschüttert hat.

Verhandlungen zwischen USA und Iran ohne Durchbruch

Die dritte Runde der historischen direkten Gespräche, die Tage nach der Ankündigung eines fragilen zweiwöchigen Waffenstillstands stattfand, dauerte 21 Stunden. Vizepräsident Vance stand dabei in ständigem Kontakt mit US-Präsident Donald Trump sowie weiteren Mitgliedern der Administration, darunter Außenminister Marco Rubio, Finanzminister Scott Bessent und Admiral Brad Cooper, dem Leiter des United States Central Command. Vance betonte, dass das Kernziel des US-Präsidenten ein klares Bekenntnis des Iran sei, keine Atomwaffen oder die dafür notwendigen Werkzeuge anzustreben.

Vance, der die US-Delegation gemeinsam mit den Sondergesandten Steve Witkoff und Jared Kushner anführte, erklärte, man habe ein "sehr einfaches Angebot" unterbreitet, das die "letzte und beste Offerte" der USA darstelle. Die iranische Delegation wurde von Parlamentssprecher Mohammad Bagher Qalibaf geleitet. Obwohl die Gespräche offiziell beendet wurden, gaben zwei pakistanische Beamte unter der Bedingung der Anonymität bekannt, dass die Diskussionen zwischen den Delegationsleitern nach einer Pause wieder aufgenommen werden sollen und technisches Personal weiterhin zusammenkommt.

Das Atomprogramm als zentraler Streitpunkt

Die Weigerung des Iran, auf die Entwicklung von Atomwaffen zu verzichten, war der entscheidende Knackpunkt der Verhandlungen. Vizepräsident Vance bekräftigte die Haltung der USA: „Das einfache Faktum ist, dass wir ein klares Bekenntnis sehen müssen, dass sie keine Atomwaffe anstreben werden und auch nicht die Werkzeuge, die es ihnen ermöglichen würden, schnell eine Atomwaffe zu erlangen.“ Dies sei das Kernziel des US-Präsidenten.

Die aktuellen Gespräche waren die umfassendsten direkten Kontakte zwischen den USA und dem Iran seit der Islamischen Revolution 1979. Zuvor gab es 2013 einen Anruf von Präsident Barack Obama an den damaligen Präsidenten Hassan Rouhani bezüglich des iranischen Atomprogramms, gefolgt von Verhandlungen, die 2015 zum Iran-Atomabkommen führten. Die jetzigen Verhandlungen, an denen Vance mit begrenzter diplomatischer Erfahrung und Qalibaf, ein ehemaliger Kommandeur der iranischen Revolutionsgarden, teilnahmen, waren von tiefem Misstrauen geprägt.

Die strategische Bedeutung der Straße von Hormus

Die Schließung der Straße von Hormus durch den Iran hat sich als größter strategischer Vorteil im Konflikt erwiesen. Normalerweise passieren etwa ein Fünftel des weltweit gehandelten Öls auf über 100 Schiffen täglich diese Meerenge. Seit dem Waffenstillstand wurden jedoch nur 12 Transite registriert. Diese Blockade hat die Öl- und Gasexporte aus dem Persischen Golf weitgehend von der Weltwirtschaft abgeschnitten und die Energiepreise in die Höhe getrieben.

Die USA haben auf diese Situation reagiert. Das US-Militär meldete, dass zwei Zerstörer die von Iran kontrollierte Straße von Hormus durchquert hätten, um Minenräumarbeiten vorzubereiten – ein Novum seit Kriegsbeginn. Iranische Staatsmedien dementierten dies jedoch. Präsident Trump erklärte am Samstag in sozialen Medien, die USA hätten mit der "Räumung" der Straße begonnen. Admiral Brad Cooper bestätigte, dass "zusätzliche US-Kräfte, einschließlich Unterwasserdrohnen, in den kommenden Tagen die Räumarbeiten unterstützen werden", um einen neuen, sicheren Seeweg zu etablieren.

Iranische „rote Linien“ und Forderungen

Der Iran ging mit klaren "roten Linien" in die Gespräche, die der Delegation zufolge dem pakistanischen Premierminister Shehbaz Sharif präsentiert wurden. Zu diesen Forderungen gehörten Entschädigungen für Schäden, die durch die US-israelischen Angriffe seit Kriegsbeginn am 28. Februar verursacht wurden, sowie die Freigabe eingefrorener iranischer Vermögenswerte. Eine weitere Bedingung war die Reduzierung israelischer Angriffe im südlichen Libanon.

Das 10-Punkte-Angebot des Iran vor den Gesprächen forderte ein garantiertes Ende des Krieges und die Kontrolle über die Straße von Hormus. Es umfasste auch ein Ende der Kämpfe gegen die "regionalen Verbündeten" des Iran, mit einer expliziten Forderung nach einem Stopp der israelischen Angriffe auf die Hisbollah. Irans Außenminister Abbas Araghchi äußerte im Vorfeld tiefes Misstrauen nach früheren Angriffen auf den Iran während laufender Gespräche und kündigte Vergeltung bei erneuten Angriffen an. Das 15-Punkte-Angebot der USA hingegen beinhaltet die Einschränkung des iranischen Atomprogramms und die Wiedereröffnung der Straße von Hormus.

Der breitere Konflikt und seine regionalen Auswirkungen

Der Krieg hat verheerende Folgen für die Region. Mindestens 3.000 Menschen wurden im Iran getötet, 2.020 im Libanon (laut Gesundheitsministerium), 23 in Israel und mehr als ein Dutzend in den Golfstaaten. Die Infrastruktur in einem halben Dutzend Länder des Nahen Ostens wurde nachhaltig beschädigt. Die anhaltenden israelischen Angriffe auf die vom Iran unterstützte Hisbollah im Libanon haben die fragile Waffenruhe zusätzlich belastet.

Parallel zu den US-iranischen Gesprächen sind direkte Verhandlungen zwischen Israel und dem Libanon für Dienstag in Washington angesetzt, obwohl die Länder keine offiziellen Beziehungen unterhalten. Diese Ankündigung Israels kam überraschend. Der libanesische Premierminister Nawaf Salam verschob jedoch seine geplante Reise nach Washington aufgrund "aktueller interner Umstände", was die Gespräche auf Botschafterebene jedoch nicht beeinträchtigen soll. Tausende Libanesen protestierten am Samstag gegen die geplanten Verhandlungen. Israel fordert, dass die libanesische Regierung die Verantwortung für die Entwaffnung der Hisbollah übernimmt, ähnlich wie in einem Waffenstillstand vom November 2024 vorgesehen. Die Hisbollah hatte sich in den ersten Kriegstagen zur Unterstützung des Iran dem Konflikt angeschlossen. Am Tag der Ankündigung des Waffenstillstands mit dem Iran bombardierte Israel Beirut, wobei über 300 Menschen getötet wurden – der tödlichste Tag im Libanon seit Kriegsbeginn.

Wirtschaftliche Folgen und globale Märkte

Die geopolitische Unsicherheit und die Blockade der Straße von Hormus haben weitreichende wirtschaftliche Konsequenzen. Die globalen Märkte sind erschüttert, und die Energiepreise sind infolge der eingeschränkten Öl- und Gasexporte aus dem Persischen Golf stark gestiegen. Beamte aus der Region berichteten, dass chinesische, ägyptische, saudische und katarische Vertreter in Islamabad anwesend waren, um die Gespräche indirekt zu erleichtern, was die hohen Einsätze für die Weltwirtschaft unterstreicht.

In Teheran äußerten sich Bewohner gegenüber The Associated Press skeptisch, aber auch hoffnungsvoll nach Wochen der Luftangriffe. Amir Razzai Far, 62, sagte: „Frieden allein ist nicht genug für unser Land, denn wir wurden sehr hart getroffen, es gab enorme Kosten.“ Papst Leo XIV. verurteilte die „Wahnvorstellung der Allmacht“, die den Krieg befeuert. Die anhaltende Instabilität und die fehlende Einigung im Atomstreit lassen die Unsicherheit an den globalen Finanzmärkten weiter bestehen.

Erwähnte Persönlichkeiten