
US-Iran-Spannungen: Krypto-Wettmärkte sehen Militärschlag wahrscheinlicher – Gold steigt
ℹKeine Anlageberatung • Nur zu Informationszwecken
Die geopolitischen Spannungen zwischen den USA und Iran nehmen zu, was sich deutlich auf Krypto-Wettmärkten widerspiegelt. Dort wetten Anleger auf eine bevorstehende militärische Intervention der USA, während im Iran die Zahl der Todesopfer bei den anhaltenden Protesten steigt und US-Präsident Donald Trump wiederholt mit einem Einmarsch droht. Diese Unsicherheiten befeuern zudem die Nachfrage nach sicheren Häfen wie Gold.
Wetten auf Eskalation: US-Militärschlag gegen Iran?
Auf der Krypto-Wettplattform Polymarket sind die Quoten für einen US-Militärschlag gegen Iran signifikant gestiegen. Die Wahrscheinlichkeit, dass die USA bis zum 16. Januar zuschlagen, erhöhte sich innerhalb von 24 Stunden von 27 % auf 32 %. Für einen Militärschlag bis Ende Januar lag die Wahrscheinlichkeit bei 48 %, während ein Angriff bis zum 31. März mit 65 % beziffert wurde.
Insgesamt wurden fast 9 Millionen US-Dollar auf dieses Ergebnis gewettet. Ein "Ja" tritt ein, wenn die USA einen Drohnen-, Raketen- oder Luftangriff auf iranisches Territorium, einschließlich Botschaften und Konsulate, initiieren; abgefangene Geschosse zählen dabei nicht. Die Wahrscheinlichkeit einer Bodeninvasion durch das US-Militär blieb mit nur 9 % bis zum 31. Januar hingegen gering.
Nach einer erfolgreichen Operation der USA in Venezuela stieg die Wahrscheinlichkeit eines US-Militärschlags gegen Iran weiter an. Die Quote für einen Angriff bis zum 31. Januar erhöhte sich von 10 % auf 18 %, und für Ende März von 21 % auf 28 %. Die höchste Wahrscheinlichkeit für einen Schlag lag bei 35 % bis zum 30. Juni, wobei hierfür fast 700.000 US-Dollar gewettet wurden.
Hintergrund der Spannungen: Proteste und Drohungen
Die Wetten erfolgen inmitten von Berichten, wonach die Trump-Administration militärische Optionen als Reaktion auf die anhaltenden Anti-Regime-Proteste im Iran prüft. Diese Proteste dauern bereits 15 Tage an. Hochrangige Beamte nationaler Sicherheitsbehörden sollen Trump Anfang nächster Woche über mögliche Reaktionen informieren, wie die Washington Post unter Berufung auf informierte Kreise berichtete.
Präsident Trump äußerte sich über Truth Social, dass "Iran nach Freiheit strebt" und die USA bereitstünden, zu helfen. Zuvor hatte er Iran vor dem Wiederaufbau seines Atomprogramms gewarnt und erklärt, die USA seien über Irans Aktivitäten im Bilde und könnten einen weiteren großen Schlag gegen die Nation im Nahen Osten führen. Iranische Beamte warnten ihrerseits, dass das Land auf jede US-Aggression mit Angriffen auf amerikanische Militärbasen im Nahen Osten reagieren würde.
Die Unruhen im Iran haben sich als tödlich erwiesen. Laut der US-amerikanischen Non-Profit-Organisation Human Rights Activists News Agency wurden mindestens 544 Menschen getötet und weitere 10.600 Personen in den letzten zwei Wochen der Unruhen festgenommen. Die BBC bestätigte zudem 180 Todesfälle. Iranische Staatsmedien berichteten, dass über 100 Mitglieder der Sicherheitskräfte während der Proteste getötet wurden, die aufgrund wachsender Frustration über die zusammenbrechende Landeswährung und die steigende Inflation begannen.
Geopolitische Faktoren und der Goldpreis
Die zunehmenden geopolitischen Spannungen im Nahen Osten und die anhaltenden Konflikte zwischen den USA und Venezuela haben die Nachfrage nach Gold als sicheren Hafen gestärkt. Der Goldpreis stieg um 2 % auf ein Rekordhoch von 4.601,17 US-Dollar pro Unze. Spotgold erreichte einen Höchststand von 4.601,17 US-Dollar pro Unze, bevor es sich bei 4.579,01 US-Dollar/Unze einpendelte. US-Gold-Futures kletterten um 2,5 % auf 4.612,04 US-Dollar/Unze.
Dieser Anstieg folgte auf eine robuste Woche, in der das Edelmetall über 4 % zulegte, hauptsächlich getrieben durch die erhöhte Nachfrage nach sicheren Anlagen inmitten der eskalierenden Spannungen zwischen den USA und Venezuela. Die Beziehungen zwischen den USA und Venezuela bleiben angespannt, wobei verschärfte Sanktionen und maritime Durchsetzung bezüglich venezolanischer Öllieferungen die Situation verschärfen.
Zusätzlich zu den geopolitischen Faktoren trugen enttäuschende US-Arbeitsmarktdaten zu den Erwartungen an Zinssenkungen der Federal Reserve bei. Das US-Arbeitsplatzwachstum verlangsamte sich im Dezember erheblich, mit nur 50.000 neuen Stellen außerhalb der Landwirtschaft, was unter den Erwartungen lag, während die Arbeitslosenquote auf 4,4 % sank. Experten von ING kommentierten, dass der Arbeitsmarkt "erheblich abgekühlt" sei und eine "moderat restriktive" Geldpolitik weitere schrittweise Zinssenkungen rechtfertigen könnte. Marktbeobachter erwarten derzeit mindestens zwei Zinssenkungen im Jahr 2026, was den Goldpreis tendenziell stützt, da niedrigere Zinsen die Opportunitätskosten des Haltens von Gold reduzieren und den US-Dollar schwächen.
Die Rolle von Polymarket und Kritik
Polymarket, eine auf Polygon (CRYPTO: POL) basierende Plattform, ist in der Vergangenheit wegen der Einführung von Wettveranstaltungen, die auf Konflikten und Kriegen basieren, kritisiert worden. Die Plattform verteidigt sich mit einem Disclaimer auf ihrer Webseite: "Nach Gesprächen mit den direkt von den Angriffen Betroffenen, die Dutzende von Fragen hatten, erkannten wir, dass Vorhersagemärkte ihnen die Antworten geben könnten, die sie im Fernsehen und auf X nicht finden konnten." Diese Märkte bieten eine einzigartige Perspektive auf die wahrgenommene Wahrscheinlichkeit zukünftiger Ereignisse, auch wenn sie ethische Debatten auslösen.