
US-Iran-Spannungen: Prognosemärkte wetten auf Militärschlag und Marktfolgen
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Die Spannungen zwischen den USA und Iran nehmen Berichten zufolge zu, während die Vereinigten Staaten einen möglichen Angriff auf die Islamische Republik vorbereiten. Prognosemärkte spiegeln diese Entwicklung wider und zeigen eine steigende Wahrscheinlichkeit für einen Militärschlag, was auch die globalen Finanzmärkte beeinflusst.
Eskalierende Spannungen und Militärische Präsenz
US-Präsident Donald Trump warnte Iran vor "wirklich schlimmen Dingen", falls kein Abkommen über das Atomprogramm innerhalb von 10 bis 15 Tagen erzielt wird. Laut einem CNN-Bericht könnten die USA bereits diese Woche zu einem Schlag bereit sein, die endgültige Entscheidung Trumps stehe jedoch noch aus.
Ein erheblicher militärischer Aufmarsch der USA im Nahen Osten ist zu beobachten. Berichten zufolge sind zwei Flugzeugträger, darunter die USS Gerald R. Ford und die USS Abraham Lincoln, sowie mehrere Zerstörer, Kampfschiffe und Kampfflugzeuge in der Nähe Irans gesichtet worden. US-Kräfte schossen kürzlich eine iranische Drohne in der Nähe der USS Abraham Lincoln ab. Quellen, die Axios zitiert, sprechen von Plänen für eine "massive, wochenlange Kampagne", die über gezielte Schläge hinausgeht.
Prognosemärkte: Wetten auf den Zeitpunkt eines Angriffs
Prognosemärkte wie Kalshi und Polymarket verzeichnen hohe Wettvolumina auf einen US-Angriff auf Iran. Auf Kalshi wurden über 321 Millionen US-Dollar auf einen möglichen Schlag gewettet. Die Wahrscheinlichkeiten für einen Angriff steigen im Laufe des Jahres 2026 deutlich an:
- 27% für den 28. Februar 2026.
- 50% für den 15. März 2026.
- 61% für den 31. März 2026. Auf Polymarket lag die implizite Wahrscheinlichkeit für einen US-Angriff bis Ende März 2026 bei rund 57%, ein deutlicher Anstieg gegenüber Ende Februar.
- 69% für den 30. Juni 2026.
- 76% für den 31. Dezember 2026, was die höchste Wahrscheinlichkeit darstellt.
Ein weiterer Vertrag auf Kalshi, mit über 22 Millionen US-Dollar Einsatz, befasst sich mit der Absetzung des iranischen Obersten Führers Ayatollah Ali Khamenei. Die Wahrscheinlichkeit dafür liegt bei 50% vor dem 1. September 2026, ein Anstieg um 2%. Experten betonen, dass diese Marktdaten keine offiziellen Prognosen oder Regierungsbewertungen sind, sondern die Wahrnehmung des geopolitischen Risikos durch die Teilnehmer widerspiegeln.
Definition eines "qualifizierenden Schlags"
Für die Prognosemärkte ist ein "qualifizierender Schlag" klar definiert. Er umfasst den Einsatz von Luftbomben, Drohnen oder Raketen (einschließlich Marschflugkörper oder ballistischer Raketen), die von US-Militärkräften abgefeuert werden und iranisches Staatsgebiet oder eine offizielle iranische Botschaft oder ein Konsulat treffen. Ein Beispiel hierfür wäre der Treffer eines Waffenlagers auf iranischem Boden durch eine US-Rakete.
Nicht als qualifizierend gelten abgefangene Raketen oder Drohnen, Boden-Luft-Raketenangriffe, Artilleriefeuer, Kleinwaffenfeuer, Bodeninvasionen, Seegefechte, Cyberangriffe oder Operationen von US-Bodenkräften. Die Bestätigung eines solchen Schlags erfolgt durch einen Konsens glaubwürdiger Berichte innerhalb von 48 Stunden nach dem angegebenen Datum.
Wirtschaftliche Auswirkungen und Marktstimmung
Die eskalierenden Spannungen haben bereits Auswirkungen auf die Finanzmärkte gezeigt. Die Wall Street eröffnete am Donnerstag niedriger, und die Ölpreise stiegen auf Mehrmonatshochs. US-Rohöl der Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um 2,2% auf 66,62 US-Dollar pro Barrel und erreichte kurzzeitig den höchsten Stand seit August. Brent-Rohöl legte um 2,0% auf 71,76 US-Dollar zu.
Die wichtigsten Aktienindizes gaben in den ersten Minuten des Handels nach. Der Dow Jones Industrial Average sank um 0,6% auf 49.379,46 Punkte, der S&P 500 fiel um 0,5% auf 6.849,35 Punkte und der Nasdaq Composite verlor 0,6% auf 22.621,38 Punkte. Analysten beschrieben die Marktbewegungen als eine "Unterströmung der Besorgnis", angetrieben durch geopolitische Risiken und mögliche Versorgungsunterbrechungen.
Irans Reaktion und interne Vorbereitungen
Iran hat seinerseits Militärübungen mit Russland durchgeführt und die Vereinten Nationen darüber informiert, dass es alle feindlichen Ziele angreifen werde, falls es selbst angegriffen wird. Aktuelle Satellitenbilder, die von Reuters veröffentlicht wurden, zeigen, dass Iran wichtige Einrichtungen wie die Atomstandorte Natanz und Isfahan repariert und befestigt hat.
Beobachtet wurden neue Dächer und Verdeckungsstrukturen über beschädigten Gebäuden sowie verstärkte Tunneleingänge und reparierte Raketenbasen. Diese Maßnahmen deuten darauf hin, dass Teheran sich auf einen möglichen Konflikt vorbereitet, auch während die Diplomatie fortgesetzt wird.
Die Rolle von Verhandlungen und "Roten Linien"
Indirekte Verhandlungen in Genf, vermittelt durch Oman, haben bisher nur begrenzte Fortschritte gezeigt. Vizepräsident JD Vance erklärte, dass die Gespräche zwar "in gewisser Weise" gut verliefen, aber Präsident Trump "rote Linien" gesetzt habe, die Iran noch nicht anerkennen oder bearbeiten wolle.
Hauptstreitpunkte sind die Urananreicherung und das iranische Raketenprogramm. Teheran beharrt auf seinem Recht zur Urananreicherung auf eigenem Boden und weigert sich, Bestände von auf 60% Reinheit angereichertem Uran abzugeben, was knapp unter Waffenqualität liegt.