US-Kampf gegen Finanzbetrug: 16,6 Mrd. $ Schaden spaltet Politik

US-Kampf gegen Finanzbetrug: 16,6 Mrd. $ Schaden spaltet Politik

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Die Vereinigten Staaten sehen sich einer rasant wachsenden Betrugsepidemie gegenüber, die im Jahr 2024 Schäden von 16,6 Milliarden US-Dollar durch Cyberkriminalität verursachte. Während sich Finanzinstitute und Gesetzgeber parteiübergreifend einig sind, dass eine umfassende Reaktion der Regierung und ein verbesserter Informationsaustausch unerlässlich sind, bleiben sie in der entscheidenden Frage der Haftung tief gespalten.

Die wachsende Bedrohung durch Betrug und Scams

Die Skala und Komplexität von Betrug und Scams nehmen rapide zu, angetrieben durch künstliche Intelligenz, Deepfakes und transnationale kriminelle Netzwerke. Laut einem aktuellen FBI-Bericht beliefen sich die Verluste durch Cyberkriminalität in den USA im Jahr 2024 auf 16,6 Milliarden US-Dollar, ein Anstieg von 33 % gegenüber dem Vorjahr. Zusätzlich meldeten Verbraucher der Federal Trade Commission Verluste von über 12,5 Milliarden US-Dollar durch Betrug.

Diese Zahlen unterschätzen das Problem wahrscheinlich, da viele Opfer aus Scham oder Verwirrung ihre Verluste nicht melden. Rep. Andy Barr (R-Ky.), Vorsitzender des Unterausschusses für Finanzinstitutionen, betonte, dass "Betrugs- und Scam-Verluste keine abstrakten Statistiken sind", sondern "ausgelöschte Altersvorsorgen, geleerte Studienfonds und über Nacht geleerte Sparkonten kleiner Unternehmen" repräsentieren. Für die Bankenbranche sind die Einsätze hoch, da Banken und Kreditgenossenschaften oft die letzte Verteidigungslinie gegen Scams bilden, die häufig außerhalb des Finanzsystems auf Social-Media-Plattformen oder Telekommunikationsnetzen ihren Ursprung haben.

Neue legislative Ansätze zur Betrugsprävention

Im Rahmen einer Anhörung des House Financial Services Subcommittee wurden Entwürfe für neue Gesetze vorgestellt, die Finanzinstituten mehr Möglichkeiten im Kampf gegen Finanzbetrug geben sollen. Der "Scrutinizing Transactions for Overt Payment Fraud, or STOP Fraud, Act" würde es Finanzinstituten ermöglichen, die Verfügbarkeit von Geldern bei Betrugsverdacht zu verlangsamen. Dies soll verhindern, dass Betrüger die von Banken während Betrugsermittlungen bereitgestellten Gelder ausnutzen.

Gay Dempsey, CEO der Bank of Lincoln County, befürwortete längere Haltefristen, da diese Gemeinschaftsbanken helfen würden, mehr betrügerische Transaktionen zu stoppen. Ein weiterer Entwurf, der "Bank Fraud Technology Advancement Act", sieht eine behördenübergreifende Studie zur Nutzung fortschrittlicher Technologien wie KI und maschinelles Lernen zur Erkennung und Prävention von Finanzbetrug vor. Diese Studie würde sich insbesondere auf die Herausforderungen kleinerer Institute mit weniger als 10 Milliarden US-Dollar an Vermögenswerten konzentrieren. Barr merkte an, dass die aktuellen Regeln zur Geldverfügbarkeit unter Regulation CC "für eine ganz andere Ära geschrieben wurden" und Regulierungsbehörden oft ein "robustes Verständnis von künstlicher Intelligenz und maschinellem Lernen" fehlt.

Parteienübergreifender Konsens: Banken können nicht allein kämpfen

Sowohl Republikaner als auch Demokraten zeigten sich alarmiert über das enorme Geldvolumen, das aus dem US-Finanzsystem abfließt. Sie waren sich einig, dass Banken zwar die Hauptlast der Schadensbegrenzung tragen, die Ursprünge dieser Scams jedoch meist außerhalb des Finanzsystems liegen. Rep. Roger Williams (R-Texas) wies darauf hin, dass Betrug oft durch gefälschte Anrufe, E-Mail-Versprechen oder gefälschte Social-Media-Werbung beginnt, bevor eine Transaktion überhaupt das Bankensystem erreicht.

Rep. Bill Foster (D-Ill.) betonte, dass "technologische Lösungen, verbesserte Informationsaustauschvereinbarungen und eine stärkere föderale Koordination einen Anfang zur Bewältigung dieser Probleme darstellen". Es besteht auch Einigkeit über die Notwendigkeit, den rechtlichen Rahmen für den Informationsaustausch zu modernisieren. Aktuelle Datenschutzbeschränkungen hindern Institutionen oft daran, sich gegenseitig vor betrügerischen Konten oder verdächtigen Verhaltensmustern zu warnen. Barr hob hervor, dass "Betrug heute vernetzt, institutionsübergreifend und in Echtzeit" stattfindet. Der "Transaction Risk Analytics and Collaborative Exchange, or TRACE, Act" wird als Diskussionsentwurf gehandelt und soll einen rechtlichen Rahmen für den sicheren Austausch von Betrugsdaten zwischen Banken, Zahlungsnetzwerken und Technologieunternehmen schaffen.

Der demokratische Ansatz: Geteilte Haftung und erweiterter Schutz

Demokraten bevorzugen es, die Betrugsepidemie durch die Sicherstellung der Entschädigung von Opfern und die finanzielle Rechenschaftspflicht aller Beteiligten im Zahlungsverkehr zu bekämpfen. Ein zentraler Gesetzesvorschlag ist der "Protecting Consumers from Payment Scams Act", eingebracht von Rep. Maxine Waters (D-Calif.) und den Senatoren Elizabeth Warren (D-Mass.) und Richard Blumenthal (D-Conn.). Dieses Gesetz würde den "Electronic Fund Transfer Act" aktualisieren, um betrügerisch veranlasste elektronische Geldtransfers wie unautorisierte Transfers zu behandeln.

Entscheidend ist, dass das Gesetz vorschreibt, dass die Haftung für gestohlenes Geld "gleichmäßig zwischen dem Finanzinstitut, das das Konto des Verbrauchers führt, und dem Finanzinstitut, das die Überweisung erhalten hat, geteilt wird". Verbraucherschützer unterstützen dieses Modell der geteilten Haftung nachdrücklich. Adam Rust, Direktor für Finanzdienstleistungen bei der Consumer Federation of America, erklärte, dass "Großbritannien gezeigt hat, dass geteilte Haftung funktioniert", und jeder Akteur im Ökosystem "skin in the game" haben muss.

Der republikanische Ansatz: Sektorübergreifende Verantwortung und Task Forces

Republikaner lehnen es generell ab, die Haftung auf Finanzinstitute zu verlagern, wenn Kunden irrtümlich betrügerische Zahlungen autorisieren. Rep. Barr argumentiert, dass die Kostenübernahme durch Banken "die zugrunde liegenden Ursachen von Scams nicht angeht" und sogar zu mehr kriminellen Aktivitäten aus erster Hand führen könnte, während kleinere Institutionen finanziell belastet würden. Stattdessen wollen republikanische Gesetzgeber die Technologie- und Social-Media-Plattformen stärker in die Pflicht nehmen, auf denen Scams häufig ihren Ursprung haben.

Der von Rep. Dan Meuser (R-Pa.) eingebrachte "Safeguarding Consumers from Advertising Misconduct, or SCAM, Act" würde Online-Plattformen verbieten, irreführende kommerzielle Werbung anzuzeigen, und sie verpflichten, die Identität von Werbetreibenden aktiv zu überprüfen. Darüber hinaus drängen Republikaner darauf, die lokale Polizei mit besseren Werkzeugen zur Verfolgung gestohlener Gelder auszustatten. Der "Guarding Unprotected Aging Retirees from Deception, or GUARD, Act" von Rep. Zach Nunn (R-Iowa) würde es staatlichen und lokalen Strafverfolgungsbehörden ermöglichen, Bundesmittel zur Untersuchung von Finanzbetrug an Senioren und "Pig Butchering"-Kryptowährungsschemata zu verwenden. Eine weitere Initiative ist der "Taskforce for Recognizing and Averting Payment Scams, or TRAPS, Act", der eine vom Finanzministerium geleitete Task Force einrichten würde, um eine nationale Strategie zu koordinieren.

Der parteipolitische Konflikt um die CFPB-Finanzierung

Ein Hauptstreitpunkt zwischen Republikanern und Demokraten ist die Rolle und Finanzierung des Consumer Financial Protection Bureau (CFPB), das nach Ansicht seiner Befürworter einen wichtigen Beitrag zur Betrugsbekämpfung leisten könnte. Demokraten wie Rep. Stephen Lynch (D-Mass.) und Rep. Al Green (D-Texas) kritisierten die Trump-Administration scharf und warfen ihr vor, die Agentur absichtlich geschwächt und Korruption ermöglicht zu haben, was zu einem "goldenen Zeitalter des Betrugs" führe.

Republikaner konterten, dass die bisherige Aufsicht des CFPB den Anstieg der Scams nicht verhindern konnte und seine weitreichenden Befugnisse Banken sogar daran hindern, Betrug zu bekämpfen. Rep. Meuser wies darauf hin, dass Scams und Betrug unter der Aufsicht des CFPB zwischen 2021 und 2024 um 110 % zugenommen hätten, weshalb eine Wiederherstellung der Finanzierung "ein Verdoppeln des Scheiterns" wäre. Barr argumentierte, dass die weitreichende Befugnis des CFPB, unfaire, betrügerische oder missbräuchliche Handlungen oder Praktiken (UDAAP) zu ahnden, Banken davon abhält, notwendige Transaktions-"Reibung" einzuführen, um betrügerische Zahlungen zu stoppen. Sein vorgeschlagener "Rectifying UDAP Act" soll dem CFPB klare Standards für Verstöße vorschreiben, um Finanzinstituten die nötige Klarheit für Interventionen zu geben.

Wie Finanzunternehmen den Kampf aufnehmen wollen

Während die Gesetzgeber über Haftung und die Rolle des CFPB debattierten, präsentierten Branchenvertreter und Verbraucherschützer ihre eigenen Prioritäten zur Bekämpfung der Krise. Patrick McDade, Senior Vice President für Betrugs- und Technologierisikomanagement bei EverBank, forderte eine Exekutivverordnung des Weißen Hauses, die einen "formellen, regierungsweiten Rahmen" zur Betrugsbekämpfung schafft. Er drängte auch auf eine Modernisierung des "Suspicious Activity Report" (SAR)-Prozesses des Bank Secrecy Act zu einem Echtzeit-"Fraud Signal Report", um Metadaten prägnant mit Strafverfolgungsbehörden und anderen Institutionen teilen zu können.

Vertreter von Gemeinschaftsinstituten, wie Gay Dempsey und Kate McKune von der Park Community Credit Union, sprachen sich für mehr Flexibilität bei der Unterbrechung verdächtiger Transaktionen und den Schutz vor Haftung beim Austausch von Bedrohungsdaten aus. Sie lehnten neue Mandate ab, die die Betrugshaftung auf kleinere Institutionen verlagern würden. Ein zentrales Problem ist die "rechtliche und aufsichtsrechtliche Unsicherheit", der Institutionen bei der Betrugsprävention begegnen, so Joseph Schuster, Partner bei der Anwaltskanzlei Ballard Spahr. Er forderte den Kongress auf, explizite "Safe Harbors" unter dem Fair Credit Reporting Act (FCRA) und Abschnitt 314(b) des USA PATRIOT Act zu schaffen, damit Banken Daten ohne Angst vor regulatorischen Konsequenzen austauschen können.

Erwähnte Persönlichkeiten