US-Kongress lehnt Trumps Kanada-Zölle ab: Wirtschaftliche Folgen im Fokus

US-Kongress lehnt Trumps Kanada-Zölle ab: Wirtschaftliche Folgen im Fokus

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Das US-Repräsentantenhaus hat sich in einer seltenen parteiübergreifenden Abstimmung gegen die von Präsident Donald Trump verhängten Zölle auf kanadische Importe gestellt. Diese Entscheidung erfolgte inmitten einer anhaltenden Handelsfehde zwischen den beiden Nachbarländern, die bereits spürbare wirtschaftliche Auswirkungen zeigt. Die Resolution, die nun an den Senat geht, unterstreicht die wachsenden Bedenken hinsichtlich der Kosten für amerikanische Verbraucher.

Kongress lehnt Trumps Kanada-Zölle ab

Am Mittwoch stimmte das US-Repräsentantenhaus für eine Resolution, die die von Präsident Donald Trump unter einer nationalen Notstandserklärung verhängten Zölle auf Kanada aufheben würde. Die von Rep. Gregory Meeks (New York) eingebrachte Maßnahme wurde mit 219 zu 211 Stimmen verabschiedet. Dabei schlossen sich sechs Republikaner den Demokraten an, um sich gegen Trump und die GOP-Führung zu stellen. Ein Demokrat, Rep. Jared Golden aus Maine, stimmte gegen die Resolution.

Die Abstimmung erfolgte, nachdem republikanische Führer am Vortag gescheitert waren, die Debatte durch ein Verfahrensmanöver zu blockieren. Drei GOP-Abgeordnete hatten sich damals den Demokraten angeschlossen, um die Debatte zu ermöglichen. Präsident Trump hatte die Republikaner öffentlich vor politischen Konsequenzen bei den Wahlen gewarnt, sollten sie gegen die Zölle stimmen, und drohte mit "ernsthaften Konsequenzen" in den Vorwahlen.

Wirtschaftliche Bedenken als Hauptmotiv

Sowohl die abweichenden Republikaner als auch die Demokraten nannten wirtschaftliche Auswirkungen als Hauptgrund für ihre Ablehnung der Zölle. Rep. Meeks betonte vor der Abstimmung die Wahl zwischen niedrigeren Lebenshaltungskosten für amerikanische Familien und Loyalität zu einer Person, Donald J. Trump.

House Minority Leader Hakeem Jeffries erklärte, Trumps Zölle würden "Preise in die Höhe treiben und unnötige Unsicherheit für amerikanische Familien schaffen". Rep. Don Bacon aus Nebraska, ein "altmodischer Konservativer", der gegen die Zölle stimmte und nicht zur Wiederwahl antritt, bezeichnete diese als "Steuer für amerikanische Verbraucher". Die Resolution geht nun an den Senat, wo jedoch ein Veto Trumps erwartet wird, was den Vorstoß weitgehend symbolisch macht.

Eskalation der Handelsbeziehungen

Die Spannungen zwischen den USA und Kanada haben sich seit Trumps zweiter Amtszeit und der Einführung von Zöllen sowie der Bezeichnung Kanadas als "51. Staat" verschärft. Im Januar drohte Trump mit 100-prozentigen Zöllen auf Kanada, nachdem Premierminister Mark Carney ein Handelsabkommen mit China geschlossen hatte. Dieses Abkommen sah eine Quote für Chinas EV-Exporte im Austausch für den Wegfall bestimmter Agrarzölle auf Kanada vor.

Zusätzlich drohte Trump, die Eröffnung einer neuen Brücke zwischen Michigan und Ontario zu blockieren und forderte Eigentumsanteile an der von Kanada finanzierten Brücke. Obwohl ein Gespräch zwischen Carney und Trump die Brücken-Drohungen deeskalierte, hat sich die Stimmung gegenüber den USA in Kanada deutlich verschlechtert.

Auswirkungen auf Wirtschaft und Tourismus

Die anhaltenden Handelsstreitigkeiten zeigen bereits konkrete Auswirkungen auf die Wirtschaft beider Länder. Laut Statistics Canada sank die Zahl der Kanadier, die nach Reisen in den USA nach Kanada zurückkehrten, Anfang 2025 erheblich und lag im November 2025 etwa ein Viertel unter dem Vorjahreswert.

Nachdem kanadische Provinzen einen Boykott gegen amerikanische Alkoholprodukte gestartet hatten, brachen die US-Spirituosenexporte nach Kanada im zweiten Quartal 2025 um 85 Prozent ein. Der Exportwert fiel dabei unter 10 Millionen US-Dollar, wie der Distilled Spirits Council berichtete. Diese Zahlen verdeutlichen die weitreichenden Folgen der angespannten Handelsbeziehungen für verschiedene Sektoren.

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