US-Kongress: Neue Gesetze sollen Altersvorsorge für Pflegende stärken

US-Kongress: Neue Gesetze sollen Altersvorsorge für Pflegende stärken

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Im US-Kongress gibt es parteiübergreifende Bemühungen, pflegenden Angehörigen mehr Möglichkeiten zur Altersvorsorge zu eröffnen. Zwei Gesetzesentwürfe, die kürzlich in beiden Kammern eingebracht wurden, sollen die Regeln für Roth IRA-Beiträge lockern und "Catch-up"-Beiträge für betriebliche Altersvorsorgepläne wie 401(k)s erweitern. Diese Initiativen zielen darauf ab, die finanzielle Belastung für jene zu mindern, die oft unbezahlte Pflege leisten und dafür ihre berufliche Tätigkeit reduzieren oder ganz aufgeben.

Neue Gesetzesinitiativen für pflegende Angehörige

Die beiden parteiübergreifenden Gesetzesentwürfe wurden von den US-Senatoren Mark Warner (D-VA) und Susan Collins (R-ME) sowie den Abgeordneten Maria Elvira Salazar (R-FL-27) und Brittany Pettersen (D-CO-07) eingebracht. Sie sollen die finanzielle Sicherheit von Personen verbessern, die ihre Angehörigen pflegen und dabei oft ihre eigene langfristige Altersvorsorge opfern. Senatorin Susan Collins betonte, dass diese Gesetze den Betroffenen eine bessere Chance geben würden, eine sichere finanzielle Zukunft aufzubauen und sicherzustellen, dass sie für die von ihnen geleistete wichtige Pflege nicht bestraft werden.

Die Gesetzesentwürfe im Repräsentantenhaus wurden an den Ways and Means Committee verwiesen, während die Senatsentwürfe an den Finanzausschuss gingen.

Die finanzielle Belastung der Pflege

Pflegende Angehörige leisten in den USA jährlich Pflegeleistungen im Wert von rund 1 Billion US-Dollar, fast ausschließlich unbezahlt, so ein Bericht des AARP Public Policy Institute aus dem Jahr 2024. Diese Rolle führt oft zu erheblichen finanziellen Belastungen: Eine AARP-Umfrage von 2021 ergab, dass 78 % der Pflegenden Ausgaben aus eigener Tasche für die Pflege tätigen, mit durchschnittlich 7.242 US-Dollar pro Jahr.

Drei von fünf Pflegenden sind Frauen, mit einem Durchschnittsalter von 51 Jahren, wie ein gemeinsamer Bericht von AARP und der National Alliance for Caregiving aus dem Jahr 2025 zeigt. Frauen verfügen tendenziell über geringere Altersvorsorgeguthaben; laut Vanguards "How America Saves Report" 2025 liegt der Durchschnitt in 401(k)-Plänen bei 126.971 US-Dollar für Frauen und 171.859 US-Dollar für Männer. Cindy Hounsell, Gründerin des Women's Institute for a Secure Retirement, kommentierte: "Pflegende brauchen jede Hilfe, die sie bekommen können. Oft müssen sie ihre Arbeit aufgeben, um sich um Eltern, Kinder oder Schwiegereltern zu kümmern."

Die alternde US-Bevölkerung verstärkt den Bedarf an Pflege. Die Zahl der über 65-Jährigen erreichte 2024 61,2 Millionen, ein Anstieg von 13 % gegenüber 2020. Die USA befinden sich derzeit in einer Phase, in der eine Rekordzahl von Amerikanern jedes Jahr 65 Jahre alt wird.

Das "Improving Retirement Security for Family Caregivers Act" im Detail

Der Gesetzesentwurf S. 4292, bekannt als "Improving Retirement Security for Family Caregivers Act", würde qualifizierten pflegenden Angehörigen ermöglichen, den jährlichen Höchstbetrag in einem Roth IRA einzuzahlen, selbst wenn ihr verdientes Einkommen in diesem Jahr geringer ist.

Die aktuellen Regeln für 2026 begrenzen die Beiträge zu IRAs auf 7.500 US-Dollar oder das jährliche Einkommen, je nachdem, welcher Betrag niedriger ist. Um sich zu qualifizieren, müsste ein Pflegender jährlich 500 oder mehr Stunden Pflege leisten und weniger als 500 Stunden bezahlter Arbeit nachgehen. Paul Richman vom Insured Retirement Institute beschreibt den Entwurf als "ähnlich im Geiste wie ein Spousal IRA, aber breiter und flexibler – insbesondere für Pflegende, die nicht genau in bestehende Regeln passen".

Das "Catching Up Family Caregivers Act" im Detail

Der Gesetzesentwurf S. 4291, das "Catching Up Family Caregivers Act", würde pflegenden Angehörigen zusätzliche Jahre der Berechtigung für die höchsten "Catch-up"-Beiträge in arbeitgeberfinanzierten Altersvorsorgeplänen und IRAs gewähren. Diese zusätzlichen Beiträge sind derzeit für Arbeitnehmer ab 50 Jahren vorgesehen, mit noch höheren Grenzen für Personen zwischen 60 und 63 Jahren.

Der Entwurf würde es Vollzeit-Pflegenden ermöglichen, sich für bis zu fünf zusätzliche Jahre der maximalen Catch-up-Beiträge zu qualifizieren. Senator Mark Warner betonte, dass niemand seine eigene finanzielle Sicherheit verlieren sollte, weil er einem geliebten Menschen wesentliche Pflege zukommen lässt.

Warum diese Gesetze jetzt wichtig sind

Die vorgeschlagenen Gesetze sind Teil einer umfassenderen Anstrengung von Gesetzgebern und politischen Entscheidungsträgern, die finanzielle Belastung durch Pflege zu adressieren. Sie erkennen an, dass die Pflege von Angehörigen eine entscheidende gesellschaftliche Aufgabe ist, die jedoch oft mit erheblichen persönlichen finanziellen Opfern verbunden ist. Durch die Anpassung der Altersvorsorgeregeln soll sichergestellt werden, dass diese wichtige Arbeit nicht zu einer langfristigen finanziellen Benachteiligung führt. Repräsentantin Brittany Pettersen fasste zusammen: "Unsere Pflegenden leisten einige der wichtigsten, aber am meisten unterschätzten Arbeiten in unserem Land... aber diese Pflege kann ihren persönlichen Leben schaden, wobei Pflegende einen großen persönlichen finanziellen Schlag erleiden, wenn sie sich von der Arbeit freinehmen, um ihre Lieben zu priorisieren."

Erwähnte Persönlichkeiten