US-Konsumklima auf historischem Tief: Wirtschaftliche Ängste vertiefen sich

US-Konsumklima auf historischem Tief: Wirtschaftliche Ängste vertiefen sich

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Das US-Konsumklima ist auf einen der niedrigsten Stände seit Beginn der Aufzeichnungen gefallen. Eine anhaltende Erschwinglichkeitskrise belastet die Haushalte, während der sich abkühlende Arbeitsmarkt die wirtschaftlichen Ängste der Verbraucher vertieft. Diese Entwicklung deutet auf eine weit verbreitete Unsicherheit hin, die trotz einiger positiver Wirtschaftsindikatoren bestehen bleibt.

Historisch niedriges Konsumklima

Der Economic Conditions Index der University of Michigan, der die Stimmung der US-Verbraucher misst, erreichte laut The Kobeissi Letter einen Wert von 50.4. Dieser Wert liegt nur knapp über dem Allzeittief von 50.0, das im Juni 2022 verzeichnet wurde. Im November 2025 lag der Consumer Sentiment Index bei 50.3, ein Rückgang von 53.6 im Oktober. Zum Vergleich: Im Jahr 1980, als die jährliche Inflation bei 13.5% lag, war der Index noch 11 Punkte höher, während die jüngsten Inflationszahlen im November 2025 bei 2.7% lagen.

Die aktuelle Stimmung spiegelt eine deutliche Erosion der Kaufkraft wider. Amerikaner empfinden große Anschaffungen als unerschwinglicher denn je. Die Verbraucher sind selten so pessimistisch in Bezug auf die Wirtschaft gewesen, was auf anhaltende tiefe wirtschaftliche Ängste hindeutet, trotz Verbesserungen bei Inflation und BIP-Wachstum.

Die Gründe für die Pessimismuswelle

Mehrere Faktoren tragen zu dieser negativen Entwicklung bei:

  • Erschwinglichkeitskrise: Hohe Preise für Güter und Dienstleistungen belasten die Haushaltsbudgets.
  • Schwächerer Arbeitsmarkt: Die Abkühlung des Arbeitsmarktes schürt Sorgen um Arbeitsplatzsicherheit und Einkommen.
  • Finanzielle Belastung: Viele Haushalte kämpfen mit der Begleichung ihrer Rechnungen.

Obwohl für 2026 ein bescheidenes Wirtschaftswachstum von 2% prognostiziert wird (gegenüber 1.3% im Juni), überwiegen die Sorgen der Verbraucher.

Eine "K-förmige" Wirtschaftserholung

Die aktuellen Daten zeichnen zunehmend das Bild einer sogenannten "K-förmigen" Erholung der US-Wirtschaft. Dies bedeutet, dass wohlhabende Haushalte weiterhin frei konsumieren, während einkommensschwächere Verbraucher aufgrund des wachsenden finanziellen Drucks ihre Ausgaben zurückfahren.

Mark Zandi, Ökonom bei Moody’s Analytics, weist darauf hin, dass Millionen von Amerikanern "bereits am finanziellen Abgrund leben", während die wohlhabenderen Haushalte weiter vorankommen. Zandi merkte zudem an, dass 22 Bundesstaaten sowie Washington, D.C., die ein Drittel des BIP ausmachen, bereits in einer Rezession steckten, während die nationale Wirtschaft diese noch vermied. JPMorgan Asset Management teilt diese Bedenken und stellt fest, dass die KI-getriebene Rally an der Wall Street die Portfolios der wohlhabenden Schichten gestärkt und zu erhöhten Ausgaben für Luxusgüter geführt hat, während Haushalte mit mittlerem Einkommen und zinssensible Sektoren "schleppend" bleiben.

Auswirkungen des Regierungsstillstands

Ein wesentlicher Faktor für den Vertrauensverlust war der Regierungsstillstand in den USA. Dieser dauerte vom 1. Oktober bis zum 12. November 2025, insgesamt 43 Tage, und war damit der längste in der Geschichte. Etwa 900.000 Regierungsangestellte wurden ohne Bezahlung beurlaubt, was zusätzliche Ängste und Unsicherheiten in der Bevölkerung schürte.

Ein Blick nach vorn: Leichte Erholung, anhaltende Sorgen

Im Dezember 2025 stieg der University of Michigan Sentiment Index leicht um 1.9 Punkte auf 52.9. Dies lag jedoch unter der mittleren Schätzung von 53.5 in einer Bloomberg-Umfrage unter Ökonomen. Joanne Hsu, Direktorin der Umfrage, kommentierte, dass die Stimmung trotz einiger Anzeichen einer Verbesserung zum Jahresende fast 30% unter dem Wert vom Dezember 2024 liege, da "Taschenbuch-Probleme weiterhin die Ansichten der Verbraucher über die Wirtschaft dominieren". Dies unterstreicht, dass die Sorgen um die Erschwinglichkeit weiterhin tief in der Wahrnehmung der US-Verbraucher verankert sind.