US-Kreditmärkte: Verschlechterung der Bedingungen und K-förmige Wirtschaft

US-Kreditmärkte: Verschlechterung der Bedingungen und K-förmige Wirtschaft

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Eine aktuelle Umfrage unter US-Konsumentenkreditunternehmen zeigt eine Verschlechterung der Geschäftsbedingungen im dritten Quartal dieses Jahres. Insbesondere Kreditnehmer mit geringerer Kreditwürdigkeit geraten zunehmend unter Druck, was auf eine sich verstärkende K-förmige Wirtschaft hindeutet. Trotz eines insgesamt optimistischeren Ausblicks für die kommenden sechs Monate bleiben die Herausforderungen für bestimmte Verbrauchersegmente bestehen.

Verschlechterung der Kreditbedingungen im dritten Quartal

Die Geschäftsbedingungen für Konsumentenkreditunternehmen in den USA haben sich im dritten Quartal dieses Jahres verschlechtert. Dies geht aus einer aktuellen Umfrage der American Financial Services Association (AFSA) hervor, die die Stimmung ihrer Mitglieder von Juli bis September erfasste. Als Gründe werden höhere Preise, ein weitgehend statischer Arbeitsmarkt und allgemeine Unsicherheit über die Richtung der US-Wirtschaft genannt.

Der "Net Improving Index" der AFSA, der im Oktober von 34 Befragten erhoben wurde, lag bei -5,9 %. Ein negatives Ergebnis bedeutet, dass mehr Befragte eine Verschlechterung der Bedingungen meldeten als eine Verbesserung. Zum Vergleich: Im zweiten Quartal lag der Index bei 12,8 % und im ersten Quartal bei 15,6 %. Timothy Gill, Chefökonom und Vizepräsident für Forschung bei der AFSA, führt diesen Rückgang in den negativen Bereich auf die komplexe Wirtschaftslage zurück.

Die K-förmige Wirtschaft und wachsende Belastungen

Die Umfrageergebnisse liefern weitere Belege für eine sogenannte "K-förmige Wirtschaft". Timothy Gill erklärt, dass eine K-förmige Wirtschaft dann vorliegt, wenn Besserverdienende ihren Wohlstand mehren, während Geringverdiener mit größeren Herausforderungen konfrontiert sind. Gill merkt an: "Es gibt eine Kohorte, die absolut zu kämpfen hat."

Besonders betroffen sind Kreditnehmer mit niedrigeren Kredit-Scores, die als Subprime-Kreditnehmer bezeichnet werden. Die Kreditperformance in diesem Segment hat sich laut Gill "sicherlich verschlechtert", insbesondere im Bereich der Autofinanzierungen. Die AFSA, ein Branchenverband für Konsumentenkreditunternehmen, befragt ihre Mitglieder seit Anfang 2024 vierteljährlich zu Kreditbedingungen, Kreditnachfrage, Kosten der Mittel und der Performance ausstehender Kredite.

Herausforderungen für Subprime-Kreditnehmer

Die Kreditgeber berichteten im dritten Quartal von einer verschlechterten Kreditperformance insgesamt. 29,4 % der Befragten gaben an, dass sich die Kreditperformance "etwas verschlechtert" habe, verglichen mit 15,4 % im zweiten Quartal. Bei Subprime-Kreditnehmern war die Situation noch deutlicher: 32,1 % der Kreditgeber meldeten eine verschlechterte Performance zwischen Juli und September, gegenüber 17,6 % im Vorquartal.

Der Ausblick für die Kreditperformance von Kreditnehmern mit niedrigeren Kredit-Scores ist besonders düster. 55.6 % der Kreditgeber erwarten eine "etwas schlechtere" Entwicklung in den kommenden Monaten, während es im zweiten Quartal 23,5 % waren. Stephen Kates, Finanzanalyst bei Bankrate, bestätigt, dass Subprime-Kreditnehmer die stärksten Einschränkungen beim Kreditzugang erleben. Er beobachtet "höhere Ablehnungsquoten für Dinge wie Hausrefinanzierungen und Autokredite."

Divergierende Trends auf den Kreditmärkten

Ein TransUnion-Bericht unterstreicht diese divergierenden Kreditrisikotrends unter US-Verbrauchern. Das Wachstum bei Neuvergaben und Gesamtguthaben war demnach am stärksten in den Super-Prime- und Subprime-Segmenten, sowohl bei Kreditkarten als auch bei Autokrediten. Michele Raneri, Vizepräsidentin und Leiterin der US-Forschung und -Beratung bei TransUnion, kommentiert: "Da sich die Verbraucher zunehmend den Extremen des Kreditrisikospektrums zuwenden, ist es keine Überraschung, dass wir das stärkste Wachstum bei Kreditkarten- und Autoaktivitäten in diesen Segmenten sehen."

Der TransUnion-Bericht für Q3 2025 (Anmerkung: Die Quelle nennt Q3 2025, was als zukünftiger Zeitpunkt erscheint, aber im Kontext der Quelle als aktuelle Trendanalyse zu verstehen ist) zeigt für Kreditkarten:

  • Die Kreditkarten-Neuvergaben stiegen im Q2 2025 (mit einem Quartal Verzögerung berichtet) um 9 % im Jahresvergleich auf 20,5 Millionen. Dies war der größte Anstieg seit zwei Jahren, getrieben durch Wachstum in den Super-Prime- und Subprime-Segmenten.
  • Die durchschnittlichen Kreditlinien für neue Konten sanken um 1,6 % im Jahresvergleich, wobei Subprime-Kreditnehmer die größten Rückgänge (5,0 %) verzeichneten.
  • Die Konsumenten-Delinquenzraten (90+ DPD) sanken im Jahresvergleich auf 2,37 %, was auf eine Stärkung der Kreditgesundheit und verantwortungsvolleres Zahlungsverhalten hindeutet, zusammen mit besseren Kreditvergaben durch angepasste Underwriting-Standards.

Ausblick und Zinsentwicklung

Trotz der spezifischen Herausforderungen für Subprime-Kreditnehmer ist der allgemeine Sechs-Monats-Ausblick der AFSA-Umfrage positiver. Über 41 % der Befragten erwarten eine Verbesserung des gesamten Geschäftsumfelds, während nur 20,6 % einen Rückgang prognostizieren. Dies ist teilweise auf die Erwartung weiterer Zinssenkungen zurückzuführen.

Dennoch zeigt eine Umfrage der Federal Reserve Bank of New York vom November, dass die Wahrnehmung des Kreditzugangs sich verschlechtert hat. 33,5 % der Befragten erwarteten, dass es ein Jahr später "etwas schwieriger" sein würde, Kredit zu erhalten, gegenüber 24,1 % im Vorjahr. Stephen Kates merkt an, dass die Erwartungen heute, im letzten Quartal oder so, besser sind als vor einigen Jahren, als die Inflation "wirklich verrückt spielte" und 6 %, 7 % oder 8 % erreichte.

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