US-Lohnpfändungen für Studienkredite: Was Schuldner jetzt wissen müssen

US-Lohnpfändungen für Studienkredite: Was Schuldner jetzt wissen müssen

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Die US-Regierung nimmt die Lohnpfändung für säumige Schuldner von Bundesstudienkrediten wieder auf. Ab dem 7. Januar 2026 werden erste Benachrichtigungen verschickt, was Millionen von Betroffenen vor finanzielle Herausforderungen stellen könnte. Experten betonen die Dringlichkeit schnellen Handelns, um die Kontrolle über die eigene finanzielle Situation zu behalten.

Hintergrund der Lohnpfändungen

Die Lohnpfändungen für Bundesstudienkredite wurden im Jahr 2020 als Reaktion auf die Covid-19-Pandemie ausgesetzt. Nun nimmt das Department of Education diese Maßnahme wieder auf, um unbezahlte Schulden einzutreiben. Die Bundesregierung besitzt die Befugnis, Teile der Löhne, Bundesteuererstattungen sowie Sozialversicherungs- und Invaliditätsleistungen von Schuldnern einzuziehen, die mit ihren Krediten in Verzug geraten sind.

Das Treasury Offset-Programm, welches die Einziehung von Bundeszahlungen säumiger Schuldner ermöglicht, wurde bereits am 5. Mai 2025 wieder aufgenommen. Die Wiederaufnahme der Pfändung von persönlichen, nicht-föderalen Löhnen dauerte jedoch länger als erwartet, teilweise bedingt durch einen Regierungsstillstand. Im Juni 2025 bestätigte das Department of Education, dass keine Sozialversicherungsleistungen von säumigen Schuldnern gepfändet werden.

Wer ist betroffen und wie hoch sind die Pfändungen?

Betroffen sind Schuldner, die mit ihren Bundesstudienkrediten in Verzug geraten sind. Dies ist der Fall, wenn Zahlungen mindestens 270 Tage überfällig sind. Die ersten rund 1.000 Benachrichtigungen über Lohnpfändungen wurden in der Woche des 7. Januar 2026 erwartet, wobei die Zahl der benachrichtigten Schuldner monatlich steigen soll.

Die Situation ist weitreichend: Ende September 2025 befanden sich 5,2 Millionen Schuldner in Verzug. Zusätzlich waren fast 6,6 Millionen Schuldner zwischen einem Monat und einem Jahr überfällig. Im Juni 2025 waren 5,3 Millionen Schuldner in Verzug, was 7% des gesamten Portfolios von Bundesstudienkrediten in Höhe von 1,58 Billionen US-Dollar ausmachte. Die Regierung kann bis zu 15% des verfügbaren Einkommens eines Schuldners pfänden, wobei das verfügbare Einkommen als das Einkommen nach obligatorischen Abzügen wie Steuern definiert ist. Eine Mindesteinkommensgrenze, die dem 30-fachen des Bundesmindestlohns pro Woche entspricht, ist jedoch vor Pfändung geschützt. Die Pfändung dauert an, bis der Kredit vollständig zurückgezahlt oder aus dem Verzug geholt wurde.

Fristen und Benachrichtigungen

Schuldner werden 65 Tage vor der Pfändung ihrer Bundeszahlungen und 30 Tage vor der Lohnpfändung benachrichtigt. Diese Benachrichtigungen, die von Federal Student Aid verschickt werden, enthalten wichtige Informationen darüber, wie Schuldner ihre säumigen Kredite regulieren und eine Anhörung beantragen können, um die Entscheidung zur Pfändung anzufechten.

Handlungsoptionen für betroffene Schuldner

Wenn Sie eine Benachrichtigung über eine bevorstehende Lohnpfändung erhalten haben, ist schnelles Handeln entscheidend. Sophoan Prak, Finanzberater bei Vanguard, betont: „Kommunikation und frühzeitiges Handeln sind entscheidend.“ Er fügt hinzu: „Eine Lohnpfändung muss Ihre finanzielle Zukunft nicht entgleisen lassen, wenn Sie jetzt Schritte unternehmen, um die Kontrolle zurückzugewinnen.“

Schuldner haben verschiedene Möglichkeiten, um eine Lohnpfändung zu vermeiden oder zu beenden:

  • Anhörung beantragen: Sie können eine Anhörung beantragen, um die Pfändung anzufechten. Dabei können Sie Einwände gegen die Existenz, Höhe oder Durchsetzbarkeit Ihrer Schulden erheben. Auch eine extreme finanzielle Notlage durch die Pfändung von 15% des verfügbaren Einkommens kann als Einwand geltend gemacht werden.
  • Freiwillige Rückzahlungsvereinbarung: Es besteht die Möglichkeit, eine freiwillige Rückzahlungsvereinbarung zu treffen.
  • Einkommensbasierte Rückzahlungspläne (IDR): Mehrere einkommensbasierte Rückzahlungspläne stehen zur Verfügung, darunter Income-Based Repayment (IBR), Income-Contingent Repayment (ICR) und Pay As You Earn (PAYE). Stanley Tate, ein auf Studienkreditrecht spezialisierter Anwalt, hat beobachtet, dass viele Schuldner in Verzug geraten, nicht weil es keine Optionen gibt, sondern weil sie nicht wissen, welche Pläne sie qualifizieren und wie sie sich dafür anmelden können.
  • **Konsolidierung oder Rehabilitation:** Schuldner, die sich im Verzug befinden, können beantragen, ihre Kredite zu konsolidieren oder in ein Rehabilitationsprogramm aufzunehmen, um sie wieder in einen guten Status zu bringen.
  • Stundung (Deferment) oder Nachsicht (Forbearance): Unter bestimmten Umständen können diese Optionen ebenfalls in Betracht gezogen werden.

Rechte der Schuldner

Schuldner haben bestimmte Rechte im Zusammenhang mit Lohnpfändungen. Dazu gehört das Recht, nicht aufgrund der Pfändung entlassen, abgelehnt oder disziplinarisch bestraft zu werden. Sollten solche Maßnahmen ergriffen werden, können Schuldner rechtliche Schritte gegen ihren Arbeitgeber einleiten. Zudem haben Schuldner das Recht, dass Informationen über die Pfändung dem Arbeitgeber nur in dem Umfang mitgeteilt werden, der zur Einhaltung der Einziehungsanordnung erforderlich ist.

Soziale Auswirkungen und Herausforderungen

Lohnpfändungen entziehen Schuldnern die Kontrolle über einen Teil ihres Geldes, was eine ohnehin schwierige Situation verschärfen kann, insbesondere wenn sie mit anderen Verpflichtungen wie Miete oder Autozahlungen zu kämpfen haben. Eine Umfrage des Institute for College Access and Success vom Dezember ergab, dass mehr als 40% der Schuldner angeben, Kompromisse zwischen ihren Kreditraten und Grundbedürfnissen eingehen zu müssen.

Aufgrund anhaltender rassistischer Ungleichheit sind Schwarze Schuldner nicht nur häufiger auf Kredite angewiesen, um ihr Studium zu finanzieren, sondern haben auch eine höhere Wahrscheinlichkeit, Schwierigkeiten bei der Rückzahlung zu haben, sobald sie ins Berufsleben eintreten. Dies könnte die wirtschaftliche Lage dieser Gruppe zusätzlich belasten. Die Reduzierung der Kaufkraft durch Lohnpfändungen könnte zudem das Wirtschaftswachstum behindern und die Bundeseinnahmen reduzieren, was langfristige wirtschaftliche Folgen nach sich ziehen könnte.

Aktuelle Lage und Ausblick

Derzeit gibt es laut Stanley Tate keine Gesetzgebung, die die Lohnpfändung für Bundesstudienkredite generell stoppen oder aussetzen würde. Die Zahl der säumigen Schuldner könnte weiter stark ansteigen, da die Rückzahlungsprogramme überarbeitet werden und die Schonfrist der Pandemie-Ära endgültig ausläuft. Die Entwicklung der Studienkreditlandschaft bleibt somit ein wichtiges Thema für Millionen von Amerikanern.