US-Militär sucht günstigere Raketen: DARPA treibt Innovation voran

US-Militär sucht günstigere Raketen: DARPA treibt Innovation voran

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Das US-Militär, insbesondere die Forschungsabteilung DARPA, sucht dringend nach Wegen, Raketen und andere Verteidigungssysteme schneller und kostengünstiger zu produzieren. Angesichts der hohen Ausgaben für teure Munition in aktuellen Konflikten und der Sorge um die Nachhaltigkeit der Bestände, wird ein grundlegender Wandel in der Rüstungsindustrie angestrebt.

Die Herausforderung: Hohe Kosten und knappe Bestände

Moderne Raketensysteme sind zwar hochleistungsfähig, aber auch teuer, langsam in der Produktion und schwer zu skalieren. Diese Problematik hat sich durch den Krieg in der Ukraine, wo günstige Drohnen in großen Mengen eingesetzt werden, und den US-israelischen Konflikt mit dem Iran, wo der Wert kostengünstiger Munition deutlich wird, verschärft. Verteidigungsbeamte äußern zunehmend Bedenken hinsichtlich der "magazine depth" – der Fähigkeit der USA, einen Kampf gegen einen ebenbürtigen Gegner über längere Zeit aufrechtzuerhalten, ohne die Munitionsbestände zu erschöpfen.

Experten des Royal United Services Institute (RUSI), einer britischen Denkfabrik, schätzen, dass die US-Bestände an fortschrittlichen Luftverteidigungs- und Bodenangriffsraketen innerhalb weniger Wochen erschöpft sein könnten, sollte das aktuelle Operationstempo anhalten. Nach nur 16 Kriegstagen im Nahen Osten hatten die USA und ihre Verbündeten dort fast 11.300 Munitionseinheiten verbraucht. Dies wirft Fragen auf, ob kritische Waffen für einen potenziellen Konflikt im Pazifik, beispielsweise mit China, ausreichend vorhanden sind.

Wirtschaftliche Ungleichheit im Konflikt

Der Konflikt im Nahen Osten hat eine wachsende wirtschaftliche Ungleichheit offengelegt: Der Einsatz von hochpreisigen Raketen zur Abwehr von kostengünstigen Drohnen erweist sich als ökonomisch untragbar. US-Streitkräfte verlassen sich weiterhin auf Abfangraketen, die über 1 Million US-Dollar kosten, um Drohnen abzuschießen, die oft nur wenige Tausend Dollar wert sind. Elaine McCusker, eine ehemalige hochrangige Pentagon-Beamtin, schätzt, dass die Vereinigten Staaten allein in den ersten vier Tagen der Operationen gegen den Iran rund 5,7 Milliarden US-Dollar für die Abwehr iranischer Raketen und Drohnen ausgegeben haben könnten.

Die Kosten für einzelne Raketensysteme sind erheblich: Patriot-Abfangraketen kosten etwa 4 Millionen US-Dollar pro Stück, THAAD-Abfangraketen über 12 Millionen US-Dollar. SM-2- und SM-6-Raketen liegen bei einigen Millionen US-Dollar pro Stück, während SM-3-Abfangraketen zwischen 10 und fast 30 Millionen US-Dollar kosten können. Tomahawk-Marschflugkörper, eine bewährte Angriffsfähigkeit, kosten rund 2 Millionen US-Dollar pro Stück. Berichten zufolge wurden über 500 dieser Tomahawk-Raketen abgefeuert, wobei ein Washington Post-Artikel die Zahl sogar auf 850 bezifferte. Das Center for Strategic and International Studies (CSIS) bewertete diesen hohen Tomahawk-Einsatz als den größten in einer modernen Kampagne, und der Ersatz von 500 Raketen könnte "mindestens fünf Jahre" dauern.

DARPA's Strategiewechsel: Schnelligkeit und Skalierbarkeit

Die Defense Advanced Research Projects Agency (DARPA) sucht nach schnelleren und kostengünstigeren Wegen zur Produktion von Raketen, Sensortechnologie, Waffenavionik und Luftabwehrsystemen. In drei Informationsanfragen (RFIs) fordert die DARPA Unternehmen auf, Technologien zu entwickeln, die einfacher zu produzieren und zu skalieren sind. Dies spiegelt einen breiteren Vorstoß innerhalb des Verteidigungsministeriums wider, sich von den traditionell bevorzugten komplexen, hochtechnisierten Systemen zu lösen.

Ein Dokument der DARPA besagt: "Um die aktuellen Entwicklungszeiten für Waffen zu beschleunigen, erwägt die DARPA ein alternatives Entwicklungsparadigma, um die Magazintiefe und -breite der Nation zu erhöhen." Der Fokus liegt auf der schnellen Herstellung von Luftabwehrwaffen unter Verwendung leicht verfügbarer Teile. "Anstatt mit komplexen, High-End-Systemen zu beginnen, die typischerweise groß, teuer, exquisit und selten sind, priorisiert ein neuer Ansatz das Design für die Fertigung in Geschwindigkeit und Umfang", heißt es weiter. Das Ziel ist die Produktion großer Mengen an Fähigkeiten, die "kleiner, intelligenter und deutlich erschwinglicher sind – konzipiert für die Großserienfertigung." Insbesondere Antriebssysteme gelten als "notorischer Engpass in der Raketenfertigung", und die DARPA sucht nach neuen Technologien, die die Produktionszeiten von Monaten auf Tage oder sogar Stunden verkürzen könnten.

Innovation durch Startups und neue Technologien

Das Pentagon sucht zusammen mit internationalen Partnern über traditionelle Rüstungsunternehmen hinaus nach erschwinglicheren und skalierbaren Optionen. Lieutenant General Frank Lozano, der die Munitionsbeschaffung für die US-Armee überwacht, hat angedeutet, dass private Startups bereits Vorteile bei Kosten und Produktionsgeschwindigkeit bieten. Ein Beispiel ist Perseus Defense, ein Startup, das von dem ehemaligen NASA-Ingenieur Jason Cornelius gegründet wurde und an einer Rakete arbeitet, die voraussichtlich etwa 10.000 US-Dollar kosten wird – eine kompakte, schnellere und deutlich günstigere Alternative zur AIM-9 Sidewinder.

Neue Konzepte konzentrieren sich auf Raketen im Zehntausender-Dollar-Bereich, die unter Verwendung kommerzieller Komponenten, Automatisierung und 3D-Druck hergestellt werden. Allerdings warnen einige Experten, dass viele dieser Systeme noch nicht im realen Kampf getestet wurden. Zudem sind sie primär für die Kurzstreckenverteidigung konzipiert und können die Reichweite, Geschwindigkeit oder Präzision teurerer Abfangraketen nicht erreichen. Dennoch ist der Trend klar: Die Rüstungsindustrie muss sich anpassen, um den finanziellen und logistischen Herausforderungen moderner Konflikte gerecht zu werden.

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