
US-Militärschlag in Venezuela: Ölinteressen und Kongresskonflikt
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Ein jüngster US-Militärschlag in Venezuela, der zur Gefangennahme von Nicolás Maduro und seiner Frau führte, hat eine intensive Debatte über die wahren Motive und die rechtliche Grundlage der Operation entfacht. Senator Chris Van Hollen (Demokrat, Maryland) äußerte sich am 4. Januar 2026 in der Sendung "Face the Nation with Margaret Brennan" kritisch und warf der Trump-Administration vor, die Öffentlichkeit zu täuschen und die Verfassung zu missachten.
Kontroverse um US-Militärschlag in Venezuela
Die US-Militäroperation in Venezuela, die zur Gefangennahme des venezolanischen Führers Nicolás Maduro und seiner Frau führte, steht im Zentrum politischer Auseinandersetzungen. Senator Chris Van Hollen betonte in seinem Interview, dass die Operation seiner Ansicht nach nie der Drogenbekämpfung diente. Stattdessen sei es von Anfang an darum gegangen, Maduro zu stürzen und Venezuelas Öl für amerikanische Ölkonzerne und die "Milliardärsfreunde" von Präsident Donald Trump zu sichern.
Van Hollen bezeichnete die Präsenz von US-"boots on the ground" und die Forderung nach Zugang zu Venezuelas Öl als Beleg für diese Motivation. Er zog Parallelen zu Trumps früheren Äußerungen über den Irak-Krieg, in denen der Präsident bedauert haben soll, dass die USA nicht das Öl des Landes gesichert hätten.
Van Hollen: Ölinteressen statt Drogenbekämpfung
Die Konzentration auf Ölinteressen wird durch die Häufigkeit des Wortes "Öl" in den Äußerungen der Administration unterstrichen. Margaret Brennan wies darauf hin, dass Präsident Trump das Wort "Öl" in seinen Bemerkungen 20 Mal verwendet habe, während der Verteidigungsminister es etwa sechs Mal nutzte. Van Hollen argumentiert, dass die Trump-Administration die amerikanische Bevölkerung belogen habe und die Operation primär dem Profit großer amerikanischer Ölunternehmen und Trumps wohlhabenden Unterstützern diene.
Er kritisierte scharf, dass amerikanische Leben riskiert würden, um diese finanziellen Interessen zu bedienen. Van Hollen betonte, dass man kein Land überfalle, um dessen natürliche Ressourcen zu ergreifen.
Fehlende Kongressbeteiligung und Kriegsrechte
Ein weiterer zentraler Kritikpunkt ist die mangelnde Einbindung des Kongresses. Der demokratische Abgeordnete Jim Himes (Connecticut) berichtete, dass er "keinerlei Kontaktaufnahme" von der Trump-Administration bezüglich der Venezuela-Schläge erhalten habe. Senator Van Hollen bestätigte, dass die Republikaner im Kongress der Trump-Administration einen "Blankoscheck" ausstellten und ihre verfassungsmäßigen Pflichten aufgäben.
Van Hollen ist der Ansicht, dass der Präsident keine rechtliche Befugnis für die durchgeführten Militäraktionen besitzt. Er hat zusammen mit Senator Merkley eine Resolution im US-Senat eingebracht, um die Finanzierung eines Angriffs auf Venezuela mit Steuergeldern zu unterbinden. Diese Resolution wurde jedoch von den Republikanern blockiert. Ein Votum über eine Kriegsresolution wird voraussichtlich in Kürze stattfinden.
Die Rolle von Rohstoffen und globalen Interessen
Venezuela verfügt nicht nur über große Ölvorkommen, sondern auch über kritische Mineralien. Die Administration argumentiert, dass andere Länder wie China, Russland und Iran ebenfalls versuchen, Vorteile aus den natürlichen Ressourcen Venezuelas zu ziehen. Van Hollen entgegnete, dass die USA unter früheren Regierungen daran gearbeitet hätten, Lieferketten für kritische Mineralien zu sichern, die Trump-Administration jedoch in vielen Bereichen, wie der sauberen Energie und Batterietechnologie, China das Feld überlassen habe.
Er bekräftigte, dass das Risiko amerikanischer Leben nicht gerechtfertigt sei, um Ölressourcen für Milliardäre zu sichern. Das amerikanische Ölunternehmen Chevron ist weiterhin in Venezuela tätig, und Hunderte von Amerikanern leben und arbeiten dort.
Situation inhaftierter US-Bürger
Die Situation von mindestens vier in Venezuela inhaftierten US-Bürgern bereitet Senator Van Hollen Sorge. Er hat von der Administration keine aktuellen Informationen über diese Fälle erhalten. Van Hollen, der zuvor an der Freilassung eines Marylanders gearbeitet hatte, ist der Ansicht, dass die jüngsten Militäraktionen der Trump-Administration die Bemühungen zur Rückführung unrechtmäßig inhaftierter Amerikaner erschweren könnten.
Er forderte die Administration auf, alle von der venezolanischen Regierung unrechtmäßig festgehaltenen Amerikaner als "unrechtmäßig inhaftiert" einzustufen und weiterhin Druck auszuüben, auch wenn militärische Maßnahmen die Situation komplizieren. Van Hollen äußerte die Befürchtung, dass die aktuelle Strategie nicht gut enden werde, ähnlich wie frühere Versuche, unliebsame Führer durch Gewalt zu stürzen.