US Navy: Phelan verschärft Schiffbau-Aufsicht nach Fregatten-Fiasko

US Navy: Phelan verschärft Schiffbau-Aufsicht nach Fregatten-Fiasko

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US-Marineminister John Phelan greift persönlich in den Schiffbauprozess ein, um künftige Projekte vor kostspieligen Fehlern zu bewahren. Er hat eine wöchentliche "Sprechstunde" für Designänderungen am neuen Landing Ship Medium (LSM) eingerichtet, um die Wiederholung von Problemen wie beim kürzlich eingestellten Constellation-Klasse-Fregattenprogramm zu verhindern. Diese Maßnahme unterstreicht den dringenden Bedarf an Effizienz und Kostenkontrolle in der Marinebeschaffung.

Historische Fehltritte: Das Fregatten-Fiasko der Constellation-Klasse

Das Constellation-Klasse-Fregattenprogramm der US Navy wurde kürzlich nach erheblichen Kostenüberschreitungen und Verzögerungen eingestellt. Ursprünglich sollten 20 Schiffe für 22 Milliarden US-Dollar von Fincantieri Marinette Marine gebaut werden, doch nur zwei befanden sich im Bau. Die Verzögerungen stiegen von 15 Prozent während der ersten Trump-Administration auf 85 Prozent in der zweiten Amtszeit.

Ein Hauptproblem war, dass die Navy mit dem Bau des ersten Constellation-Schiffes begann, bevor das Design vollständig festgelegt war. Dies führte zu massiven Kosten- und Lieferproblemen. Marineminister Phelan machte sowohl die Navy als auch den Schiffbauer FMM für die Probleme verantwortlich und betonte, dass das Schiff keinen strategischen Wert mehr für die Flotte bot.

Neuausrichtung im Schiffbau: Das Landing Ship Medium (LSM)

Als Reaktion auf diese Erfahrungen setzt die Navy nun auf einen neuen Ansatz für das Landing Ship Medium (LSM)-Programm. Sie hat den niederländischen Schiffbauer Damen ausgewählt, um das LST 100 Landungsschiff zu liefern. Dieses Design ist bereits ausgereift und nicht entwicklungsbedürftig, was die Beschaffungszeiten verkürzen soll.

Das LST 100 ist ein bekanntes Schiff mit einer Verdrängung von etwa 4.000 Tonnen, das Fracht und Hubschrauber transportieren kann. Marine Corps Commandant Eric Smith bezeichnete es als "ausgezeichnete Wahl" für die Marines, da es ihnen ermöglichen wird, in unwirtlichen Umgebungen ohne Häfen agiler und flexibler zu sein.

Persönliche Kontrolle: Phelans "Freitags-Sprechstunde"

Um die Fehler der Vergangenheit zu vermeiden, hat Marineminister Phelan eine beispiellose persönliche Aufsicht angekündigt. Er wird sich direkt in den Prozess der Designänderungen für das neue Landungsschiff einbringen. "Jede Änderungsanordnung muss über mich laufen", erklärte Phelan.

Er hat freitags um 17 Uhr feste Termine für seine "Änderungsanordnungs-Besprechungen" reserviert. Phelan, der aus der Wirtschaft kommt, betont die Notwendigkeit, die Anforderungen der Kriegführenden in stabile, produzierbare Designs zu übersetzen und daran festzuhalten, um "keine Abweichung, keine Verzögerung" zuzulassen.

Die "Golden Fleet" und eine neue Fregatte

Parallel zur LSM-Initiative hat das Weiße Haus Pläne für eine "Golden Fleet" genehmigt, die eine neue, inländisch entworfene und gebaute Fregatte umfasst. Diese Ankündigung machte Phelan ebenfalls auf dem Reagan National Defense Forum. Die neue Fregatte soll auf einem amerikanischen Design basieren und voraussichtlich vor den ursprünglich geplanten Constellation-Klasse-Schiffen fertiggestellt werden.

OMB-Direktor Russell Vought betonte, dass die Regierung "Dinge anders machen" müsse, um den massiven Rückstand und die Kostenüberschreitungen bei vielen Programmen zu beheben. Die "Golden Fleet" soll die Flotte mit Trägern, Zerstörern, Amphibienfahrzeugen und U-Booten modernisieren und erweitern.

Beschleunigte Entwicklung unbemannter Systeme

Ein weiterer Schwerpunkt der Navy liegt auf der beschleunigten Entwicklung unbemannter maritimer Systeme. Die Navy hat über 200 verschiedene unbemannte Tests in einem einzigen Programmbüro konsolidiert, um schneller Prototypen zu entwickeln, zu testen und zu produzieren. Dies soll die Beschaffung beschleunigen.

Ein Beispiel dafür ist ein 392 Millionen US-Dollar schwerer Schnellbeschaffungsvertrag mit Saronic für eine unbekannte Anzahl kleiner, 24 Fuß langer Drohnenboote vom Typ Corsair. Saronic kann jährlich etwa 2.000 dieser Schiffe in seiner Anlage in Austin, Texas, herstellen. Die Navy nutzte hierfür ein "Other Transaction Agreement" (OTA) über die Defense Innovation Unit, um den Prozess zu beschleunigen.

Expertenstimmen und institutionelle Herausforderungen

Thomas Modly, ein ehemaliger Marineminister, bezeichnete Phelans Entscheidung zur persönlichen Einbindung als "notwendigen ersten Schritt", merkte jedoch an, dass es sich um eine persönliche und keine institutionelle Veränderung handele. Modly betonte, dass die Navy ihre Denkweise ändern und "minimal veränderte ausländische Schiffsdesigns akzeptieren" müsse.

Er forderte zudem langjährige Programmmanager, die an diesen Ansatz glauben. Modly warnte, dass die Korrekturen Phelans Amtszeit überdauern müssen, um zukünftige Probleme zu vermeiden, und hofft, dass der Minister bereit ist, "viel öfter 'Nein' zu sagen als 'Ja'".

Zukünftige Ausrichtung und Partnerschaften

Die Führung der zweiten Trump-Administration hat die Bewältigung langjähriger Schiffbauprobleme priorisiert, mit Fokus auf klarere Designs, Anforderungen und die Einhaltung von Budgets und Zeitplänen. Diese Probleme reichen Jahrzehnte zurück und wurden durch schrumpfende Arbeitskräfte, stagnierende Löhne und veraltete Werften verschärft.

Phelan betonte, dass die Navy ein "besserer und klügerer Kunde" werden und eine "bessere Partnerschaft mit der Industrie und neuen Akteuren" anstreben werde. Neben unbemannten autonomen Schiffen gibt es Berichte über Pläne für eine "Golden Fleet", die die Entwicklung von Hyperschallraketenträgern betreffen könnte. Die US Navy, die derzeit etwa 240 Schiffe und U-Boote zählt, steht vor der Herausforderung, mit der schnell wachsenden chinesischen Flotte, die bis Ende des Jahres voraussichtlich 400 Rümpfe umfassen wird, Schritt zu halten.

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