US-Penny-Ära endet: Letzte Münzen könnten Millionen erzielen

US-Penny-Ära endet: Letzte Münzen könnten Millionen erzielen

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Die Vereinigten Staaten haben nach über 230 Jahren die Produktion der Ein-Cent-Münze, des sogenannten Pennys, eingestellt. Am Mittwoch schlugen US-Finanzminister Scott Bessent und Schatzmeister Brandon Beach die letzten fünf Pennies in der US Mint in Philadelphia. Diese besonderen Münzen tragen eine seltene Omega-Markierung und werden nicht in den Umlauf gelangen, sondern zu einem späteren Zeitpunkt von der Regierung versteigert.

Das Ende einer Ära: Gründe für den Produktionsstopp

Die Entscheidung, die Penny-Produktion zu beenden, wurde maßgeblich durch steigende Herstellungskosten und veränderte Konsumgewohnheiten beeinflusst. Ursprünglich im Coinage Act von 1792 autorisiert, kostet die Herstellung eines Pennys mittlerweile fast vier Cent – genauer gesagt 3,69 Cent – obwohl er nur einen Cent wert ist. Dies führte zu erheblichen Verlusten für das US-Finanzministerium.

Präsident Donald Trump hatte bereits im Februar Pläne zur Einstellung der Produktion angekündigt. In einem Truth Social-Beitrag schrieb er: „Viel zu lange haben die Vereinigten Staaten Pennies geprägt, die uns buchstäblich mehr als 2 Cent kosten. Das ist so verschwenderisch!“ Die Maßnahme wird voraussichtlich jährliche Produktionskosten von rund 56 Millionen US-Dollar einsparen.

Ein weiterer Grund ist die geringe Zirkulation der Münzen. Robert Whaples, Wirtschaftsprofessor an der Wake Forest University, weist darauf hin, dass viele Pennies in Spardosen oder Autos verbleiben und nicht in den Wirtschaftskreislauf zurückkehren. Für viele Amerikaner sei es nicht einmal die Zeit wert, einen Penny vom Bürgersteig aufzuheben, da der durchschnittliche Stundenlohn bei etwa 36 Dollar liegt, was einem Cent pro Sekunde entspricht.

Die letzten Pennies: Sammlerstücke mit hohem Potenzial?

Die fünf letzten geprägten Pennies, die mit einer speziellen Omega-Markierung versehen sind, sollen versteigert werden. Experten schätzen den Auktionswert dieser kupferfarbenen Münzen zwischen 2 Millionen und 5 Millionen US-Dollar pro Stück. Richard De Rosa, ein Experte für seltene Münzen und Inhaber der Gold & Silver Refinery in Palm Bay, Florida, äußerte, dass die Münzen leicht über 1 Million Dollar pro Stück einbringen könnten und bezeichnete ihren Wert als "Wild Card". Die Erlöse aus der Auktion sollen dem allgemeinen Fonds der Münzanstalt und des Finanzministeriums zugutekommen.

Skepsis unter Numismatikern

Nicht alle teilen den Optimismus bezüglich des extrem hohen Sammlerwerts. Der Numismatiker Richard Weaver, Inhaber der Delaware Valley Rare Coin Company in Broomall, äußerte Zweifel an den Schätzungen. Er wies darauf hin, dass US-Schatzmeister Brandon Beach auf einem Foto einen der letzten Pennies mit den Fingern hielt. Weaver erklärte: „Das macht man einfach nicht. Kupfer reagiert sehr empfindlich auf Schweiß und Hautöle, und jeder ernsthafte Sammler wird dieses Foto berücksichtigen.“

Weaver argumentiert zudem, dass der Wert der Münzen gemindert sein könnte, da sie speziell für diesen zeremoniellen Zweck und als Sammlerstücke hergestellt wurden. Er merkte an: „Sie wurden für diesen Zweck gemacht. Sie wurden gemacht, um selten zu sein. Wenn man sieht, wie Leute Millionen für Münzen bezahlen, dann bezahlen sie für Münzen, die 100 oder 200 Jahre alt sind, von denen nur eine Handvoll existiert und die so viele Jahre überlebt haben, ohne dass jemand sie für diesen Zweck im Jahr 1933 oder 1794 hergestellt hat.“

Auswirkungen auf den Alltag und die Zukunft

Obwohl die Produktion neuer Pennies eingestellt wird, bleiben die Milliarden bereits im Umlauf befindlichen Münzen weiterhin gesetzliches Zahlungsmittel. Sie können weiterhin für Transaktionen verwendet, bei Banken eingezahlt oder gesammelt werden. Die Münzanstalt wird auch weiterhin Sammlerversionen des Pennys in begrenzten Mengen produzieren.

Im Fiskaljahr 2024 machten Pennies 57 % der gesamten Umlaufmünzenproduktion der Münzanstalt von 5,61 Milliarden Münzen aus. Die Einstellung der Produktion erfolgte schrittweise, wobei der Großteil der Penny-Herstellung bereits im Sommer endete.

Die Umstellung führte in den letzten Wochen zu Engpässen bei den Pennies in Geschäften landesweit. Einige Einzelhändler äußerten Bedenken über die plötzliche Einstellung und das Fehlen staatlicher Richtlinien für die Abwicklung von Transaktionen. Manche Geschäfte rundeten Preise ab, andere baten Kunden um passendes Kleingeld oder boten sogar Prämien für das Einreichen von Pennies an. Jeff Lenard von der National Association of Convenience Stores kommentierte: „Wir haben uns 30 Jahre lang für die Abschaffung des Pennys eingesetzt. Aber so wollten wir es nicht haben.“

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