
US-Politik erlaubt Mexiko Öl für Kuba trotz Trumps Drohungen
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Die Vereinigten Staaten erlauben Mexiko weiterhin, Kuba mit Öl zu versorgen, obwohl der ehemalige Präsident Donald Trump in den sozialen Medien verkündete, dass "kein Öl oder Geld mehr nach Kuba gehen wird – null". Diese Politik wurde von Energieminister Chris Wright und einem weiteren US-Beamten bestätigt.
Kuba ist dringend auf Öl angewiesen, da Venezuela nach der Entmachtung von Nicolás Maduro vor etwas mehr als einer Woche keine Lieferungen mehr bereitstellt. Die US-Regierung verfolgt dabei das Ziel, keinen Zusammenbruch der kubanischen Regierung auszulösen, sondern Verhandlungen mit Havanna zu führen, um einen Übergang weg vom autoritären kommunistischen System zu ermöglichen.
Mexikos Rolle als wichtiger Öllieferant
Mexiko, das bereits vor Maduros Festnahme durch die USA Öl nach Kuba lieferte, ist seit der Verhaftung des venezolanischen Führers und der damit einhergehenden Abfangung von Öltankern durch die USA zu einem besonders wichtigen Treibstofflieferanten für die Insel geworden. Die mexikanische Präsidentin Claudia Sheinbaum bezeichnete die Öllieferungen als "humanitäre Hilfe".
Am Montagvormittag sprach Herr Trump mit Präsidentin Sheinbaum. Ob die Öllieferungen Mexikos an Kuba dabei besprochen wurden, haben das Weiße Haus und die mexikanische Regierung bisher nicht mitgeteilt.
Kubas prekäre Energielage und Wirtschaft
Die wirtschaftliche Lage Kubas ist prekär. Ein US-Beamter bestätigte gegenüber CBS News, dass das Regime so klamm bei Kasse war, dass seine Führer einen Teil des venezolanischen Öls an China weiterverkauften, wie die New York Times zuerst berichtete. Dies verschärfte die anhaltende Energieknappheit auf der Insel bereits vor Maduros Festnahme.
Die USA schätzen, dass ein vollständiger Lieferstopp oder ein Embargo für Kuba einen Schock für das bereits überlastete und marode Stromnetz Havannas bedeuten würde, das unter rollierenden Stromausfällen leidet. Die wirtschaftliche Belastung für Havanna hat sich noch verstärkt, da es praktisch alle seine Gönner verloren hat und Russland in der Ukraine gebunden ist.
Diplomatische Spannungen und Verhandlungen
Herr Trump drohte Kuba in seinem Post vom Sonntagmorgen und riet der Insel, einen Deal zu machen, "bevor es zu spät ist". Es war nicht sofort klar, welche Art von Deal Herr Trump von Kuba erwartet oder wer die Verhandlungen führen würde. Später teilte er einen Beitrag, der Marco Rubio als nächsten Präsidenten Kubas voraussagte, und kommentierte: "Klingt gut für mich."
Das kubanische Regime reagierte mit einer Reihe trotziger Antworten auf Trumps Drohungen in den sozialen Medien. Der kubanische Präsident Miguel Díaz-Canel Bermúdez erklärte am Montag auf X: "Wie die Geschichte zeigt, müssen die Beziehungen zwischen den USA und Kuba, um voranzukommen, auf dem Völkerrecht und nicht auf Feindseligkeit, Drohungen und wirtschaftlichem Zwang basieren." Er dementierte auch jegliche laufenden Gespräche: "Es gibt keine Gespräche mit der US-Regierung, außer technischen Kontakten im Migrationsbereich."
Hintergrund: Kubas Abhängigkeit und Stabilität
Das Regime in Havanna ist unter starkem Druck, hat aber bisher eine enorme Beständigkeit gezeigt. Dies scheint hinter der gemischten Einschätzung der CIA bezüglich seiner Stabilität zu stehen.
Das Regime war eng mit Venezuela verbunden: Es räumte kürzlich den Tod von mindestens 32 Kubanern ein, die Maduro schützten und bei der US-Razzia zu seiner Festnahme getötet wurden. Bislang hatten kubanische Beamte bestritten, dass ihre Geheimdienst- und Sicherheitskräfte Maduro persönlichen Schutz gewährten, sogar vor seinem eigenen Volk, als Teil der Öl-für-Sicherheit-Vereinbarung zwischen den beiden Regierungen. Im Oktober boten die USA Kuba humanitäre Hilfe an, die über lokale Partner und nicht über die Regierung geliefert werden sollte. Kubanische und US-Beamte teilten CBS News mit, dass diese Hilfe noch nicht eingetroffen ist.