
US-Produktion: Konsumentenwunsch trifft auf komplexe Handelsrealität
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Die Sehnsucht nach "Made in USA"-Produkten ist bei amerikanischen Konsumenten ungebrochen, doch die Realität der heimischen Fertigung ist komplex. Zwischen dem Wunsch nach Unterstützung der lokalen Wirtschaft und den wirtschaftlichen Gegebenheiten von globalen Lieferketten und Tarifen klafft eine Lücke, die ein Comeback der US-Produktion erschwert.
Das Comeback der US-Produktion: Eine Vision mit Hürden
Einige CEOs glauben fest an ein Comeback der US-Produktion. Das Jahr 2025 wurde einst als entscheidend für die amerikanische Fertigungsindustrie angesehen, insbesondere im Zuge der Handelspolitik von Präsident Donald Trump, die durch Zölle auf importierte Produkte die heimische Produktion stärken sollte. Doch die tatsächlichen Veränderungen im Konsumentenverhalten sind bis heute nicht eindeutig.
Einzelhändler reagierten auf die Tariffristen, indem sie Waren im Voraus bestellten oder alternative Bezugsquellen für vergleichbare Produkte suchten, um niedrigere Zölle zu sichern. Dies zeigt die Anpassungsfähigkeit des Marktes, aber auch die Schwierigkeit, eine schnelle und umfassende Verlagerung der Produktion zu bewirken.
Tarife und ihre Auswirkungen auf die Lieferkette
Eine besondere Herausforderung für Marken, die in den USA produzieren, ist ihre oft bestehende Abhängigkeit von importierten Materialien oder Ausrüstungen. Diese Komponenten sind ebenfalls von Zollerhöhungen betroffen, was die Produktionskosten in den USA steigen lässt. Die Tarife haben sich mittlerweile bei einem Durchschnittssatz von etwa 15 % eingependelt.
Ein Unternehmer, der einen besseren Grillreiniger herstellen wollte, erlebte aus erster Hand, wie schwierig und teuer es war, ein Produkt ausschließlich mit einer amerikanischen Lieferkette zu fertigen. Zudem gibt es weiterhin ungelöste rechtliche Anfechtungen bezüglich der Befugnis Trumps, viele der von ihm verhängten Zölle anzuwenden.
Der Preis des Patriotismus: Konsumentenentscheidungen
Die Konsumenten scheinen die höheren Preise, die oft mit US-produzierten Waren einhergehen, widerwillig zu akzeptieren. Ein Beispiel verdeutlicht dies: Ein Hersteller bot Duschköpfe an, die ansonsten identisch waren – eine importierte Version und eine in Amerika hergestellte, die fast doppelt so viel kostete. Niemand kaufte das höherpreisige Produkt.
Industrielle und konsumentenbezogene Verhaltensweisen ändern sich nicht über Nacht. Mit ausreichend Zeit und Investitionen glauben einige CEOs jedoch weiterhin, dass die US-Produktion ein Comeback erleben kann.
Die Präferenz für "Made in USA" bleibt stark
Trotz der Herausforderungen zeigt eine aktuelle Umfrage, dass die Mehrheit der Käufer eine starke Präferenz für amerikanische Produkte hat. Über 80 % der Amerikaner gaben an, mehr US-Produkte zu kaufen, wenn diese in großen Einzelhandelsketten wie Target, Walmart und Amazon besser verfügbar wären. Scott Paul, Präsident der Alliance for American Manufacturing, betont, dass die Menschen auch Herkunftsbezeichnungen für Online-Waren wünschen, um fundiertere Entscheidungen treffen zu können.
Paul räumt ein, dass es viele Nachrichten über Zölle und Kosten gab, doch es sei "auffallend festzustellen, dass Amerikaner Produkte, die in den Vereinigten Staaten hergestellt werden, immer noch sehr schätzen." Diese Wertschätzung sei trotz eines kürzlich auf ein Rekordtief gefallenen US-Konsumentenvertrauens konstant geblieben. Die Motivationen sind vielfältig: Unterstützung von Arbeitsplätzen, der Wirtschaft, kleiner Unternehmen und die Erwartung von Qualitätsprodukten.
Was bedeutet "Made in America"?
Für ein Produkt, das als „Made in America“ gekennzeichnet werden soll, müssen alle oder praktisch alle Komponenten aus den USA stammen. Scott Paul warnt davor, Begriffe wie „designed in“, „based in“ oder „researched in“ in den Vereinigten Staaten mit amerikanischer Fertigung gleichzusetzen, da dies nicht dasselbe bedeute. Für falsche Produktkennzeichnungen gibt es rechtliche Strafen.
Paul merkt an, dass dieses Thema erfreulicherweise nicht von parteipolitischer Spaltung betroffen ist, wie es in den USA so oft der Fall ist. Die positiven Welleneffekte des Kaufs amerikanischer Produkte motivieren die Menschen weiterhin. Die jährliche Geschenkführer der Alliance for American Manufacturing hilft Konsumenten, lokale Geschenke aus jedem Bundesstaat zu finden, darunter Produkte von über 20 Unternehmen aus Wisconsin.