
US-Regierung: Bitcoin-Verkauf trotz Reserve-Anordnung? Senatorin Lummis besorgt
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Berichte über einen mutmaßlichen Verkauf von Bitcoin durch das US-Justizministerium (DOJ) haben in Washington für Aufsehen gesorgt. Senatorin Cynthia Lummis (R-Wyo.), eine prominente Befürworterin von Bitcoin, äußerte sich zutiefst besorgt, da diese Aktion einer präsidialen Anordnung zur Bildung einer strategischen Bitcoin-Reserve zuwiderlaufen könnte. Das US Marshals Service (USMS) dementierte jedoch die Berichte über einen Verkauf.
Senatorin Lummis äußert tiefe Besorgnis
Senatorin Cynthia Lummis, eine Co-Sponsorin des BITCOIN Act, der eine strategische Bitcoin-Reserve vorschlägt, reagierte besorgt auf Berichte des Bitcoin Magazine. Diese deuteten darauf hin, dass das DOJ Bitcoin (CRYPTO: BTC) verkauft habe, die von den Entwicklern des Samourai Wallets beschlagnahmt wurden. Lummis hinterfragte, warum dies geschehe, obwohl eine präsidiale Anordnung die Erhaltung solcher Vermögenswerte für die Strategische Bitcoin-Reserve vorschreibt.
„Wir können es uns nicht leisten, diese strategischen Vermögenswerte zu verschwenden, während andere Nationen Bitcoin akkumulieren“, erklärte Lummis. „Ich bin zutiefst besorgt über diesen Bericht.“ Sie betonte, dass die USA ihre Bitcoin-Reserven aufbauen sollten, anstatt sie zu liquidieren.
Die umstrittene Bitcoin-Transaktion
Der Bericht des Bitcoin Magazine besagte, dass das U.S. Marshals Service, eine Behörde des Justizministeriums, möglicherweise rund 57,55 BTC im Wert von etwa 6,3 Millionen US-Dollar verkauft hat. Diese Bitcoin wurden von den Samourai-Mitbegründern Keonne Rodriguez und William Lonergan Hill als Teil ihrer Vergleichsvereinbarung eingezogen. Rodriguez und Hill wurden 2024 wegen Geldwäsche und unerlaubter Geldübermittlung verhaftet und angeklagt.
Daten des On-Chain-Analyseunternehmens Arkham zeigten, dass 57,55 BTC von Samourai-Wallets an eine Coinbase Prime Deposit-Adresse der US-Regierung transferiert wurden. Später wurden die Gelder an eine andere Coinbase Prime Deposit-Adresse verschoben, die derzeit einen Nullsaldo aufweist. Dies wurde von Beobachtern als Signal für einen wahrscheinlichen Verkauf interpretiert. Das US Marshals Service (USMS) dementierte jedoch die Berichte und erklärte, es habe die genannten Bitcoin nicht verkauft und sei nicht von Bitcoin Magazine kontaktiert worden.
Verstoß gegen präsidiale Anordnung?
Die mutmaßliche Aktion soll gegen die Executive Order 14233 von Präsident Donald Trump verstoßen haben, die im März 2025 erlassen wurde. Diese Anordnung schreibt vor, dass durch straf- oder zivilrechtliche Vermögensabschöpfung erworbene Bitcoin als Teil der Strategischen Bitcoin-Reserve der Vereinigten Staaten (SBR) gehalten werden müssen. Senatorin Lummis argumentierte, dass der Verkauf beschlagnahmter Bitcoin die Bemühungen zur Einrichtung einer nationalen Bitcoin-Reserve untergräbt, insbesondere da Länder wie China und andere beschlagnahmte Bitcoin akkumulieren.
Patrick Witt, Executive Director des Präsidentenrates der Berater für digitale Vermögenswerte, bestätigte, dass die Trump-Administration eine mögliche Verletzung der Executive Order untersucht. Die Untersuchung soll auch klären, ob das Justizministerium in anderen Fällen Bitcoin-Liquidationen angeordnet hat.
Die Strategische Bitcoin-Reserve der USA
Die US-Regierung hält laut Arkham-Daten insgesamt 328.372 BTC im Wert von über 30 Milliarden US-Dollar. Trumps Executive Order etablierte eine Nationale Bitcoin-Reserve, die durch eingezogene Vermögenswerte finanziert wird, mit einer Bestimmung zur Entwicklung budgetneutraler Strategien für den Erwerb zusätzlicher BTC.
Zusätzlich schlug Senatorin Lummis einen Gesetzentwurf vor, um über fünf Jahre hinweg 1 Million BTC zu kaufen, mit einer Haltefrist von 20 Jahren. Dies soll durch budgetneutrale Strategien wie Überweisungen der Federal Reserve und Neubewertungen von Goldzertifikaten finanziert werden.
Marktreaktion und politische Implikationen
Der Bitcoin-Markt zeigte eine leichte Reaktion auf die Nachrichten. Der Preis von Bitcoin fiel kurzzeitig von etwa 94.762 US-Dollar auf rund 93.660 US-Dollar. Zum Zeitpunkt der Berichterstattung lag der BTC-Kurs bei 92.754,99 US-Dollar, was einem Rückgang von 1,21 % innerhalb von 24 Stunden entspricht.
Die berichtete Transaktion, obwohl sie nur einen kleinen Bruchteil des gesamten zirkulierenden Angebots ausmacht, zog aufgrund der aufgeworfenen politischen Fragen und des Hintergrunds eines nationalen Reserveplans große Aufmerksamkeit auf sich. Gesetzgeber und Krypto-Politikbeobachter fordern nun klarere Antworten vom Justizministerium bezüglich der Umwandlung von beschlagnahmten Kryptowährungen in Bargeld und der Einhaltung der aktuellen Richtlinien zur strategischen Reserve. Senatorin Lummis setzt sich für formelle Regeln und mögliche Gesetze ein, die ähnliche Verkäufe in Zukunft verhindern sollen.