
US-Regierung erzielt Milliarden-Gewinne durch Intel-Beteiligung im KI-Boom
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Die US-Regierung hat mit ihrer Investition in den Chiphersteller Intel einen bemerkenswerten Erfolg verbucht. Eine ursprünglich 8,9 Milliarden US-Dollar schwere Beteiligung hat sich auf dem Papier auf rund 37 Milliarden US-Dollar erhöht, was einem Buchgewinn von fast 30 Milliarden US-Dollar entspricht. Dieser Anstieg ist maßgeblich auf eine jüngste Aktienrallye und starke Geschäftszahlen des Unternehmens zurückzuführen.
Historische Investition und beeindruckende Gewinne
Die Trump-Administration und Intel gaben im August 2025 bekannt, dass die Regierung eine Beteiligung von fast 10 % an dem Chiphersteller erworben hatte. Diese Investition umfasste den Kauf von 433,3 Millionen Aktien, die ursprünglich mit 8,9 Milliarden US-Dollar bewertet wurden, was einem Preis von 20,47 US-Dollar pro Aktie entsprach. Ein Teil dieser Summe, 5,7 Milliarden US-Dollar, stammte aus zuvor genehmigten, aber noch nicht ausgezahlten Zuschüssen.
Seit dieser Ankündigung im Sommer 2025 sind die Intel-Aktien um fast 250 % gestiegen. Allein im laufenden Jahr (Year-to-Date) verzeichnete die Aktie ein Plus von 118 %. Im Zuge einer jüngsten Rallye stieg der Kurs am Freitag um bis zu 28 % auf ein Allzeithoch von 85,22 US-Dollar. Zusätzlich zu den Aktien hält die Regierung Warrants, die ihr das Recht einräumen, weitere 5 % der Stammaktien zu einem Preis von 20 US-Dollar pro Aktie zu erwerben.
Intels Quartalsergebnisse und der KI-Boom
Der jüngste Kurssprung von Intel wurde durch die überzeugenden Ergebnisse des ersten Quartals und eine optimistische Prognose für das laufende Quartal ausgelöst. Das Unternehmen übertraf die Erwartungen des Marktes deutlich:
- **Umsatz:** 13,6 Milliarden US-Dollar, übertraf die Prognosen von 12,4 Milliarden US-Dollar und stieg im Jahresvergleich um 7 %.
- **Gewinn pro Aktie (EPS):** 0,29 US-Dollar, deutlich über der erwarteten Verlustprognose von 0,01 US-Dollar.
- Prognose Q2: Erwarteter Umsatz zwischen 13,8 Milliarden und 14,8 Milliarden US-Dollar, ebenfalls über den Analystenschätzungen.
Ein wesentlicher Treiber dieser positiven Entwicklung war das Segment Data Center und AI (DCAI), dessen Umsatz um 22 % auf 5,1 Milliarden US-Dollar wuchs. Dies deutet auf eine starke Nachfrage nach Intels Xeon 6 Prozessoren und Gaudi 3 KI-Beschleunigern hin, insbesondere bei Unternehmenskunden und Cloud-Dienstleistern. Lip-Bu Tan, Chief Executive, betonte, dass die nächste Welle der Künstlichen Intelligenz den Bedarf an Intels CPUs, Wafern und fortschrittlichen Verpackungsangeboten erheblich steigern werde. Der KI-Boom weitet sich somit über reine Grafikprozessoren (GPUs) hinaus auf das gesamte Halbleiter-Ökosystem aus, einschließlich CPUs und Speicherlösungen.
Die Rolle der Regierung und staatlich gelenkter Kapitalismus
Die Investition in Intel ist Teil einer Strategie der Trump-Administration, die Beteiligungen an öffentlichen Unternehmen eingeht, die als kritisch für die nationale Sicherheit erachtet werden. Dazu gehören neben Technologieunternehmen auch solche im Bereich seltener Erden. Dieser Ansatz wird als "staatlich gelenkter Kapitalismus" beschrieben, bei dem das Weiße Haus auch stärker in die Steuerung von Unternehmensaktivitäten wie Aktienrückkäufen und Vorstandsgehältern eingreift. Ein aktuelles Beispiel ist die Berichterstattung über Gespräche der Administration, einen Kredit zur Rettung der angeschlagenen Spirit Airlines bereitzustellen.
Die ursprüngliche Investition in Intel erfolgte zu einer Zeit erheblicher finanzieller Belastungen für das Unternehmen. Intel sah sich mit Milliardenverlusten und operativen Herausforderungen konfrontiert. Als Teil der Intervention wurden geplante Fabrikprojekte in Deutschland und Polen gestrichen, der Fokus auf die US-Fertigung verlagert und die weltweite Belegschaft um 25 % (rund 25.000 Arbeitsplätze) reduziert.
Expertenmeinungen und potenzielle Risiken
Michael Brown, Senior Research Strategist bei Pepperstone, äußerte die Erwartung, dass der Präsident den Erfolg der Intel-Investition und den steigenden Wert der Regierungsbeteiligung öffentlich hervorheben werde. "Wir wissen, wie gerne er eine Siegesrunde dreht", so Brown gegenüber Business Insider. Er spekulierte zudem, dass diese Investition als Argument für weitere staatliche Beteiligungen an anderen Unternehmen dienen könnte.
Brown äußerte jedoch auch Bedenken, dass staatlich unterstützte Unternehmen möglicherweise höhere Risiken eingehen könnten, da sie die Unterstützung des Präsidenten im Rücken wüssten. Trotz der beeindruckenden Kursrallye und des hohen Buchgewinns der Regierung geben einige Finanzkennzahlen von Intel Anlass zur Vorsicht. Das Unternehmen weist ein negatives Trailing Twelve-Month (TTM) KGV von -815,87 auf, was auf anhaltende Rentabilitätsprobleme hindeutet, während das Forward KGV bei etwa 90,91 liegt. Im Vergleich dazu zeigen Wettbewerber wie AMD (TTM KGV 115,22) und NVIDIA (TTM KGV 40,74) hohe, aber positive KGVs. Historische Daten zeigen zudem, dass die Intel-Aktie nach Gewinnbekanntgaben in den letzten zwölf Berichten durchschnittlich um 4,5 % gefallen ist.