
US-Regierung investiert in Chip-Startup xLight für Halbleiter-Führerschaft
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Die US-Regierung beabsichtigt, sich mit einer Eigenkapitalbeteiligung an dem Chip-Startup xLight zu engagieren, das vom ehemaligen Intel-CEO Pat Gelsinger geleitet wird. Diese Maßnahme ist Teil der Bestrebungen Washingtons, die Führung im globalen Halbleiterwettlauf zurückzugewinnen und die inländische Chip-Produktion zu stärken.
US-Regierung investiert in xLight
Das US-Handelsministerium gab am Montag bekannt, dass die Trump-Administration eine unverbindliche Absichtserklärung zur Investition von bis zu 150 Millionen US-Dollar in xLight unterzeichnet hat. Diese Investition würde aus dem CHIPS and Science Act stammen und als Eigenkapital strukturiert sein, wodurch die Bundesregierung direkte Eigentumsrechte am Unternehmen erhielte. Es handelt sich um die erste größere Aktion des CHIPS Research and Development Office unter der Trump-Administration.
xLight, ein 2021 in Palo Alto gegründetes Startup, konzentriert sich auf die Entwicklung einer fortschrittlicheren und kostengünstigeren Methode zur Chipherstellung. Das Unternehmen entwickelt eine Freie-Elektronen-Lasertechnologie, die als alternative Lichtquelle für extreme ultraviolette (EUV) Lithographiemaschinen dienen soll.
Hintergrund: Der CHIPS and Science Act
Die Investition ist ein klares Signal für Washingtons Bemühungen, die Führung in der Chipherstellung zurückzugewinnen. Derzeit werden die meisten fortschrittlichen Halbleiter außerhalb der USA gefertigt, hauptsächlich von TSMC in Taiwan und Samsung in Südkorea – Regionen, in denen Chinas Einfluss groß ist. Der 2022 verabschiedete CHIPS Act ist ein wegweisendes Gesetz zur Förderung der heimischen Chip-Produktion.
Handelsminister Howard Lutnick betonte die Bedeutung dieser Partnerschaft: „Viel zu lange hat Amerika die Grenze der fortschrittlichen Lithographie anderen überlassen. Unter Präsident Trump sind diese Tage vorbei.“ Er fügte hinzu: „Diese Partnerschaft würde eine Technologie unterstützen, die die Grenzen der Chipherstellung grundlegend neu definieren kann. Das Beste daran ist, dass wir es hier zu Hause tun würden.“
xLights innovative Technologie
xLight entwickelt eine Freie-Elektronen-Lasertechnologie, die eine alternative Lichtquelle für EUV-Lithographiemaschinen darstellt. Diese Maschinen sind entscheidend für die Produktion modernster Chips und werden ausschließlich vom niederländischen Unternehmen ASML hergestellt, dem unangefochtenen Weltmarktführer in EUV-Lithographiesystemen.
Die Technologie von xLight soll die Systeme von ASML verbessern, die Fähigkeiten von Halbleiterfabriken transformieren und die Kapital- und Betriebskosten drastisch senken. xLight arbeitet mit US-Nationalen Laboren zusammen, um einen Prototyp zu entwickeln, der mit ASML-Systemen oder zukünftigen Wettbewerbern integriert werden könnte. Pat Gelsinger merkte an, dass die Technologie die Effizienz der Wafer-Verarbeitung um 30 % bis 40 % steigern und den Energiebedarf erheblich senken könnte.
Pat Gelsinger: Eine Schlüsselrolle
Pat Gelsinger, der von 2021 bis 2024 CEO von Intel war, wurde im März zum Executive Chairman von xLight ernannt. Er ist zudem General Partner bei Playground Global, der Risikokapitalfirma, die im Juli die 40-Millionen-Dollar-Series-B-Runde von xLight anführte. Gelsinger war eine der einflussreichsten Stimmen hinter dem CHIPS Act von 2022.
In einem Interview mit CNBC im Oktober räumte Gelsinger ein, dass Intel „über 15 Jahre eine Reihe schlechter Entscheidungen getroffen“ habe und die technische Führung „viele Jahre lang nicht von Technologen geleitet wurde.“ Er fügte hinzu: „Wir waren auch bei KI spät dran.“ Gelsinger sieht in xLight das Potenzial, „die nächste Ära des Mooreschen Gesetzes voranzutreiben, die Fabrikproduktivität zu beschleunigen und gleichzeitig eine kritische inländische Fähigkeit zu entwickeln.“
US-Bestrebungen in der Chip-Produktion
Die Investition in xLight ist Teil einer breiteren Strategie der Trump-Administration, um die heimischen Lieferketten in kritischen Sektoren wie Halbleitern, kritischen Mineralien und Stahl zu sichern. Die Regierung hat bereits Minderheitsbeteiligungen an mindestens neun privaten Unternehmen erworben und hält direkte Eigentumsanteile an fünf großen börsennotierten Unternehmen, darunter 10 % an Intel.
Diese Maßnahmen unterstreichen das Engagement der USA, die Abhängigkeit von ausländischen Chip-Herstellern zu reduzieren und die technologische Souveränität im Bereich der Halbleiterfertigung zu stärken. Die Warnung von Intel im Juli, die Entwicklung seines Chips der nächsten Generation, 14A, aus finanziellen Gründen möglicherweise einzustellen, verdeutlichte die Dringlichkeit dieser Bemühungen für die US-Chip-Produktion.