
US-Regierungsshutdown: TSA-Mitarbeiter unbezahlt, Flughäfen kämpfen mit Folgen
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Der partielle Regierungsshutdown in den USA, der am 14. Februar begann, hat weitreichende Folgen für die nationale Infrastruktur und insbesondere für die rund 50.000 Mitarbeiter der Transportation Security Administration (TSA). Diese Sicherheitskräfte sind verpflichtet, ohne Bezahlung zu arbeiten, was nach dem ersten verpassten vollen Gehaltsscheck am Freitag zu erheblichen finanziellen Belastungen und operativen Herausforderungen an Flughäfen im ganzen Land führt. Die Situation spitzt sich zu, während die politische Pattsituation um die Finanzierung des Department of Homeland Security (DHS) anhält.
Auswirkungen des Shutdowns auf TSA-Mitarbeiter
Die finanzielle Notlage der TSA-Mitarbeiter ist gravierend. Viele haben ihren ersten vollen Gehaltsscheck verpasst, nachdem die Finanzierung des DHS aufgrund eines Streits zwischen Demokraten und Republikanern über Einwanderungsreformen ausgesetzt wurde. Präsident Trump dankte den TSA-Agenten in einem Social-Media-Post und forderte sie auf: "Kämpft weiter für die USA. GEHT ZUR ARBEIT! Ich verspreche, dass ich euch niemals vergessen werde!!!" Er machte die "radikale Linke" für die Situation verantwortlich, da sie sich weigere, einen im Kongress genehmigten Deal zu ehren.
Ein TSA-Beamter äußerte gegenüber CBS News Atlanta die Verzweiflung vieler Kollegen: "Unsere Kinder, unsere Familien, Häuser – alles steht in diesem Moment auf dem Spiel. Wir ertrinken buchstäblich in Stille, und die Welt weiß es nicht einmal." Deondre White, ein Transportation Security Officer (TSO) am Ronald Reagan Washington National Airport, berichtete, dass die Moral unter den Beamten "nicht die beste" sei und Ausgaben die größte Sorge darstellten.
Steigende Absenzen und Personalfluktuation
Die fehlende Bezahlung hat direkte Auswirkungen auf die Personalstärke der TSA. CBS News berichtete, dass sich die ungeplanten Absenzen unter den Flughafensicherheitsbeamten mehr als verdoppelt haben. Seit Beginn des Shutdowns haben über 300 Mitarbeiter die Behörde verlassen.
DHS-Beamte äußerten die Sorge, dass mit zunehmender Dauer des Shutdowns das Risiko steigt, dass weitere TSA-Mitarbeiter kündigen. Dies würde die Personalengpässe über die unmittelbare Krise hinaus verschärfen. Die amtierende TSA-Administratorin Ha Nguyen McNeill warnte den Kongress, dass ihre Behörde während des letzten Shutdowns eine 25-prozentige Zunahme der Fluktuation verzeichnete und sich die Agentur einen ähnlichen Personalabfluss angesichts des bevorstehenden Spring Break und der Fußball-Weltmeisterschaft nicht leisten könne.
Folgen für den Flugbetrieb und Passagiere
Die Personalengpässe führen bereits zu spürbaren Beeinträchtigungen an Flughäfen. Dutzende Flughäfen im ganzen Land meldeten lange Warteschlangen an den Sicherheitskontrollen. Am Philadelphia International Airport musste die TSA vorübergehend einen Sicherheits-Checkpoint schließen. Auch an den Flughäfen Houston Hobby und New Orleans wurden lange Schlangen gemeldet, wobei ein Video aus New Orleans viral ging. Am Miami International Airport verdoppelten sich die Wartezeiten an den Sicherheitskontrollen zeitweise.
Die angespannte Situation hat auch zu Frustrationen geführt. Bundesstaatsanwälte erhoben Anklage gegen einen 33-jährigen Mann aus Oakland, Idress Vinay Solomon, der am Dallas Love Field Airport gewalttätig geworden sein soll. Er wird beschuldigt, TSA- und Dallas-Polizisten geschlagen zu haben, nachdem er eine Identitätsprüfung am Sicherheits-Checkpoint nicht bestanden hatte. U.S. Attorney Ryan Raybould betonte, dass "gewalttätiges Verhalten gegenüber TSA- und Strafverfolgungsbeamten im Northern District of Texas niemals toleriert wird."
Reaktionen und Hilfsinitiativen
Angesichts der Notlage der TSA-Mitarbeiter haben einige US-Flughäfen Initiativen zur Unterstützung gestartet. Sie bitten um Spenden aus der Gemeinschaft, um den betroffenen Mitarbeitern zu helfen. Dazu gehören die Einrichtung von Lebensmittelkammern und die Sammlung von kleinen Lebensmittel- und Benzingeschenkkarten. Flughäfen in Denver, Seattle, Las Vegas, Reno, Cleveland, Orlando, New York und New Jersey nehmen Spenden entgegen.
Die Spenden unterliegen jedoch strengen Vorschriften der Bundesregierung: Mitarbeiter dürfen weder Bargeld noch bargeldähnliche Karten (wie Visa-Geschenkkarten) annehmen, und alle Geschenkkarten müssen einen Wert von 20 US-Dollar oder weniger haben. Am Las Vegas International Airport wurde eine Lebensmittel- und Bedarfskammer eingerichtet, die Babynahrung, Toilettenartikel, Haushaltsartikel und haltbare Lebensmittel erhielt.
Politische Pattsituation und Forderungen
Die Reisebranche hat eine Kampagne namens "Pay Federal Aviation Workers" ins Leben gerufen, um den Druck auf den Kongress zu erhöhen, eine Lösung zu finden und sicherzustellen, dass TSA-Mitarbeiter pünktlich bezahlt werden. Geoff Freeman, Präsident der U.S. Travel Association, betonte, dass die "Einsätze zu hoch sind", um TSA-Mitarbeiter weiterhin Opfer bringen zu lassen. Er wies darauf hin, dass TSA-Beamte jährlich fast eine Milliarde Passagiere kontrollieren und mit einem Durchschnittsgehalt von etwa 35.000 US-Dollar es sich einfach nicht leisten können, einen Gehaltsscheck zu verpassen.
Chris Sununu, Präsident von Airlines for America, forderte den Kongress auf, dringend zu handeln, um eine Einigung zu erzielen, die sicherstellt, dass die Behörden voll funktionsfähig sind und die Mitarbeiter für ihre wichtige Arbeit bezahlt werden. Die White House Press Secretary Karoline Leavitt bezeichnete die Situation als "völlig lächerlich, dass das amerikanische Volk infolge dieser parteiischen Spiele, die von den Demokraten auf dem Capitol Hill gespielt werden, leidet." Die Demokraten lehnen eine Finanzierung des DHS ohne neue Leitplanken für die Einwanderungsbehörden ab, die monatelang wegen gewalttätiger Operationen in den USA unter Beobachtung standen.