
US-Renditen fallen nach Trumps Iran-Warnung und Ölpreissturz
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Die Renditen von US-Staatsanleihen sind am Dienstag gefallen, nachdem die Ölpreise stark nachgaben. Auslöser war eine scharfe Warnung von US-Präsident Donald Trump an den Iran bezüglich möglicher Störungen des Ölflusses durch die Straße von Hormuz, was die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten weiter verschärft.
US-Staatsanleihen geben nach amid geopolitischer Spannungen
Die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihe sank um fast 2 Basispunkte auf 4,117 %. Auch die 30-jährige Treasury-Anleihe verzeichnete einen Rückgang von knapp einem Basispunkt auf 4,734 %. Die Rendite der 2-jährigen Treasury Note fiel um fast 3 Basispunkte auf 3,563 %.
Ein Basispunkt entspricht 0,01 %, wobei Renditen und Preise von Anleihen sich gegenläufig entwickeln. Der Rückgang der Renditen spiegelt somit steigende Anleihekurse wider, die oft in Zeiten erhöhter Unsicherheit als sicherer Hafen gesucht werden.
Trumps Warnung an Iran und die Folgen für den Ölmarkt
US-Präsident Donald Trump warnte, dass der Iran "ZWANZIG MAL HÄRTER" getroffen würde, sollte er versuchen, Öllieferungen durch die Straße von Hormuz zu stoppen. In einem Post auf Truth Social vom Montag erklärte Trump: "Wenn der Iran irgendetwas tut, das den Ölfluss in der Straße von Hormuz stoppt, werden sie von den Vereinigten Staaten von Amerika ZWANZIG MAL HÄRTER getroffen, als sie es bisher wurden."
Diese Äußerung führte zu einem anfänglichen Absturz der Ölpreise um 10 %, bevor diese ihre Verluste teilweise wieder aufholten. Zuvor hatte Trump signalisiert, dass der Konflikt mit dem Iran bald enden könnte, was ebenfalls zu Preisrückgängen am Ölmarkt beigetragen hatte.
G7-Staaten beraten über Notfall-Ölreserven
Die Energieminister der G7-Staaten sollen am Dienstag virtuell zusammentreffen, um eine mögliche Freigabe von Notfall-Ölreserven zu erörtern. Ziel ist es, Versorgungsstörungen zu begegnen, die durch den Iran-Krieg ausgelöst wurden. Diese Gespräche folgen auf ein Treffen der Finanzminister am Montag, bei dem ebenfalls die Nutzung strategischer Reserven erwogen, jedoch keine Entscheidung getroffen wurde.
Quellen zufolge waren die Diskussionen unter den Mitgliedstaaten "positiv", und eine koordinierte Freigabe würde wahrscheinlich nach dem Treffen der Energieminister erfolgen. Die internationale Gemeinschaft sucht nach Wegen, die Stabilität des globalen Ölmarktes zu gewährleisten.
IEA-Chef Birol betont globale Zusammenarbeit
Fatih Birol, Exekutivdirektor der Internationalen Energieagentur (IEA), nahm auf Einladung Frankreichs am G7-Finanzministertreffen teil. Er diskutierte dort die globalen Wirtschaftsaussichten und den sich intensivierenden Nahostkonflikt. Birol erklärte, dass "alle verfügbaren Optionen, einschließlich der Bereitstellung von IEA-Notfall-Ölbeständen für den Markt", besprochen wurden.
Die IEA-Mitgliedsländer verfügen über mehr als 1,2 Milliarden Barrel öffentliche Notfall-Ölreserven sowie weitere 600 Millionen Barrel Industriebestände, die unter staatlicher Verpflichtung gehalten werden. Birol betonte zudem, dass er in engem Kontakt mit Energieministern weltweit stehe, darunter aus Saudi-Arabien, Brasilien, Indien, Aserbaidschan und Singapur.
Blick auf kommende Wirtschaftsdaten
Investoren richten ihren Blick nun auf wichtige Wirtschaftsdaten, die in den kommenden Tagen veröffentlicht werden. Am Mittwoch werden die Inflationsdaten für Februar erwartet, die Aufschluss über die Preisentwicklung geben könnten.
Am Freitag folgen dann der Personal Consumption Expenditures (PCE) Index für Januar, ein wichtiger Inflationsindikator, sowie die JOLTS-Daten zu den offenen Stellen, die Einblicke in den Arbeitsmarkt bieten. Diese Daten könnten weitere Impulse für die Finanzmärkte liefern.