
US-Rezessionsrisiko steigt: Iran-Konflikt und globale Auswirkungen
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Die Stimmung an der Wall Street trübt sich zunehmend ein, da Ökonomen ihre Risikobewertungen für eine US-Rezession anheben. Geopolitische Unsicherheiten und potenzielle Belastungen des Arbeitsmarktes tragen maßgeblich zu dieser Entwicklung bei. Trotzdem zeigten sich die US-Märkte am Mittwoch erholt, da Händler auf eine mögliche Waffenstillstandsvereinbarung zwischen Washington und Teheran hofften.
Steigendes Rezessionsrisiko in den USA
Analysten an der Wall Street erhöhen ihre Erwartungen an eine Rezession, maßgeblich beeinflusst durch den Iran-Krieg und Inflationsrisiken. Moody's Analytics beziffert die Wahrscheinlichkeit einer US-Rezession in den nächsten 12 Monaten nun auf 48,6 %. Goldman Sachs erhöhte seine Schätzung auf 30 %.
Diese Einschätzungen kommen zu einem Zeitpunkt, an dem eine mögliche Lösung oder Pause im Konflikt im Nahen Osten weiterhin ungewiss ist. Dennoch gab es über Nacht einige neue Entwicklungen, die die Märkte aufmerksam verfolgen.
Iran-Konflikt: Zwischen Ablehnung und Prüfungsbereitschaft
Irans Außenminister erklärte am Mittwoch gegenüber staatlichen Medien, dass Teheran zwar keine Absicht habe, direkte Gespräche mit den Vereinigten Staaten zu führen, ein amerikanischer Vorschlag zur Beendigung des Krieges jedoch geprüft werde. Zuvor hatte das iranische Staatsfernsehen am Mittwoch berichtet, das Land lehne ein US-Waffenstillstandsangebot ab.
Iran legte stattdessen eigene Bedingungen für ein Kriegsende vor, darunter die Kontrolle über die Straße von Hormus. Irans Mission bei den Vereinten Nationen erklärte am Dienstag, dass "nicht-feindliche Schiffe" die strategische Meerenge passieren könnten.
Zeichen der Deeskalation? Gipfeltreffen Trump-Xi
Ein mögliches Zeichen dafür, dass Washington einen Weg zur Deeskalation sieht, ist die Bestätigung des Weißen Hauses, dass ein lang erwartetes Treffen zwischen Präsident Donald Trump und dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping am 14. und 15. Mai in Peking stattfinden wird. Diese Ankündigung bedeutet eine Verschiebung des geplanten China-Gipfels um etwa sechs Wochen, der zuvor aufgrund des Iran-Krieges verzögert worden war.
Die Summe dieser Entwicklungen reichte aus, um an der Wall Street einige Hoffnungen zu wecken. Die Aktienkurse stiegen am Mittwoch, und die Ölpreise gaben nach. Die US-Aktienfutures zeigten sich am Mittwochabend wenig verändert.
Globale Wirtschaftliche Folgen des Iran-Krieges
Die wirtschaftlichen Auswirkungen des Iran-Krieges werden jedoch zunehmend auf den globalen Märkten sichtbar. Thailand hat kürzlich Versuche aufgegeben, die inländischen Kraftstoffpreise zu deckeln, die durch den Krieg im Nahen Osten in die Höhe getrieben wurden. Stattdessen wird das Land gezielte Hilfen für die am stärksten von den höheren Energiekosten betroffenen Sektoren anbieten.
In den USA beantragte der Postdienst eine temporäre Treibstoffzuschlag von 8 % auf Paket- und Expresspostlieferungen, um die steigenden Transportkosten auszugleichen. Gleichzeitig sehen sich Landwirte in den USA mit potenziell ernsthaften Lieferengpässen bei wichtigen Düngemittelprodukten konfrontiert. Rund ein Drittel des weltweiten Seetransports von Düngemitteln verläuft normalerweise durch die Straße von Hormus. Dies ist eine deutliche Erinnerung daran, dass selbst ein entfernter Krieg schnell globale Lieferketten und Preise beeinflussen kann.