US-Rüstungsbestände: Engpässe bei Schlüsselwaffen und Milliardenkosten drohen

US-Rüstungsbestände: Engpässe bei Schlüsselwaffen und Milliardenkosten drohen

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Die Vereinigten Staaten könnten im Falle einer Fortsetzung der Kampfhandlungen mit Iran innerhalb weniger Wochen ihre Bestände an fortschrittlichen Luftverteidigungs-Abfangraketen und Bodenangriffsraketen aufbrauchen. Diese Warnung stammt von drei Analysten, deren Kommentar kürzlich vom britischen Think Tank Royal United Services Institute veröffentlicht wurde. Die Situation wirft Fragen hinsichtlich der globalen Abschreckungsfähigkeit der USA und der Belastbarkeit ihrer Verteidigungsindustrie auf.

Knappheit bei Schlüsselwaffen

Die Analyse prognostiziert, dass die Bestände an Terminal High Altitude Area Defense (THAAD)-Abfangraketen der USA bis zum 17. April erschöpft wären. Die Munitionsbestände für die Army Tactical Missile Systems (ATACMS) und Precision Strike Missile (PrSM) könnten sogar noch schneller, nämlich bis zum 12. April, aufgebraucht sein. Für Israel zeichneten die Analysten ein noch drastischeres Bild: Die Bestände an Arrow 2 und Arrow 3 Anti-Ballistik-Raketen würden demnach nur bis zum Freitag reichen.

Diese Entwicklung birgt erhebliche Risiken. Die Analysten MacDonald Amoah, Morgan D. Bazilian und Lt. Col. Jahara Matisek betonen, dass ein Fortsetzen der Kampfhandlungen mit anderen Munitionen ein höheres Risiko für Flugzeuge und eine größere Toleranz gegenüber Raketen- und Drohnen-„Leckagen“ bedeuten würde, die Streitkräfte und Infrastruktur beschädigen könnten. Die THAAD gilt als eines der besten Raketenabwehrsysteme weltweit, fähig, Langstrecken-Ballistikraketen abzufangen. Ein einzelner THAAD-Abfangkörper kann bis zu 15 Millionen US-Dollar kosten.

Kosten und Herausforderungen der Wiederauffüllung

Die Wiederauffüllung der Munitionsbestände stellt eine immense finanzielle und logistische Herausforderung dar. Die Forscher schätzten, dass die USA und ihre Verbündeten im Nahen Osten in den ersten 16 Kriegstagen 11.294 Munitionen verbrauchten, davon etwa 5.000 in den ersten vier Tagen. Um diese Bestände schnell aufzufüllen, könnten Kosten von bis zu 50 Milliarden US-Dollar anfallen.

Ein Beispiel für die Dimension der Herausforderung ist die Tomahawk-Rakete: Über 500 dieser Raketen wurden gegen Iran abgefeuert, deren Ersatz "mindestens fünf Jahre" dauern würde. Zudem erfordert die Wiederbeschaffung von rund einer halben Million 20-mm-Geschossen, die von Luftverteidigungssystemen abgefeuert wurden, etwa 8.800 Pfund Wolfram. China kontrolliert über 80 % des weltweiten Angebots dieses Metalls, was die Abhängigkeit und die Lieferkettenrisiken verdeutlicht.

Die Rolle der Verteidigungsindustrie: Lockheed Martin

Vor diesem Hintergrund rückt die Verteidigungsindustrie verstärkt in den Fokus. Lockheed Martin (NYSE:LMT) und das US-Verteidigungsministerium haben eine Rahmenvereinbarung zur Beschleunigung der PrSM-Produktion getroffen. Ziel ist es, die US-Raketenproduktionskapazität zu erweitern, um die steigende Nachfrage im In- und Ausland zu decken.

Diese Vereinbarung könnte eine mehrjährige Verpflichtung beinhalten, die die PrSM-Produktionskapazität potenziell vervierfacht und bis zu sieben Jahre an Aufträgen sichert, vorbehaltlich der Zustimmung des Kongresses. Für Investoren bietet dies eine klarere Visibilität der Auftragslage. Die Aktie von Lockheed Martin hat in den letzten Jahren bereits eine starke Performance gezeigt, mit einem Anstieg von 44,0 % im letzten Jahr und 93,3 % in den letzten fünf Jahren.

Strategische Implikationen und Ausblick

Die Analysten warnen, dass der größere Risikofaktor darin besteht, wie ein anhaltender Konflikt mit Iran die Abschreckung und Verteidigung in anderen Regionen, wie dem Indo-Pazifik, beeinträchtigt. Die US-Bestände sind seit Langem ein Anliegen, da ihre Erschöpfung die Fähigkeit des Pentagons untergraben könnte, die Abschreckung aufrechtzuerhalten.

Die Forscher empfehlen daher nicht nur massive Investitionen in die industrielle Basis, sondern auch den Aufbau eines "Patchwork-Schildes" durch die Schichtung günstigerer und fortschrittlicherer Luftverteidigungssysteme. Sie fassen zusammen: "Die Beherrschung der Gemeingüter bleibt notwendig, aber Epic Fury zeigt, dass sie ohne 'Command of the Reload' zunehmend unzureichend ist." Dies unterstreicht die Notwendigkeit einer robusten und reaktionsfähigen Rüstungsproduktion, um zukünftigen geopolitischen Herausforderungen begegnen zu können.

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