US-Saudi-Partnerschaft: Trumps 1-Billion-Dollar-Deal und F-35-Verkauf auf dem Prüfstand

US-Saudi-Partnerschaft: Trumps 1-Billion-Dollar-Deal und F-35-Verkauf auf dem Prüfstand

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US-Präsident Donald Trump und der saudische Kronprinz und Premierminister Mohammed bin Salman haben bei einem Treffen im November 2025 weitreichende Abkommen und Absichtserklärungen bekannt gegeben, darunter ein Investitionsversprechen Saudi-Arabiens von bis zu 1 Billion US-Dollar und den potenziellen Verkauf von F-35 Kampfjets. Experten äußern jedoch Zweifel an der schnellen Realisierung dieser Zusagen und weisen auf politische sowie wirtschaftliche Hürden hin. Die Gespräche fanden vor dem Hintergrund der Kontroverse um den Mord an Jamal Khashoggi statt.

Historisches Treffen und weitreichende Abkommen

US-Präsident Donald Trump empfing den saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman (MBS) am 18. November 2025 im Weißen Haus. Dies war der erste Besuch von MBS in den Vereinigten Staaten seit dem Mord an dem saudischen Kritiker und Journalisten Jamal Khashoggi im Jahr 2018. US-Geheimdienste hatten festgestellt, dass der Kronprinz die Operation genehmigt hatte, die zu Khashoggis Tod in einem saudischen Konsulat in Istanbul führte, was Riad jedoch bestritt.

Trotz der globalen Empörung über den Tod Khashoggis und der Fragezeichen bezüglich der Rehabilitierung Saudi-Arabiens, erklärten Trump und MBS, sie hätten "eine Reihe von wegweisenden Abkommen finalisiert, die die strategische Partnerschaft zwischen den USA und Saudi-Arabien vertiefen". Die Gespräche umfassten Themen von Sicherheit bis hin zu Partnerschaften im Bereich der zivilen Nuklearenergie. Unterzeichnet wurden ein Verteidigungskooperationspakt sowie eine gemeinsame Erklärung zur zivilen Nuklearenergie-Kooperation.

Das 1-Billion-Dollar-Versprechen: Ambition oder Realität?

Ein zentraler Punkt der Ankündigungen war Saudi-Arabiens Versprechen, seine Investitionen in den USA von zuvor 600 Milliarden US-Dollar, die im Mai zugesagt wurden, auf 1 Billion US-Dollar zu erhöhen. Das Weiße Haus erklärte, diese Erhöhung spiegele "vertieftes Vertrauen und Dynamik für die Vereinigten Staaten unter Präsident Trumps Führung" wider. Es wurden jedoch keine weiteren Details zu einem Zeitrahmen für diese Billionen-Dollar-Investition genannt.

Ökonomen äußerten Zweifel an der schnellen Materialisierung dieser Investitionssumme. Paul Donovan, Chefökonom bei GBS Global Wealth Management, merkte am Mittwoch an, dass 1 Billion US-Dollar fast dem gesamten jährlichen Bruttoinlandsprodukt (BIP) Saudi-Arabiens von 1,07 Billionen US-Dollar im Jahr 2023 entspricht. Er warnte, dass das Versprechen "kurzfristig möglicherweise nicht eingehalten werden kann". Kronprinz Mohammed bin Salman betonte jedoch, es handele sich um "echte Investitionen" und "echte Chancen" in vielen Bereichen wie Technologie und Künstlicher Intelligenz, die viele Arbeitsplätze schaffen würden.

F-35 Kampfjets für Riad: Ein heikles Geschäft

Neben den Investitionszusagen diskutierten Trump und MBS den Verkauf von F-35 Kampfjets an Saudi-Arabien. Berichten zufolge strebt das Königreich den Kauf von bis zu 48 dieser Tarnkappenjets an, was einen milliardenschweren Deal darstellen würde. Das Weiße Haus erklärte, der Präsident habe ein "großes Verteidigungspaket, einschließlich zukünftiger F-35 Lieferungen, genehmigt", das die US-Verteidigungsindustrie stärke und sicherstelle, dass Saudi-Arabien weiterhin amerikanische Produkte kaufe. Details zur Anzahl der verkauften Flugzeuge oder einem Zeitplan für deren Lieferung wurden jedoch nicht bekannt gegeben.

Ein solcher Verkauf könnte sich als kontrovers erweisen, insbesondere bei US-Gesetzgebern, deren Sympathien und Loyalität traditionell Israel gelten, dem wichtigsten und langjährigen Verbündeten der USA im Nahen Osten. Israel ist derzeit das einzige Land in der Region, das F-35 besitzt. Ein Verkauf solch fortschrittlicher Tarnkappentechnologie an Saudi-Arabien könnte als riskant angesehen werden, da er das militärische und machtpolitische Gleichgewicht in der fragilen Region verschieben könnte. Die israelische Armee (IDF) soll Berichten zufolge unzufrieden mit der Aussicht auf einen F-35-Deal mit Saudi-Arabien sein und warnte, dass Israels Lufthoheit in der Region gefährdet wäre. Trump wies diese Bedenken am Dienstag im Oval Office zurück und erklärte Reportern: "Wir werden F-35s verkaufen." Er betonte, Saudi-Arabien sei ein "großer Verbündeter" und Israel sei ein "großer Verbündeter", und beide sollten "Spitzenmodelle" erhalten.

Weitere Säulen der Partnerschaft

Die im Rahmen des Besuchs unterzeichneten Abkommen umfassen weitere wichtige Bereiche:

  • Eine gemeinsame Erklärung zur zivilen Nuklearenergie-Kooperation, die einen rechtlichen Rahmen für eine "jahrzehntelange, milliardenschwere Partnerschaft" mit starken Nichtverbreitungsstandards schafft.
  • Ein Rahmenwerk für kritische Mineralien, das darauf abzielt, Lieferketten zu diversifizieren.
  • Ein Memorandum of Understanding (MOU) zur Künstlichen Intelligenz, das Saudi-Arabien Zugang zu amerikanischen Systemen ermöglichen und gleichzeitig den Schutz der US-Technologie gewährleisten soll.
  • Ein strategisches Verteidigungsabkommen, das die über 80-jährige Sicherheitspartnerschaft stärken und die Abschreckung im Nahen Osten verbessern soll.
  • Das genehmigte Verteidigungspaket umfasst neben den zukünftigen F-35 Jets auch fast 300 amerikanische Panzer.

Experten warnen vor Hürden

Analysten weisen darauf hin, dass die Lieferung von F-35s an Saudi-Arabien, bevor das Königreich die Abraham-Abkommen unterzeichnet und damit die Beziehungen zu Israel normalisiert hat, eine zu große Belohnung für Riad wäre. Bradley Bowman, Senior Director bei der Foundation for Defense of Democracies, erklärte in einer Analyse, Washington sollte vor der Bereitstellung der F-35 an Riad Bedenken hinsichtlich Riads Beziehung zu China ansprechen. Zudem müsse das Gesetz bezüglich Israels qualitativem militärischen Vorsprung (Qualitative Military Edge) befolgt und eine Normalisierung der Beziehungen Saudi-Arabiens zu Israel gefordert werden.

Paul Musgrave, außerordentlicher Professor für Regierungswissenschaften an der Georgetown University in Katar, sprach von einem "langen Weg" bis zur tatsächlichen Lieferung der Jets. Er merkte an, dass der US-Kongress, der Israel traditionell freundlicher gesinnt sei als Saudi-Arabien, bei den Details der Technologieübertragung ein Mitspracherecht haben werde. Tief verwurzelte Differenzen bezüglich einer Zwei-Staaten-Lösung könnten dem Weißen Haus ebenfalls Gründe zum Zögern bei der Lieferung von F-35s an Saudi-Arabien geben, so Analysten.

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