US-Seeblockade gegen Iran: Zerstörer im Zentrum des Wirtschaftsdrucks

US-Seeblockade gegen Iran: Zerstörer im Zentrum des Wirtschaftsdrucks

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Die US Navy hat eine umfassende Seeblockade iranischer Häfen eingeleitet, um den Druck auf Teheran zu erhöhen und dessen maritime Wirtschaft zu belasten. Im Zentrum dieser Operation stehen die Lenkwaffenzerstörer der Arleigh Burke-Klasse, die zusammen mit einer Vielzahl weiterer amerikanischer Kriegsschiffe und Kampfflugzeuge den Handel unterbinden sollen. Diese Maßnahme folgt auf einen prekären Waffenstillstand und gescheiterte Friedensgespräche.

Die Rolle der Arleigh Burke-Klasse-Zerstörer

Die Zerstörer der Arleigh Burke-Klasse bilden das Rückgrat der US-Oberflächenflotte und werden von General Dan Caine, dem Vorsitzenden der Joint Chiefs of Staff, als "Sportwagen der United States Navy" bezeichnet. Diese Schiffe sind mit rund 300 Seeleuten besetzt und verfügen über eine erhebliche Feuerkraft, darunter fast 100 vertikale Startzellen für Luftverteidigungs- und Angriffsraketen. Sie sind zudem mit Deckgeschützen für Oberflächenbedrohungen und Kampfhubschraubern ausgestattet, was ihnen die Fähigkeit verleiht, Bedrohungen in der Luft und auf See zu verfolgen, anzuvisieren und zu bekämpfen.

General Caine betonte, dass die wichtigste Waffe an Bord dieser Schiffe der amerikanische Seemann sei. Die Zerstörer werden von den jüngsten Seeleuten der Oberflächenkriegsflotte betrieben, wobei Rudergänger bereits 18 Jahre alt sein können.

Umfang und Durchführung der Seeblockade

Die Seeblockade trat am Montag in Kraft, nachdem Präsident Donald Trump in den sozialen Medien angekündigt hatte, die Straße von Hormus abzuriegeln. Sie umfasst den Golf von Oman und das Arabische Meer östlich der Straße von Hormus und erstreckt sich über die gesamte iranische Küste. CENTCOM-Beamte erklärten, dass alle Schiffe, die iranische Häfen anlaufen oder verlassen, der Blockade unterliegen, während Schiffe, die keine iranischen Häfen besuchen, die Straße von Hormus weiterhin befahren können.

Das Pentagon hat die genaue Anzahl der beteiligten Zerstörer nicht bekannt gegeben, bestätigte jedoch die Teilnahme von mehr als einem Dutzend Kriegsschiffen. Dazu gehören der Flugzeugträger USS Abraham Lincoln und das amphibische Angriffsschiff USS Tripoli, die beide Kampfflugzeuge an Bord haben. Zusätzlich sind Dutzende von Überwachungsflugzeugen, Tankflugzeugen und Drohnen an der Durchsetzung der Blockade beteiligt, um Handelsschiffe am Ein- oder Auslaufen iranischer Häfen zu hindern. Insgesamt sind 10.000 US-Truppen, über ein Dutzend Kriegsschiffe und mehr als 100 Kampf- und Überwachungsflugzeuge im Einsatz.

Erste Erfolge und Herausforderungen

Das US Central Command (CENTCOM) meldete am Dienstag, dass der Lenkwaffenzerstörer USS Spruance erfolgreich ein unter iranischer Flagge fahrendes Frachtschiff umgeleitet habe, das versucht hatte, die Blockade zu umgehen. Das Schiff hatte Bandar Abbas verlassen, die Straße von Hormus durchquert und fuhr entlang der iranischen Küste, bevor es zurück nach Iran geleitet wurde. CENTCOM gab am Dienstag bekannt, dass bis dahin zehn Schiffe umgekehrt waren und keines die Blockade durchbrochen hatte. Bis Donnerstag erhöhte sich diese Zahl auf 14 umgeleitete Schiffe.

Bislang haben US-Truppen noch keine Schiffe im Nahen Osten geentert. General Caine erklärte, dass amerikanische Streitkräfte auch außerhalb der Region iranische Schiffe verfolgen werden, die versuchen, Teheran "materielle Unterstützung" zu leisten, einschließlich solcher, die sanktioniertes Öl transportieren.

Allerdings äußerten Schiffsbeobachter am Donnerstag Zweifel an der vollständigen Wirksamkeit der Blockade. Satellitenbilder deuteten darauf hin, dass mehrere Tanker, darunter solche mit Verbindungen zu Iran, China und Indien, die US-Barrikade passiert hatten und sich in Iran befanden. Zudem sollen andere sanktionskonforme Tanker mit ausgeschalteten Ortungsgeräten auf dem Weg in den Irak gewesen sein. Die New York Times berichtete am Mittwoch unter Berufung auf einen ungenannten US-Beamten, dass in den ersten 24 Stunden nach Beginn der Blockade etwa 20 Schiffe – eine Kombination aus Tankern, Frachtschiffen und anderen – die Straße durchquert hatten.

Wirtschaftliche Auswirkungen und Sanktionen

Die Seeblockade zielt darauf ab, die kritischen Öleinnahmen Irans, von denen Teheran abhängig ist, zu reduzieren und die bereits angeschlagene Wirtschaft weiter zu belasten. Am Mittwoch erhöhte Präsident Donald Trump den Druck auf Iran, indem er mehr als zwei Dutzend Personen, Unternehmen und Schiffe sanktionierte, die mit dem illegalen Öltransportnetzwerk des Landes in Verbindung stehen.

Diese Sanktionen richten sich gegen die iranische und russische Erdölvertriebsorganisation, die von Mohammad Hossein Shamkhani kontrolliert wird. Shamkhani, der tiefe Verbindungen zum iranischen Regime hat, ist der Sohn des hochrangigen iranischen Sicherheitsbeamten Ali Shamkhani, der am 28. Februar bei einem gemeinsamen US-israelischen Angriff auf Iran getötet wurde.

Hintergrund: Waffenstillstand und gescheiterte Verhandlungen

Die Verhängung der Seeblockade erfolgte nach einem prekären Waffenstillstand zwischen den USA und Iran, der seit dem 7. April in Kraft ist und einen über einen Monat andauernden Krieg beenden sollte. Kurz vor Beginn der Blockade am Montag hatte das US-Militär mit der "Schaffung von Bedingungen" für die Räumung iranischer Minen in der Straße von Hormus begonnen.

Die Blockade ist auch eine direkte Folge gescheiterter Friedensgespräche, die am 11. und 12. April in Islamabad, Pakistan, stattfanden. An den Gesprächen nahmen Vizepräsident JD Vance sowie die Sondergesandten Steve Witkoff und Jared Kushner teil. Laut Vance scheiterten die Verhandlungen, da Iran sich weigerte, die Entfernung von angereichertem Uran aus dem Land zuzulassen und sich zur Beendigung seines Atomprogramms zu verpflichten.

Minenräumoperationen in der Straße von Hormus

Parallel zur Blockade bereitet die US Navy Minenräumoperationen in der strategisch wichtigen Straße von Hormus vor. Die Zerstörer USS Frank E. Peterson (DDG 121) und USS Michael Murphy (DDG 112) waren am 11. April die ersten US-Kriegsschiffe, die die Straße seit Beginn des US-Iran-Krieges durchquerten, was die Eröffnungsphase der Minenräum- und Blockadeoperationen markierte.

Zusätzliche Kräfte, darunter Minensucher der Avenger-Klasse aus Sasebo, Japan (USS Pioneer (MCM 9) und USS Chief (MCM 14)), werden in die Region verlegt. Auch unbemannte Unterwasserfahrzeuge (UUVs) sollen in den kommenden Tagen die Minenräumarbeiten unterstützen, um die Straße von Hormus für den kommerziellen Verkehr wieder zu öffnen. Vor dem Krieg passierten täglich über 130 Schiffe die Straße, während in der letzten Woche weniger als ein Dutzend Schiffe ohne vorherige Genehmigung der iranischen Revolutionsgarden verkehrten.

Die Kombination aus Blockade und Minenräumoperationen markiert eine riskante neue Phase im Konflikt mit Iran, das weiterhin über schnelle Angriffsboote und Anti-Schiffs-Raketen verfügt, die amerikanische Kriegsschiffe bedrohen könnten.

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