
US-Senat: Republikaner forcieren ICE-Finanzierung per Reconciliation
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Washington – Die Republikaner im US-Senat haben am Dienstag eine Haushaltsresolution vorgelegt, um die Finanzierung der Einwanderungsbehörden unter dem Department of Homeland Security (DHS) ohne die Unterstützung der Demokraten einzuleiten. Dieser Schritt soll den seit dem 14. Februar andauernden teilweisen Regierungsstillstand des DHS beenden.
Republikaner forcieren Finanzierung über Reconciliation
Senator Lindsey Graham aus South Carolina, Vorsitzender des Senats-Haushaltsausschusses, veröffentlichte die 58-seitige Haushaltsresolution. Er erklärte, die Republikaner würden "vorwärts – nicht rückwärts – bei rationalen Einwanderungspolitiken, die unsere Grenze sichern", gehen. Graham betonte die Notwendigkeit, die Grenzschutzbehörde (Border Patrol) und die Einwanderungs- und Zollbehörde (Immigration and Customs Enforcement, ICE) vollständig zu finanzieren, "in einer Zeit großer Bedrohung für die Vereinigten Staaten."
Die Maßnahme ist ein entscheidender Schritt zur Genehmigung der Finanzierung durch den sogenannten Budget-Reconciliation-Prozess. Dieser ermöglicht es den Senatsrepublikanern, Gesetze mit direkten Haushaltskonsequenzen ohne die Stimmen der Demokraten zu verabschieden, indem die übliche 60-Stimmen-Schwelle im Senat umgangen wird.
Details der Haushaltsresolution
Die Resolution ermächtigt die Senatsausschüsse für Justiz und Innere Sicherheit, Gesetze zur Erhöhung der Ausgaben um jeweils bis zu 70 Milliarden US-Dollar zu entwerfen. Diese Mittel sollen zur Finanzierung von ICE und Teilen der Zoll- und Grenzschutzbehörde (Customs and Border Protection, CBP) verwendet werden. Ein Berater des Mehrheitsführers im Senat, John Thune, gab kurz nach Veröffentlichung der Resolution an, dass die Gesamtkosten des endgültigen Gesetzes voraussichtlich bei rund 70 Milliarden US-Dollar liegen werden.
Die Republikaner streben an, die Behörden für 3,5 Jahre zu finanzieren, um die Mittel für die Einwanderungsdurchsetzung für den Rest der Präsidentschaft von Donald Trump zu gewährleisten. Die Senatoren könnten bereits Mitte der Woche über die Haushaltsresolution abstimmen, mit dem Ziel, das endgültige Gesetz bis zur vom Präsidenten gesetzten Frist am 1. Juni auf seinen Schreibtisch zu bringen. Die Trump-Administration hat zudem signalisiert, dass der Kongress das DHS-Finanzierungsgesetz bis Ende April verabschieden muss, da die aktuelle Gehaltsperiode die letzte ist, die die Verwaltung mit ihrer Exekutivbefugnis abwickeln kann.
Der Reconciliation-Prozess und seine Implikationen
Der Reconciliation-Prozess ist ein komplexes zweistufiges Manöver, das die Finanzierung von ICE und Border Patrol für den Rest der Amtszeit von Präsident Trump ermöglichen würde. Senator Thune erklärte, dass die Republikaner bereits "seit einiger Zeit" an der Haushaltsresolution arbeiten und "viel Vorarbeit" im Reconciliation-Prozess geleistet haben. Er führte "eine Reihe von Gesprächen" mit dem Senats-Parlamentarier an, der die Einhaltung der Senatsregeln überwacht.
Thune äußerte jedoch auch sein Bedauern über diesen Weg: "Ich bedauere wirklich, dass die Demokraten uns auf diesen Pfad gezwungen haben, denn meiner Meinung nach ist der Bewilligungsprozess eine der wenigen Dinge, die wir hier auf überparteiliche Weise tun sollten."
Der breitere DHS-Shutdown und die "Zwei-Spuren-Strategie"
Das Department of Homeland Security ist seit dem 14. Februar teilweise geschlossen. Obwohl der Präsident vorübergehend die Gehälter der DHS-Mitarbeiter gezahlt hat, ist die Finanzierung des Ministeriums insgesamt ins Stocken geraten. Die Senatsrepublikaner haben sich für eine "Zwei-Spuren-Strategie" entschieden:
- Partisaner Weg: Finanzierung von ICE und CBP durch den Reconciliation-Prozess.
- Überparteilicher Weg: Finanzierung des Großteils des DHS (wie Transportation Security Administration, Federal Emergency Management Agency, Küstenwache) durch den regulären Bewilligungsprozess. Ein entsprechendes überparteiliches Gesetz (H.R. 7147) mit rund 48 Milliarden US-Dollar jährlicher Finanzierung wurde vom Senat einstimmig angenommen, ist aber im Repräsentantenhaus blockiert.
Sprecher Mike Johnson und Thune hatten sich Anfang des Monats auf diese Strategie geeinigt. Johnson erklärte letzte Woche, dass das Repräsentantenhaus nach der Abstimmung im Senat "unseren Teil tun und diese wesentlichen Funktionen der Regierung finanzieren wird, und dann den Rest des Heimatschutzministeriums."
Demokratische Forderungen und republikanische Haltung
Die Demokraten haben sich monatelang gegen die Finanzierung von ICE und CBP gewehrt und Reformen gefordert, insbesondere nach zwei tödlichen Schießereien durch Bundesagenten in Minneapolis im Januar. Senats-Minderheitsführer Chuck Schumer (D-N.Y.) forderte "vernünftige" Schutzmaßnahmen, die von Einwanderungsagenten verlangen würden, Ausweise zu zeigen, keine Masken zu tragen und richterliche Durchsuchungsbefehle für den Zutritt zu Wohnungen zu benötigen.
Schumer kündigte an, dass die Demokraten die Marathon-Abstimmungssitzung über die Haushaltsresolution und das spätere Reconciliation-Gesetz nutzen würden, um die Republikaner "in die Pflicht zu nehmen" in Bezug auf DHS, den Krieg und viele andere Themen.
Herausforderungen und der Weg nach vorn
Die schnelle Verabschiedung des Reconciliation-Pakets könnte durch Forderungen einiger Republikaner nach zusätzlichen Prioritäten erschwert werden. Einige Abgeordnete möchten das Paket über die Finanzierung von ICE und Border Patrol hinaus erweitern, um beispielsweise Kosten- und Lebenshaltungskostenfragen anzugehen. Senator John Kennedy (R-La.) äußerte Bedenken, dass dies die "letzte Chance" sein könnte.
Die meisten Senatsrepublikaner stimmen jedoch mit der Führung überein, dass eine Ausweitung des Gesetzes die Verabschiedung zu schwierig machen würde. Thune betonte, dass der spezifische Auftrag darin bestehe, "sicherzustellen, dass diese wichtigen Behörden unserer Regierung, die vitale Funktionen für unsere Heimat- und nationale Sicherheit haben, finanziert werden."