US-Senat ringt um Krypto-Gesetz: Stablecoin-Yield bedroht Bankkredite

US-Senat ringt um Krypto-Gesetz: Stablecoin-Yield bedroht Bankkredite

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Der US-Senat intensiviert seine Bemühungen um eine umfassende Krypto-Gesetzgebung, wobei ein zentrales Anliegen die Regulierung von Stablecoin-Belohnungen ist. Gesetzgeber beider Parteien äußern Bedenken, dass zu schwache Beschränkungen Milliardenbeträge aus der Kreditvergabe von Gemeinschaftsbanken abziehen und damit kleine Unternehmen, Landwirte, Studenten und Hauskäufer schädigen könnten. Der Senatsausschuss für Banken unter Vorsitz von Tim Scott (R-S.C.) drängt auf eine baldige Abstimmung über das Marktstrukturgesetz, möglicherweise schon in der kommenden Woche oder bis zum 15. Januar 2026.

Senat forciert Krypto-Gesetzgebung

Der Senatsausschuss für Banken plant, Anfang des neuen Jahres, möglicherweise bereits am 15. Januar 2026, eine Abstimmung über die Krypto-Marktstrukturgesetzgebung voranzutreiben. Dies geschieht, obwohl entscheidende Punkte des Gesetzesentwurfs, der als CLARITY Act bekannt ist, weiterhin umstritten sind. Ausschussvorsitzender Tim Scott (R-S.C.) hat signalisiert, dass er eine Abstimmung auch ohne vollständige parteiübergreifende Einigung vorantreiben könnte, falls die Verhandlungen bis Anfang 2026 andauern.

Die Gespräche über das Gesetz, das Ende 2025 ins Stocken geraten war, wurden Anfang 2026 wieder aufgenommen. Ein parteiübergreifendes Treffen fand am Dienstag statt, um den aktuellen Stand des Gesetzesentwurfs zu erörtern. Republikaner bevorzugen zwar eine parteiübergreifende Lösung, doch der Druck, die Gesetzgebung voranzutreiben, wächst.

Das "Yield-Problem" bei Stablecoins

Ein zentrales Thema der Debatte ist das sogenannte "Yield-Problem" bei Stablecoins. Gesetzgeber beider Parteien diskutierten Bedenken, dass schwache Beschränkungen für Stablecoin-Belohnungen Milliardenbeträge aus der Kreditvergabe von Gemeinschaftsbanken verdrängen könnten. Die American Bankers Association (ABA) und andere Bankengruppen setzen sich für eine strengere Formulierung ein, um zu verhindern, dass Stablecoin-Emittenten zinsähnliche Belohnungen anbieten.

Banker argumentieren, dass Unternehmen Schlupflöcher ausnutzen, die es ihnen ermöglichen, indirekt Renditen an Stablecoin-Inhaber über digitale Asset-Börsen und andere Partner zu zahlen. Obwohl der GENIUS Act Stablecoin-Emittenten verbietet, Zinsen auf Stablecoins anzubieten, bieten Firmen Belohnungen an, die in den Augen vieler Kunden identisch mit Zinsen sind. Ein großer Zusammenschluss von Bankern erklärte in einem Schreiben an den Kongress, organisiert von der ABA: "Einige Unternehmen haben ein wahrgenommenes Schlupfloch ausgenutzt, das es Stablecoin-Emittenten ermöglicht, Zahlungen an Stablecoin-Inhaber indirekt über digitale Asset-Börsen und andere Partner zu finanzieren."

Auswirkungen auf die Kreditmärkte

Die potenziellen Folgen dieser Praxis sind weitreichend. Wenn Milliardenbeträge aus der Kreditvergabe von Gemeinschaftsbanken verdrängt werden, könnten kleine Unternehmen, Landwirte, Studenten und Hauskäufer, die auf lokale Kreditverfügbarkeit angewiesen sind, darunter leiden. Die Gesetzgeber beider Parteien haben die potenziellen Verluste in der Kreditvergabe lokaler Gemeinschaften erörtert, falls keine strengere Formulierung in die Marktstrukturgesetze aufgenommen wird.

Diese Entwicklung markiert einen Fortschritt für die an den Diskussionen beteiligten Banker, da das Problem der Renditen und Belohnungen nun stärker im Fokus steht. Die Sorge ist, dass die "Ausnahme die Regel verschluckt", wenn diese Aktivitäten unreguliert bleiben.

Lobbying und parteiübergreifende Debatten

Die American Bankers Association hat ihre Lobbyarbeit für die Gesetzgebung verstärkt, insbesondere durch ein Schreiben, das sich auf eine strengere Formulierung bezüglich des Verbots von zinstragenden Stablecoins konzentriert. Obwohl das Problem der Renditen und Belohnungen in den jüngsten Treffen diskutiert wurde, haben die Gesetzgeber beider Parteien noch keine einheitliche Strategie zur Lösung des Problems gefunden.

Senatorin Cynthia Lummis betonte, dass eine Abstimmung nicht ohne die Beteiligung der Demokraten erfolgen sollte, um sicherzustellen, dass diese sich mit der Struktur wohlfühlen, um eine Stimme abzugeben. Neben dem Yield-Problem bleiben auch andere Streitpunkte ungelöst, darunter die Token-Klassifizierung, Kontrollen für illegale Finanzierungen, Ethikstandards, DeFi-Aufsicht und Marktintegrität.

Ausblick und Bedeutung für den Kryptomarkt

Die Dringlichkeit, ein Gesetz zu verabschieden, wird durch die breitere politische Landschaft verstärkt. Ein erfolgreicher Abschluss des Marktstrukturgesetzes könnte den Zuständigkeitsstreit zwischen der SEC und der CFTC lösen und Institutionen sowie Investoren dringend benötigte Klarheit verschaffen. Das Gesetz enthält auch Bestimmungen für DeFi und tokenisierte Vermögenswerte.

Analysten von Grayscale prognostizieren, dass ein parteiübergreifendes Marktstrukturgesetz den Kryptomarkt bis Anfang 2026 zu neuen Allzeithochs führen könnte. Ein klarer Regulierungsrahmen könnte institutionelle Investitionen anziehen und die Akzeptanz digitaler Vermögenswerte als alternative Wertspeicher fördern. Verzögerungen oder politische Blockaden könnten hingegen das Wachstum des US-Kryptomarktes behindern. Der Senat wird voraussichtlich im Januar 2026 Anhörungen und Abstimmungen abhalten, um das Marktstrukturgesetz voranzubringen.