US-Senat verbietet Mitgliedern und Mitarbeitern Wetten auf Prediction Markets

US-Senat verbietet Mitgliedern und Mitarbeitern Wetten auf Prediction Markets

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Der US-Senat hat eine parteiübergreifende Resolution verabschiedet, die seinen Mitgliedern und Mitarbeitern die Nutzung von Prediction Markets untersagt. Diese Regelung soll verhindern, dass Senatoren, die oft Zugang zu sensiblen Informationen haben, Wetten auf zukünftige Ereignisse platzieren. Die Maßnahme, die einstimmig per Stimmabgabe angenommen wurde, tritt als Änderung der Senatsregeln sofort in Kraft.

Senat verbietet Handel mit Prediction Markets

Die Resolution wurde von Senator Bernie Moreno (R-Ohio) initiiert und durch einen Änderungsantrag von Senator Alex Padilla (D-Kalifornien) auf die Mitarbeiter des Senats ausgeweitet. Senator Moreno betonte die Notwendigkeit dieser Maßnahme: „US-Senatoren haben kein Geschäft damit, sich an spekulativen Aktivitäten wie Prediction Markets zu beteiligen, während sie ein vom Steuerzahler finanziertes Gehalt beziehen, Punkt.“

Senatsminderheitsführer Chuck Schumer (D-New York) bezeichnete den Schritt als „Selbstverständlichkeit“ und forderte das Repräsentantenhaus sowie die Trump-Administration auf, diesem Beispiel zu folgen. Er warnte: „Wir dürfen niemals zulassen, dass der Kongress zu einem Casino wird, in dem Mitglieder, die die Öffentlichkeit vertreten, auf Kriege, Wirtschaftskrisen oder Wahlen wetten können. Das würde das Grundprinzip der repräsentativen Regierung zerstören.“

Hintergrund: Bedenken wegen Insiderinformationen

Die Entscheidung des Senats folgt auf eine Reihe besorgniserregender Vorfälle. Nur eine Woche zuvor wurde ein Soldat der US-Spezialkräfte angeklagt, weil er klassifizierte Informationen genutzt hatte, um auf die Gefangennahme des damaligen venezolanischen Präsidenten Nicolas Maduro im Januar zu wetten. Der Soldat soll dabei über 400.000 US-Dollar Gewinn erzielt haben.

Zudem äußerten Gesetzgeber zunehmend Bedenken hinsichtlich öffentlicher Wetten auf den Krieg mit dem Iran. Die Nachrichtenagentur Associated Press berichtete Anfang des Monats, dass eine Gruppe neuer Konten auf Polymarket hochspezifische, gut getimte Wetten darauf platziert hatte, ob die Vereinigten Staaten und der Iran am 7. April einen Waffenstillstand erreichen würden. Dies führte zu Hunderttausenden von Dollar Gewinn für die neuen Kunden. Am selben Tag warnte das Weiße Haus seine Mitarbeiter davor, private Informationen für den Handel auf Prediction Markets zu nutzen.

Politische Stimmen und weitere Regulierungsinitiativen

Die Resolution des Senats wird als wichtiger erster Schritt in der Regulierung von Prediction Markets gesehen. Die Senatoren Todd Young (R-Indiana) und Elissa Slotkin (D-Michigan) haben bereits einen Gesetzentwurf eingebracht, der allen föderal gewählten Beamten und Regierungsangestellten die Nutzung von Insiderinformationen für Wetten auf Prediction Markets verbieten soll. Senator Young ermutigte den Senat, diesen umfassenderen Gesetzentwurf aufzugreifen.

Auch Senator Jeff Merkley (D-Oregon) und vier weitere demokratische Senatoren schlugen einen ähnlichen Gesetzentwurf vor, der besagt, dass kein Mitglied des Kongresses „einen Ereignisvertrag kaufen, verkaufen oder anderweitig austauschen darf.“ Senator Moreno, der die aktuelle Resolution sponserte, hatte zuvor die Bemühungen der Commodity Futures Trading Commission (CFTC) unterstützt, die föderale Regulierung von Prediction Markets gegen staatliche Verbotsversuche zu schützen. Er betonte jedoch auch auf X: „Jeder Senator, der nach DC kam, um Kasse zu machen, Prediction Markets zu manipulieren oder das öffentliche Amt als Nebenverdienst zu betrachten, verrät den Eid, den er seinem Land geschworen hat.“

Die Rolle der Prediction Markets und ihre Kritik

Prediction Markets, darunter die Wettplattform Polymarket und ihr Hauptkonkurrent Kalshi, sind zunehmend in den Fokus der Öffentlichkeit geraten, da ihr Geschäft expandiert. Polymarket wurde besonders kritisiert, da es als Plattform für Offshore-Geschäfte dient, die außerhalb der Reichweite der US-Regulierungsbehörden liegen. Anzeigen für die Plattform Kalshi sind beispielsweise in Washington zu sehen.

Beide Plattformen stehen unter öffentlicher Beobachtung, da sie Anreize für Spekulationen auf tragische Ereignisse wie Kriege oder Terrorismus schaffen könnten. Als Reaktion auf die Kritik haben sowohl Kalshi als auch Polymarket Schritte unternommen, um Insiderhandel zu unterbinden. Polymarket stellte klar, dass es den Handel mit gestohlenen vertraulichen Informationen nicht toleriert und informierte das Justizministerium über den Fall des Soldaten, der mit klassifizierten Informationen gehandelt hatte.

Die Position der Trump-Administration und Branchenverbindungen

Die Trump-Administration war in einem Rechtsstreit mit Staaten, die die Plattformen verbieten wollten, ein wichtiger Verbündeter der wachsenden Prediction-Market-Branche. Donald Trump Jr., der älteste Sohn des ehemaligen Präsidenten, ist Berater sowohl für Polymarket als auch für Kalshi. Trumps Social-Media-Plattform Truth Social plant zudem die Einführung eines eigenen kryptowährungsbasierten Prediction Markets namens Truth Predict.

Donald Trump Sr. äußerte sich diesen Monat zu dem Thema: „Die ganze Welt ist leider zu einer Art Casino geworden, und man sieht, was überall auf der Welt, in Europa und an jedem Ort passiert, sie machen diese Wettgeschäfte.“ Er fügte hinzu: „Es ist eine verrückte Welt. Es ist eine viel andere Welt, als sie einmal war.“

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