US-Senat verschiebt Krypto-Gesetz: Streit um Stablecoins und Trumps Rolle

US-Senat verschiebt Krypto-Gesetz: Streit um Stablecoins und Trumps Rolle

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Der US-Senat hat die Abstimmung über das wegweisende Krypto-Marktstrukturgesetz, das eine umfassende Regulierung für digitale Assets schaffen soll, auf die letzte Januarwoche verschoben. Diese Entscheidung, getroffen vom Senatsausschuss für Landwirtschaft, zielt darauf ab, mehr Zeit für Diskussionen zu gewinnen und eine breitere parteiübergreifende Unterstützung für die komplexe Gesetzgebung zu gewährleisten.

Verzögerung des Krypto-Marktstrukturgesetzes im US-Senat

Senator John Boozman (R-AR), Vorsitzender des Senatsausschusses für Landwirtschaft, gab am Montag bekannt, dass die ursprünglich für Donnerstag angesetzte Abstimmung über das Krypto-Marktstrukturgesetz verschoben wird. Die neue Frist ist die letzte Januarwoche. Boozman betonte, dass diese Verzögerung zusätzliche Zeit für weitere Diskussionen und die Verfeinerung des Gesetzesentwurfs biete.

Suche nach parteiübergreifendem Konsens

Boozman berichtete von „bedeutenden Fortschritten“ und „konstruktiven“ parteiübergreifenden Gesprächen, die am Wochenende stattgefunden hätten. Er bekräftigte sein Engagement, die parteiübergreifende Krypto-Marktstrukturgesetzgebung voranzutreiben. In einer Erklärung hieß es: „Um die verbleibenden Details zu finalisieren und die breite Unterstützung sicherzustellen, die diese Gesetzgebung erfordert, ist zusätzliche Zeit erforderlich, bevor wir zur Abstimmung schreiten.“

Hauptstreitpunkte und politische Hürden

Die Verzögerung erfolgt zu einem Zeitpunkt, da das Zeitfenster für die Verabschiedung dieser entscheidenden Gesetzgebung, die einen bundesweiten Regulierungsrahmen für digitale Assets schaffen soll, immer enger wird. Analysten von Bernstein warnten, dass die Gesetzgebung bis zum zweiten Quartal vorankommen müsse, andernfalls drohe sie aufgrund der Politik der Zwischenwahlen ins Stocken zu geraten. Belohnungen für Stablecoins haben sich dabei als zentraler Stolperstein erwiesen. Analysten von TD Cowen warnten bereits früher, dass das Gesetz aufgrund der Kryptowährungsgeschäfte von Präsident Donald Trump bis 2029 verzögert werden könnte.

Trumps Krypto-Verbindungen im Fokus der Demokraten

Die Demokraten fordern Bestimmungen, die hochrangigen Regierungsbeamten und ihren Familien, einschließlich Donald Trump, den Besitz oder Betrieb von Kryptowährungsunternehmen untersagen würden. Trump hat Berichten zufolge etwa 620 Millionen US-Dollar aus Unternehmungen generiert, die mit seiner Familie verbunden sind. Dazu gehört World Liberty Financial (CRYPTO: WLFI), ein DeFi- und Stablecoin-Projekt, das Trump und seine drei Söhne als Mitbegründer auflistet.

Branchenreaktionen und Lobbyarbeit

Charles Hoskinson, Gründer von Cardano (CRYPTO: ADA), äußerte Skepsis hinsichtlich der Verabschiedung des Gesetzes im ersten Quartal. Er warnte, dass die Demokraten die Zwischenwahlen mit einer Anti-Kryptowährungs-Plattform bestreiten könnten, was auf die „katastrophale“ Official Trump (CRYPTO: TRUMP) Memecoin zurückzuführen sei. Das Gesetz ist für die Krypto-Branche von großer Bedeutung, da es definieren würde, wie die US-Marktaufsichtsbehörden, die Securities and Exchange Commission (SEC) und die Commodity Futures Trading Commission (CFTC), den Kryptomarkt regulieren würden. Der Senatsausschuss für Landwirtschaft beaufsichtigt die CFTC, während der Senatsausschuss für Banken die SEC beaufsichtigt.

Einige der Änderungen, die Gesetzgeber und Lobbyisten durchsetzen wollen, umfassen ein Verbot aller Stablecoin-Zinszahlungen und Bestimmungen für Ethikgesetze. Bankenlobbyisten drängen zudem auf ein Verbot für Drittplattformen, wie Krypto-Börsen, Stablecoin-Renditen anzubieten, nachdem der GENIUS Act Emittenten dies bereits untersagt hat. Kryptolobbygruppen und Unternehmen fordern hingegen, Softwareentwickler und nicht-verwaltende Plattformen von der Klassifizierung als Intermediäre auszunehmen.

Coinbase droht mit Entzug der Unterstützung

Coinbase, die größte börsennotierte Krypto-Plattform Amerikas, hat signalisiert, dass sie ihre entscheidende Unterstützung für die anstehende Senatsgesetzgebung zurückziehen könnte. Dieser Schritt sendet Schockwellen durch Washington und die Kryptomärkte. Die Drohung von Coinbase unterstreicht die Notwendigkeit, den Gesetzesentwurf an die Realitäten der Branche anzupassen, um die Unterstützung wichtiger Akteure nicht zu verlieren. Traditionelle Bankengruppen lobbyieren ebenfalls, um Beschränkungen über das im GENIUS Act Festgelegte hinaus auszuweiten. Sie argumentieren, dass zinstragende Stablecoin-Konten Einlagen von Gemeinschaftsbanken abziehen könnten, was kleine Unternehmen, Landwirte, Studenten und Hauskäufer beeinträchtigen würde.

Ausblick auf die Krypto-Regulierung

Die Analysten von TD Cowen prognostizierten, dass das Gesetz aufgrund der Zwischenwahlen, die die notwendige Unterstützung mindern könnten, eher 2027 verabschiedet und erst 2029 vollständig umgesetzt werden könnte. Die aktuelle Situation zeigt die fragile Konsensfindung hinter der Krypto-Regulierung und wie schnell die Unterstützung der Unternehmen schwinden kann, wenn Vorschläge die Erwartungen nicht erfüllen. Die Uhr tickt, und mit den bevorstehenden Wahlen schließen sich die legislativen Fenster schnell.

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