
US-Senatoren wollen Blockchain-Entwickler vor Banken-Regulierung schützen
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Ein überparteilicher Gesetzesentwurf, eingebracht von Senatorin Cynthia Lummis (R-Wyo.) und Senator Ron Wyden (D-OR), soll Blockchain-Entwickler vor der Einstufung als Geldübermittler nach Bundesrecht schützen. Die Initiative zielt darauf ab, rechtliche Klarheit für die wachsende Branche der digitalen Finanzen zu schaffen.
Gesetzesentwurf für mehr Klarheit in der Blockchain-Branche
Der "Blockchain Regulatory Certainty Act" wurde am Montag vorgestellt und soll "nicht-kontrollierende" Softwareentwickler sowie Infrastrukturanbieter von den bundesweiten Anforderungen für Geldübermittler ausnehmen. Als "nicht-kontrollierende" Entwickler gelten jene, die Blockchain-basierte Ledger entwickeln oder warten, aber keine rechtliche Befugnis besitzen, Transaktionen ohne die Zustimmung Dritter zu kontrollieren.
Der Gesetzesentwurf definiert zudem bestimmte Aktivitäten als "geschützt": Dazu gehören das Anbieten von Hardware oder Software für Self-Custody-Lösungen von Kunden sowie die Bereitstellung von Infrastruktur zur Aufrechterhaltung verteilter Ledger-Dienste. Senatorin Lummis, Vorsitzende des Unterausschusses für digitale Vermögenswerte im Senatsbankenausschuss, betonte die Bedeutung dieser Initiative.
Sie erklärte: „Dieser Gesetzesentwurf gibt unseren Entwicklern die Klarheit, die sie brauchen, um die Zukunft der digitalen Finanzen aufzubauen, ohne Angst vor Strafverfolgung für Aktivitäten, die kein Geldwäscherisiko darstellen.“ Lummis, eine Befürworterin von Kryptowährungen, fügte hinzu: „Es ist an der Zeit, Softwareentwickler nicht mehr wie Banken zu behandeln, nur weil sie Code schreiben.“
Hintergrund: Die Debatte um Softwareentwickler und Finanzintermediäre
Der Vorstoß folgt einer Tendenz des Justizministeriums, seine Haltung gegenüber Entwicklern zu mildern, die dezentrale Plattformen für die Übertragung von Kryptowährungen ohne kriminelle Absicht schaffen. Ein prominenter Fall, der die Dringlichkeit dieser Gesetzgebung unterstreicht, ist der von Roman Storm.
Storm, Mitbegründer der Kryptowährungs-Mixing-Plattform Tornado Cash, wurde letztes Jahr wegen des Betriebs eines nicht lizenzierten Geldübermittlungsgeschäfts verurteilt. Die Staatsanwaltschaft argumentierte, Storm habe bewusst von der kriminellen Nutzung des Protokolls profitiert. Die Verteidigung hingegen vertrat die Ansicht, dass nicht-verwaltende Softwareentwickler nicht als Finanzintermediäre eingestuft werden sollten.
Edward Snowden, der ehemalige CIA-Mitarbeiter und Whistleblower, unterstützte Storm öffentlich und betonte, dass Privatsphäre kein Verbrechen sei. Ein Geldübermittlungsgeschäft bietet Finanzdienstleistungen an, die die Übertragung von Geldern im Auftrag der Öffentlichkeit beinhalten. Diese Aktivitäten unterliegen dem Bundesrecht, insbesondere dem Bank Secrecy Act.