
US setzt TSA PreCheck & Global Entry aus: Lange Schlangen drohen
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Das US-Heimatschutzministerium (DHS) hat eine seltene und weitreichende Entscheidung getroffen: Die Programme TSA PreCheck und Global Entry werden aufgrund einer Finanzierungslücke der Behörde vorübergehend ausgesetzt. Diese Maßnahme, die voraussichtlich ab Sonntag, dem 22. Februar, um 6 Uhr ET in Kraft tritt, wird voraussichtlich zu deutlich längeren Warteschlangen an Flughäfen und Einreisestellen führen und Millionen von Reisenden frustrieren.
Aussetzung der beschleunigten Abfertigung
Die temporäre Einstellung betrifft zwei Schlüsselprogramme, die für eine beschleunigte Abfertigung von vorab überprüften Reisenden konzipiert sind. TSA PreCheck ermöglicht schnelleren Zugang durch die Sicherheitskontrollen an US-Flughäfen, während Global Entry die Einreise in die USA für internationale Reisende vereinfacht. DHS-Sekretärin Kristi Noem erklärte in einer Stellungnahme, dass die Transportsicherheitsbehörde (TSA) und die Zoll- und Grenzschutzbehörde (CBP) die allgemeine reisende Bevölkerung an Flughäfen und Einreisestellen priorisieren und "Höflichkeits- und Sonderprivileg-Eskorten" aussetzen.
Die dem Programm zugewiesenen DHS-Mitarbeiter werden umgeleitet, um die breitere reisende Öffentlichkeit zu unterstützen. Diese Entscheidung fällt in eine Zeit, in der ein erwarteter Wintersturm bereits über 5.000 Flüge landesweit annulliert hat und nur wenige Wochen vor dem Reiseansturm der Frühjahrsferien.
Historischer Kontext und weitere Auswirkungen
Die Aussetzung von TSA PreCheck und Global Entry ist ein ungewöhnlicher Schritt. Während der Regierungsschließung im letzten Jahr wurden diese Programme nicht eingestellt. Auch während der längsten Regierungsschließung in der Geschichte des Bundes im vergangenen Herbst liefen beide Programme, die größtenteils durch Anmeldegebühren der Mitglieder finanziert werden, weiter.
Die aktuelle Teilschließung der Regierung begann am 14. Februar, nachdem Demokraten und das Weiße Haus keine Einigung über die Finanzierung des DHS erzielen konnten. Neben der Aussetzung der Reiseprogramme wird auch die Federal Emergency Management Agency (FEMA) "alle nicht-katastrophenbezogenen Einsätze einstellen, um Katastrophen zu priorisieren", so Noem, was die Auswirkungen des bevorstehenden Wintersturms unterstreicht.
Kritik und politische Reaktionen
Die Entscheidung stieß auf breite Kritik. Der ranghöchste Demokrat im Ausschuss für Heimatschutz des Repräsentantenhauses, Rep. Bennie Thompson, verurteilte die Maßnahme scharf. Er bezeichnete sie als "vorsätzliche Bestrafung des amerikanischen Volkes" und warf vor, dass die Programme, die Flughafenlinien reduzieren und die Belastung des DHS-Personals verringern, absichtlich sabotiert würden. Thompson äußerte, dass "Trump und Kristi Ihr Leben schwerer machen – und Ihre Reisen unsicherer – alles absichtlich".
Auch die U.S. Travel Association, eine gemeinnützige Organisation, die die Reisebranche des Landes vertritt, äußerte ihre "Enttäuschung" und kritisierte die Maßnahme auf X: "Reisende sollten priorisiert, nicht instrumentalisiert werden. Reisen ist das Tor zur amerikanischen Wirtschaft, und Amerikaner sollten nicht in ihrer Mobilität, Sicherheit oder Reiseerfahrung eingeschränkt werden, weil gewählte Führungskräfte ihre Differenzen nicht lösen können."
Airlines for America, ein Handelsverband, zeigte sich ebenfalls besorgt. Ihr Geschäftsführer, Chris Sununu, kritisierte die extrem kurzfristige Ankündigung und forderte den Kongress auf, "eine Einigung zu erzielen". Er wies darauf hin, dass eine ähnliche Schließung im letzten Jahr Verluste von 6,1 Milliarden US-Dollar in der Reisebranche und verwandten Sektoren verursacht habe.
Die Aussetzung der Programme wurde zuerst von der Washington Post gemeldet. Millionen von Reisenden, darunter etwa 20 Millionen Mitglieder von TSA PreCheck im Jahr 2024, müssen sich nun auf längere Wartezeiten und eine veränderte Reiseerfahrung einstellen.