
US-Shutdown: DHS-Finanzierung blockiert – Folgen für Flughäfen und Sicherheit
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Der US-Senat steht erneut vor einer Abstimmung über die Finanzierung des Department of Homeland Security (DHS), während ein monatelanger Stillstand über Einwanderungsreformen die Gemüter erhitzt. Die Blockade hat bereits weitreichende Folgen, darunter lange Warteschlangen an Flughäfen und ausbleibende Gehälter für Tausende von Bundesbediensteten. Eine Einigung zwischen Demokraten und Republikanern scheint derzeit in weiter Ferne.
Aktueller Stillstand im Senat
Der US-Senat wird am Donnerstag erneut über ein Gesetz zur Finanzierung des Department of Homeland Security (DHS) abstimmen. Seit fast einem Monat befindet sich die Behörde in einem teilweisen Shutdown, ausgelöst durch einen tiefgreifenden Dissens über Reformen der Einwanderungsbehörden Immigration and Customs Enforcement (ICE) und Customs and Border Protection (CBP). Beide Parteien, Demokraten und Republikaner, betonen, dass sie einer Einigung nicht nahe sind.
Die Blockade der Demokraten begann im Januar nach den tödlichen Schüssen auf Alex Pretti und Renee Good durch Bundesagenten in Minnesota. Seitdem fordern sie umfassende Reformen, bevor sie einer vollständigen Finanzierung des DHS zustimmen. Sen. Brian Schatz (D-Hawaii) bestätigte am Mittwoch: "Wir befinden uns in einer Verhandlung, sind aber nicht nah dran."
Die Kernforderungen der Demokraten
Die Demokraten haben eine Reihe von Änderungen an den Praktiken der Einwanderungsbehörden gefordert. Diese zielen darauf ab, die Transparenz und Rechenschaftspflicht zu erhöhen.
Zu den zentralen Forderungen gehören:
- Einschränkung, dass Einwanderungsagenten Masken tragen dürfen.
- Pflicht für Agenten, eine ID zu tragen und Bodycams zu verwenden.
- Verbot für Agenten, Privatgrundstücke ohne richterliche Anordnung zu betreten.
- Verbot von ICE-Einsätzen an sensiblen Orten wie Schulen und Kirchen.
- Ermöglichung unabhängiger Untersuchungen bei mutmaßlichem Fehlverhalten.
Sen. Patty Murray (D-Washington) betonte, dass diese Schritte vom amerikanischen Volk gefordert würden und viele lokale Polizeibehörden ähnliche Regeln bereits befolgen. Sie kritisierte, dass "Halbherzigkeiten" nicht ausreichen würden, um die "außer Kontrolle geratenen Behörden" zu zügeln.
Republikanische Position und Verhandlungsblockaden
Die Republikaner lehnen die Forderungen der Demokraten ab und werfen ihnen vor, die Verhandlungen zu verweigern. Sen. Katie Britt (R-Alabama) erklärte am Dienstag: "[Die Demokraten] weigerten sich, sich diese Woche mit uns zusammenzusetzen. Weigerten sich. Das ist tatsächlich absurd." Sie behaupten, die Demokraten hätten eine jüngste Anfrage des Weißen Hauses abgelehnt.
Senats-Minderheitsführer Chuck Schumer (D-New York) wies diese Darstellung als "viel Bullshit" zurück und betonte, dass die Demokraten "ständig in Kommunikation mit dem Weißen Haus" stünden. Er sieht ein "substanzielles Problem", da das Weiße Haus bei Kernforderungen wie richterlichen Anordnungen und dem "De-Masking" nicht nachgeben wolle. Sen. Eric Schmitt (R-Missouri) stellte klar: "Wir werden nichts tun – nichts –, was die Fähigkeit von ICE, unsere Einwanderungsgesetze durchzusetzen, lahmlegt."
Spürbare Auswirkungen auf den Alltag
Der Shutdown, der am 14. Februar begann, hat bereits erhebliche Auswirkungen auf den Alltag der Amerikaner und die betroffenen Bundesbediensteten. An Flughäfen bilden sich lange Warteschlangen bei den Sicherheitskontrollen, da die Transportation Security Administration (TSA) unter Personalmangel leidet.
TSA-Agenten werden diese Woche ihren ersten vollen Gehaltsscheck verpassen. Die Fehlzeiten haben sich mehr als verdoppelt, und Hunderte von TSA-Mitarbeitern haben bereits gekündigt. Neben der TSA sind auch andere wichtige DHS-Agenturen wie die Federal Emergency Management Agency (FEMA) und die Küstenwache von der Finanzierungsblockade betroffen.
Blick auf die Verhandlungen
Die Verhandlungen sind festgefahren, wobei beide Seiten die Schuld am Stillstand zuschieben. Senats-Mehrheitsführer John Thune (R-South Dakota) wies darauf hin, dass der jüngste Vorschlag des Weißen Hauses bereits vor über zehn Tagen unterbreitet wurde und die Demokraten darauf nicht reagiert hätten. Er behauptet, das Angebot gehe "viel weiter", als die Demokraten vielleicht erwartet hätten.
Sen. Patty Murray äußerte Skepsis gegenüber den Angeboten des Weißen Hauses. Sie befürchtet, dass eine Einigung von Stephen Miller, einem Berater des Weißen Hauses, wieder aufgehoben werden könnte. Murray fordert eine klare Zusage des Weißen Hauses, dass jemand verhandlungsbereit ist, der "versteht, was in Städten in unserem ganzen Land und insbesondere in Minneapolis passiert ist, wo zwei Menschen ermordet wurden."
Der Senat scheiterte bereits letzte Woche zum dritten Mal daran, das Gesetz zur Finanzierung des DHS bis September voranzubringen. Die Situation bleibt angespannt, und eine schnelle Lösung scheint unwahrscheinlich.