US-Studienkredite vor tiefgreifenden Änderungen ab Juli 2026

US-Studienkredite vor tiefgreifenden Änderungen ab Juli 2026

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Millionen von US-Studienkreditnehmern blicken mit Sorge auf weitreichende Änderungen, die ab Juli 2026 in Kraft treten sollen. Die Trump-Administration hat eine umfassende Reform des Studentendarlehenssystems eingeleitet, die bestehende Rückzahlungspläne eliminiert, die Berechtigung für Schuldenerlassprogramme einschränkt und neue Kreditlimits einführt. Diese Umwälzungen schaffen große Unsicherheit und stellen viele Betroffene vor finanzielle Herausforderungen.

Umfassende Reformen ab Juli 2026

Die Trump-Administration plant, ab Juli 2026 weitreichende Änderungen im US-Studienkreditwesen umzusetzen. Diese Reformen, die Präsident Trump im Rahmen seiner "One Big Beautiful Bill Act" (OBBBA) unterzeichnete, umfassen die Abschaffung bestehender Rückzahlungspläne wie SAVE, die Einschränkung der Berechtigung für das Public Service Loan Forgiveness (PSLF)-Programm und die Einführung neuer Kreditlimits für fortgeschrittene Studiengänge. Unterstaatssekretär für Bildung, Nicholas Kent, erklärte dazu, die Änderungen würden "Kreditnehmern zugutekommen, die nicht länger in unüberwindbare Schulden gedrängt werden, um Abschlüsse zu finanzieren, die sich nicht auszahlen."

Die Umsetzung dieser Änderungen stellt eine erhebliche Aufgabe für das Bildungsministerium und die Kreditdienstleister dar, insbesondere da die Administration gleichzeitig daran arbeitet, das Ministerium aufzulösen. Die Unsicherheit über die Zukunft des Ministeriums und die Übertragung von Studentendarlehen an eine andere Bundesbehörde bleibt bestehen. Linda McMahon, Trumps Bildungsministerin, hat ihr Ziel bekräftigt, die letzte Bildungsministerin zu sein.

Das Ende des SAVE-Plans und andere Auslaufmodelle

Ein zentraler Punkt der Reformen ist das Ende des SAVE-Plans (Saving on a Valuable Education), der 2023 von der ehemaligen Biden-Administration eingeführt wurde. Dieser Plan sollte Kreditnehmern erschwingliche monatliche Zahlungen und einen kürzeren Weg zum Schuldenerlass bieten. Eine Gruppe von republikanisch geführten Bundesstaaten klagte jedoch gegen den Plan, was dazu führte, dass rund 7 Millionen eingeschriebene Kreditnehmer seit Sommer 2024 in einer Zahlungs-Warteschleife feststeckten.

Im August wurden die Zinsen für SAVE-Kreditnehmer wieder aufgenommen, und im Dezember gab das US-Bildungsministerium eine vorgeschlagene Einigung bekannt, den Plan offiziell zu beenden. Persis Yu von der liberalen Interessengruppe Protect Borrowers bezeichnete SAVE als "den erschwinglichsten, großzügigsten und flexibelsten Plan für Millionen von Studentenkreditnehmern". Unterstaatssekretär Nicholas Kent hingegen betonte: "Das Gesetz ist klar: Wer einen Kredit aufnimmt, muss ihn zurückzahlen. Amerikanische Steuerzahler können nun sicher sein, dass sie nicht länger gezwungen werden, als Sicherheit für illegale und unverantwortliche Studentenkreditpolitik zu dienen."

Neben SAVE werden auch die einkommensbasierten Rückzahlungspläne Income-Contingent Repayment (ICR) und Pay As You Earn (PAYE) schrittweise eingestellt und sollen bis Mitte 2028 auslaufen. Kreditnehmer, die vor dem 1. Juli 2026 Kredite aufgenommen haben, können sich vorerst noch in diese Pläne einschreiben. Der Income-Based Repayment (IBR)-Plan bleibt für Kredite, die vor Juli 2026 aufgenommen wurden, weiterhin bestehen.

Neue Rückzahlungspläne und ihre Konditionen

Ab dem 1. Juli 2026 stehen neuen Kreditnehmern nur noch zwei Rückzahlungspläne zur Auswahl: der Standard Repayment Plan und der neue Repayment Assistance Plan (RAP). Der Standard Repayment Plan sieht feste monatliche Zahlungen über 10 bis 25 Jahre vor, abhängig von der Kredithöhe.

Der Repayment Assistance Plan (RAP) wird Zahlungen zwischen 1 % und 10 % des bereinigten Bruttoeinkommens festlegen, oder 10 US-Dollar pro Monat, wenn das Einkommen unter 10.000 US-Dollar liegt. Nach 30 Jahren im RAP kann der verbleibende Kreditbetrag erlassen werden. Für Kredite, die nach dem 1. Juli 2026 aufgenommen werden, wird RAP die einzige einkommensgesteuerte Rückzahlungsoption sein.

Kreditnehmer, die bereits in PAYE, ICR oder dem beendeten SAVE-Plan eingeschrieben sind, müssen bis zum 1. Juli 2028 zu IBR oder RAP wechseln. Erfolgt keine Wahl, werden die Kreditdienstleister sie automatisch in einen neuen Plan überführen. Parent PLUS-Darlehen sind vom neuen Repayment Assistance Plan ausgeschlossen; Eltern müssen ihre Parent PLUS-Darlehen vor dem 1. Juli 2026 konsolidieren, um weiterhin für einkommensgesteuerte Pläne in Frage zu kommen.

Kreditlimits und Definitionen im Wandel

Die Reformen führen ab dem 1. Juli 2026 auch neue Kreditlimits für verschiedene Arten von Bundesdarlehen ein. Graduierte Studenten können dann maximal 20.500 US-Dollar pro Jahr und insgesamt 100.000 US-Dollar über die gesamte Studienzeit leihen. Für professionelle Studenten liegt die Grenze bei 50.000 US-Dollar pro Jahr und einem lebenslangen Limit von 200.000 US-Dollar.

Parent PLUS-Darlehen werden auf 20.000 US-Dollar pro Jahr pro Student und ein lebenslanges Limit von 65.000 US-Dollar begrenzt. Die Kreditlimits für Direct Loans für Bachelorstudenten bleiben weitgehend unverändert. Teilzeitstudenten müssen mit niedrigeren Kreditlimits rechnen, die ihrem Einschreibestatus entsprechen.

Zudem wird die Definition von "professionellen" Studiengängen überarbeitet. Während Programme wie Medizin und Jura weiterhin als professionell gelten, sind andere, wie die fortgeschrittene Krankenpflege, nicht mehr in dieser Definition enthalten. Nathan Mitchell, der eine Ausbildung zum Physician Assistant absolviert, berichtete, dass einige seiner Kollegen in der Krankenpflege erwägen, private Kreditgeber in Anspruch zu nehmen oder den Beruf ganz aufzugeben, was er als "sehr düsteres Gefühl" beschreibt.

Die menschliche Seite der Unsicherheit

Die weitreichenden Änderungen haben bei Millionen von Kreditnehmern große Ängste ausgelöst, da sie sich finanziell nicht auf Rückzahlungs- oder Erlassänderungen vorbereiten können, ohne klare Kommunikation und Zeitpläne vom Bildungsministerium. Misty Knapp, eine 59-jährige Krankenschwester im öffentlichen Dienst, die seit 2017 im PSLF-Programm ist und auf den Erlass ihres sechsstelligen Saldos hofft, fühlt sich "wirklich gefangen". Sie ist im SAVE-Plan eingeschrieben und befindet sich seit Sommer 2024 in einer Zahlungs-Warteschleife. Sie kann ihren Lebensplan nicht vorantreiben, solange sie in diesem "Kreditvergebungs-Fegefeuer" feststeckt und kann nicht in Rente gehen.

Mike Rendino, ein 51-jähriger SAVE-Kreditnehmer, konnte mit SAVE 160 US-Dollar pro Monat zahlen; ohne SAVE würde seine monatliche Zahlung fast 1.000 US-Dollar betragen. Er sagte im März: "Es wird sehr beängstigend sein, das herauszufinden." Auch Jeff Hughes, ein Staatsangestellter, der seine Karriere dem öffentlichen Dienst gewidmet hat, äußerte sich besorgt, dass der Erlass, auf den er zählt, ihm entzogen werden könnte: "Ich bin so nah an der Ziellinie."

Die Wiederaufnahme der Inkassoaktivitäten für säumige Kredite beunruhigt Kreditnehmer wie James Southern, einen 60-Jährigen mit säumigen Krediten, der befürchtet, dass seine Bundesleistungen wie die Sozialversicherung gepfändet werden könnten, da er seine geschätzte Zahlung von 1.500 US-Dollar nicht leisten kann. Er sagte im Mai: "Sie werden es mir wegnehmen müssen, und dann muss ich irgendwie herausfinden, wie ich danach weiterleben kann."

Es gab jedoch auch positive Nachrichten: Das Bildungsministerium hat die Bearbeitung von Anträgen auf Schuldenerlass für Kreditnehmer mit einkommensbasierten Rückzahlungsplänen wieder aufgenommen. Tammy Stinson, 52, die ihre Studienkredite über zwei Jahrzehnte abbezahlt hat, empfand dies als große Erleichterung: "Ich habe das Gefühl, dass ich jetzt frei sein könnte. Ich kann endlich mein Leben leben und hoffentlich in Rente gehen, bevor ich 90 bin." Dennoch warten über 800.000 Kreditnehmer auf die Bearbeitung ihrer Anträge.

Steuerliche Auswirkungen und offene Fragen

Eine weitere Sorge für Kreditnehmer ist das Auslaufen einer Bestimmung aus dem American Rescue Plan von 2021, die den Schuldenerlass steuerfrei machte. Diese Regelung läuft im Januar 2026 aus, was bedeutet, dass Kreditnehmer, die ab dem neuen Jahr für einen Erlass in Frage kommen, Tausende von Dollar an zusätzlichen Steuern zahlen könnten. Misty Knapp kommentierte dazu: "Das könnte ich mir absolut nicht leisten."

Die Vielzahl der Änderungen und die mangelnde klare Kommunikation des Bildungsministeriums haben zu einem Jahr der Unsicherheit geführt. Die Kreditnehmer sind weiterhin in einem Schwebezustand, während die Administration die größte Umgestaltung des Studentendarlehenssystems seit Jahrzehnten vorantreibt.

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